Eine ehemalige Gaststätte an der Fritz-Husemann-Straße hat sich zum Abstellplatz für Einkaufswagen entwickelt. © Johannes Brüne
Meinung

Meinung zu „wilden“ Einkaufswagen: Die dümmste aller denkbaren Ausreden

Einkaufswagen, die einfach in der Gegend rumstehen, werden in Bergkamen zum Ärgernis. Die einen rufen nach der Stadt, die anderen nach den Einkaufsmärkten. Die Hauptschuld tragen andere, meint unser Autor.

Anhand der vielen Einkaufswagen, die in Bergkamen in der Gegend herumstehen, lässt sich die Gültigkeit der so genannten „Broken-Window-Theorie“ belegen. Laut der zieht das eingeworfene Fenster an einem leer stehenden Gebäude schnell weitere Randalierer an, bis es völlig verwahrlost ist.

Auf Bergkamener Verhältnisse bezogen: Hat erst einmal ein Einkäufer den Einkaufswagen mitgenommen und aus Faulheit nicht zurückgebracht, dann nehmen sich bald andere Menschen ein schlechtes Beispiel daran und lassen die Wagen ebenfalls einfach in der Gegend stehen. Zu beobachten ist das zum Beispiel an der ehemaligen Gaststätte „Haus Sauerland“ an der Fritz-Husemann-Straße, aber auch an anderen Orten rund um den Nordberg und die City.

Inzwischen werden die Einkaufswagen zu einem echten Ärgernis, über das sich viele Anwohner zu Recht aufregen. Die Schuld suchen viele entweder bei den Behörden, die nichts unternehmen, oder bei den Einkaufsmärkten, die ihre Wagen zu schlecht sichern.

Ganz verkehrt ist das ja nicht. Die Stadt macht es sich ein wenig einfach, wenn sie sich auf ihre nicht vorhandene Zuständigkeit beruft. Die Handelsunternehmen sind aufgerufen, sich Gedanken über Methoden machen, die die „Entführung“ ihrer Einkaufswagen verhindern oder zumindest erschweren. Das sollte schon in ihrem wirtschaftlichen Interesse liegen.

Die Hauptschuld tragen die Bequemen und Gedankenlosen

Eines muss man aber auch betonen: Die Hauptschuld dafür, dass Bergkamen zum Friedhof der herrenlosen Einkaufswagen verkommt, liegt bei jenen bequemen und gedankenlosen Zeitgenossen, die die Wagen einfach stehenlassen. Vermutlich rechtfertigen viele das mit dem Satz: „Das machen die anderen doch auch“ – der dümmsten aller denkbaren Ausreden.

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne
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