Der Ostenhellweg ist auf der Kanalbrücke seit einigen Tagen eine Einbahnstraße. Nur der Verkehr Richtung Lünen und Werne kann passieren. Autofahrer, die Richtung A1 und Hamm wollen, sollen eigentlich eine weiträumige Umleitung fahren. Viele fahren jedoch durch Wohnstraßen. Das will die Stadt jetzt unterbinden. © Stefan Milk
Ostenhellweg-Baustelle

Lkw-Flut in Rünther Wohnstraße – die Stadt greift jetzt zu rigorosen Maßnahmen

Die Baustelle auf der Kanalbrücke am Ostenhellweg verdrängt den Verkehr auf den Hellweg, der nur eine Anliegerstraße ist. Die Stadt zieht ab Montag rigorose Konsequenzen.

Wenn es um die Situation vor ihrer Haustür geht, verfällt Linda Römke-Krumme leicht in Sarkasmus. „Es könnte schlimmer kommen – wenn es auch noch einen Stau in unserer Straße geben würde“, sagt die Rüntherin. Sie wohnt am Hellweg, gleich an der Ecke zur Schachtstraße. Eigentlich sind das zwei relativ ruhige Anliegerstraßen. Seit Straßen NRW die Brücke auf dem Ostenhellweg überholt und der Verkehr dort nur einspurig fließt, ist es jedoch mit der Ruhe vorbei.

Statt die ausgeschilderte Umleitung über die Werner Straße und die Industriestraße zu nehmen, wählen ortskundige Autofahrer den kurzen Weg über den Hellweg – und die anderen leitet das Navi dorther, meint Römke-Krumme.

Seit der Sperrung rollen die Lkw über den Hellweg

Seitdem rollt manchmal auch Lkw auf Lkw, obwohl die Straße eigentlich für Lastwagen gesperrt ist. Auch Bastian Ballin, der im Anemonenweg fast direkt unterhalb der Hellweg-Kanalbrücke wohnt, bestätigt die Fahrzeugflut.

Er hat beobachtet, dass auch die Lastwagen sich oft nicht an das Tempo 30 halten, das auf dem Hellweg gilt. „Wenn man sich als Anwohner an das Tempolimit hält, wird man oft sogar überholt“, ärgert er sich. Auch er berichtet von fast unerträglichem Lärm durch Lkw, zum Teil auch nachts.

Ostenhellweg wird Richtung Autobahn gesperrt

Die Stadt Bergkamen gibt den Anwohnern recht und zieht als Straßenverkehrsbehörde in Abstimmung mit Straßen NRW jetzt Konsequenzen: Ab Montag ist die Zufahrt auf den Ostenhellweg ab der Jockenhöfer-Kreuzung aus Richtung Werne und Lünen gesperrt, kündigt Planungsamtsleiter Thomas Reichling an. Ledigluch die Zufahrt aus Richtung Bergkamen bleibt frei. „Wir können das den Anwohnern nicht mehr zumuten, zumal die Arbeiten auf der Brücke bis Mitte Dezember geplant sind“, sagt er.

Auch die Stadt hat den Verkehr beobachtet. Es stimme: Sowohl das Lkw-Durchfahrtsverbot als auch das Tempolimit würden massiv missachtet, sagt Reichling.

Auch die Anwohner müssen Umwege fahren

Betroffen von der Sperre sind auch die Anwohner in den Seitenstraßen des Ostenhellwegs, zum Beispiel an der Nördlichen Salzstraße. Sie müssen künftig einen Umweg fahren, um zu ihren Häusern zu kommen. In Ost-West-Richtung – aus Richtung Hamm in Richtung Jockenhöfer-Kreuzung – ist der Ostenhellweg befahrbar.

Die Stadt will auch an der Rünther Straße Schilder aufstellen. Sie will verhindern, dass die Straße zum neuen Schleichweg wird.

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Redaktion Bergkamen
Geboren 1960 im Münsterland. Nach dem Raumplanungsstudium gleich in den Journalismus. Mag Laufen, Lesen, Fußball und den BVB ganz besonders. An den Bergkamenern liebt er ihre Offenheit. Die Stadt ist spannend, weil sie sich im Strukturwandel ganz neu erfinden muss und sich viel mehr ändert als in anderen Städten.
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