So sah es nach dem Brand in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule in Oberaden in den Räumen der Tagesmütter aus. Sie sind bis auf weiteres nicht für die Kinderbetreuung zu benutzen. © Stephanie Tatenhorst
Tagesmütter

Nach dem Großbrand: In der Albert-Schweitzer-Schule ist keine Kinderbetreuung mehr möglich

Nach dem Brand in der Albert-Schweitzer-Schule ist eine Rückkehr der Tagesmütter ausgeschlossen. Dabei boten sie dort eine besonders beliebte Betreuungsform an - für die nun der Raum fehlt.

Die Tagesmütter aus dem „Beos“ haben sich am Freitag von ihren Schützlingen verabschiedet – und werden vorerst keine weiteren Kinder betreuen. Schuld ist der Brandstifter, der im April Feuer in der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule in Oberaden gelegt hat. Die Folgen sind so massiv, dass an eine Rückkehr der Tagesmütter bis auf weiteres nicht zu denken ist.

Zuletzt hatten sie die verbliebenen drei Kinder im Pestalozzihaus auf dem Nordberg betreut. Diese Räume werden aber nach den Sommerferien anderweitig benötigt und sind als Dauerlösung für die Platznöte der Tagesmütter auch gar nicht geeignet. Das „Beos“ ist eine so genannte Großtagespflege, zu der sich mehrere Tagesmütter zusammengeschlossen haben. Das hat den Vorteil, dass sie mehr Kinder betreuen dürfen als eine einzelne Tagesmütter.

Das Feuer in der Albert-Schweitzer-Schule brach im April aus. Ursache war offenkundig Brandstiftung. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Ein Mischung aus Kindergarten und Tagesmutter-Betreuung

„Auch bei den Eltern ist diese Betreuungsform sehr beliebt“, sagt Simone Pelzer, die Geschäftsführerin des Tagesmüttervereins „Familiäre Kindertagesbetreuung“. Die Großtagespflege bietet ein Mittelding aus klassischer Tagesmutterbetreuung und Kindergarten. Pelzer würde dann auch gerne noch weitere Großtagespflegen in Bergkamen einrichten.

Das scheitert allerdings an den geeigneten Räumen. Deshalb fand der Verein auch keine Alternative zur Albert-Schweitzer-Schule.

Während eine Tagesmutter, die einzeln arbeitet, die Kinder in ihrer Wohnung betreuen darf, gelten für die Großtagespflegen höhere Ansprüche, erläutert Pelzer: Das Bauamt und das Gesundheitsamt müssen ihr Okay geben. Außerdem gelten strenge Brandschutzvorschriften, so ist ein zweiter Rettungsweg notwendig.

Verein sucht schon seit Jahren nach geeigneten Räumen

Offenbar gibt es nur wenige freie Immobilien, die diese Kriterien erfüllen. Sowohl der Tagesmütter-Verein als auch das städtische Jugendamt sind schon seit Jahren auf der vergeblichen Suche. So gibt es in Bergkamen nur noch eine Großtagespflege: im Familienzentrum „mittendrin“ in Oberaden. Dort werden derzeit sechs Kinder betreut, sagt Pelzer: „Wenn ein Platz frei wird, ist er schnell wieder vergeben.“

Auch das „Beos“ hatte schon Anmeldungen für das neue Betreuungsjahr angenommen, das am 1. August beginnt. Den größten Teil der Kinder konnte der Verein bei anderen Tagesmüttern unterbringen. Eine Familie verzichtete allerdings auf die Betreuung, weil sie ihr Kind nicht in die Großtagespflege geben konnte.

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Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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