Tag der Arbeit

Maikundgebung fällt wieder aus – auch weil die Bergleute sauer sind

Wie schon 2020 fällt die traditionsreiche Maikundgebung der IGBCE in Oberaden auch dieses Jahr aus. Ob die Corona-Pandemie der Grund ist, lässt der Vorsitzende Volker Wagner bewusst offen.
Im Jahr 2019 gab es die bisher letzte Maikundgebung in Oberaden, damals noch mit der Beteiligung vieler Bergkamener Sozialdemokraten. 2021 fällt sie schon zum zweiten Mal aus. © Stefan Milk

Die IGBCE Oberaden hat die Maikundgebung auch für dieses Jahr abgesagt. Auch im vergangenen Jahr hatte es die traditionsreiche Veranstaltung mit einem prominenten Redner schon nicht gegeben. 2020 war der Grund klar: Da hatte die IGBCE die Kundgebung wegen der Corona-Pandemie ausfallen lassen.

Diesmal will sich Volker Wagner, der Vorsitzende der IGBCE Oberaden, darauf aber nicht so eindeutig festlegen lassen.

„Aus gegebenem Anlass, findet keine Kundgebung und Veranstaltung zum 1. Mai in Bergkamen-Oberaden statt“, teilte er so knapp wie lapidar mit und wollte dazu auch keine weiteren Erklärungen abgeben. Die Absage sei mit der Bezirksleitung der IGBCE in Hamm abgestimmt, sagte er lediglich.

Verärgerung über die SPD spielt möglicherweise eine Rolle

Möglicherweise spielt dabei die Verärgerung der ehemaligen Bergleute aus Oberaden über den geplanten Abriss des letzten Oberadener Förderturms eine Rolle. Für den Abriss ist zwar die RAG verantwortlich.

Eine Mehrheit aus SPD und Grünen hatte aber im Stadtrat dagegen gestimmt, bis zu drei Millionen Euro an städtischen Mitteln auszugeben, um das Schachtgerüst abzubauen, zu sanieren und an anderer Stelle wieder aufzubauen.

bei der bisher letzten Kundgebung war SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil der Hauptredner. © Stefan Milk © Stefan Milk

Wagner ist nicht nur IGBCE-Vorsitzender in Oberaden, sondern auch der Sprecher des Bergbau-Geschichtskreises, der sich für den Erhalt des Förderturms besonders stark gemacht hatte – und die Haltung der Bergkamener SPD jetzt heftig kritisiert.

IGBCE-Vorsitzender bestätigt lediglich Anfrage „in Berlin“

Er bestätigte lediglich auf Nachfrage, dass die Oberadener IGBCE bereits einen Vorstoß unternommen hatte, auch für 2021 einen prominenten Redner für die Kundgebung zu verpflichten. Bei der bisher letzten Maikundgebung 2019 war der SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil noch der Hauptredner gewesen.

Ob die IGBCE auch diesmal, wie fast immer in den vergangenen Jahren, bei der SPD-Zentrale wegen eines Redners angefragt hatte, wollte der Bergbaugewerkschafter ebenfalls nicht bestätigen. Man habe „in Berlin“ angefragt, sagte er lediglich.

Immerhin wünscht sich auch Wagner, dass es im kommenden Jahr, 2022 wieder eine Maikundgebung in Oberaden gibt. Sichere Aussagen könne er dazu aber nicht machen, betonte er. „Das ist eine Vorstandsentscheidung und der Vorstand kann im Moment nicht tagen – wegen der Corona-Pandemie“, sagte er. Außerdem sei an dieser Entscheidung auch die IGBCE-Regionalkonferenz beteiligt.

Lesen Sie jetzt