Seniorenhaus an der Landwehr: Die Leiterin Gülsen Koc (rechts) erklärt Bewohnerin Barbara Otto die Impfaufklärung, hier mit (hinten v.l.) Kerstin Jonek (Betreuung), Svenja Dieckerhoff und Laura Rosenhöfer (beide Pflege) © Marcel Drawe
Haus an der Landwehr

Impf-Vorbereitungen im Seniorenheim: Die Leiterin hofft, dass sich alle impfen lassen

Endlich ist die Corona-Impfung da. Und doch sind hier und da Zweifel zu hören. Im „Haus an der Landwehrstraße“ bereitet die Leiterin alles für die Impfungen vor – und hofft, dass alle mitziehen.

„Wenn wir wissen, dass so viele Menschen sterben und dass der Impfstoff retten kann – warum sollte man sich dann nicht impfen lassen?“ Gülsen Koc ist die Leiterin des Seniorenheims Haus an der Landwehrstraße. Bisher gab es dort keinen Coronafall und doch ist Koc sehr vorsichtig. Bewohner, Mitarbeiter und Besucher werden ständig getestet und es dürfen nur maximal vier Besucher in einem festgelegten Zeitraum und mit Termin kommen.

Gülsen Koc (links) erklärt Bewohnerin Luise Overhage (vorne) den Schnelltest, mit dabei hinten v.l. Hertha Bastian, Sigrid Köhler, Anja Rabe (Hauswirtschaft) und Svenja Dieckerhoff (Pflege). Getestet wird hier regelmäßig. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Die Einrichtung soll coronafrei bleiben. Gleichzeitig ist Koc aber wichtig, dass die Bewohner Kontakt zu ihren Angehörigen haben können. Auch kurz vor dem Jahreswechsel ermöglichte sie Besuche, ebenso an Weihnachten. Gleichzeitig werden die sozialen Kontakte im Seniorenheim selbst so gut es geht aufrecht erhalten. An Weihnachten brachte Koc jedem Bewohner persönlich ein Geschenk vorbei und organisierte eine kleines Beisammensein – nachdem alle negativ getestet wurden.

Abstands- und Hygieneregeln wurden dabei eingehalten, aber immerhin waren die Senioren nicht alleine. Bei der kleinen Feier gab es ganz klassisch Kartoffelsalat und Würstchen. Es war ein fast normales Weihnachten, bei dem man die Krise für einen Augenblick ausblenden konnte. Für Koc war das selbstverständlich. Seit über elf Jahren arbeitet sie in der Einrichtung. „Ich verbringe mehr Zeit mit den Bewohnern als mit meiner eigenen Familie.“

Vorbereitungen für die Corona-Impfung laufen

Ihr liegen die Bewohner sehr am Herzen, das merkt man gleich. Deshalb hofft Koc auch, dass sich alle impfen lassen werden. Dass der Hausarzt noch nicht in der Einrichtung war, um zu impfen, hat einen Grund. „Wir möchten den Heimen einen Vortritt lassen, die schon befallen waren“, sagt Koc. Weil es jetzt anfangs noch nicht so viel Impfstoff gibt, sollen erst andere Heime drankommen.

Allzu lange warten will Koc aber auch nicht. Sie hofft, dass die Impfungen Anfang Januar durchgeführt werden können. Die Zeit bis dahin nutzt sie für Aufklärungsarbeit. Sie verteilt Zettel, auf denen die wichtigsten Informationen zur Impfung stehen und spricht mit Angehörigen, Bewohnern und Mitarbeitern darüber.

In Seniorenheimen wird längst geimpft, die Bewohner stehen ganz oben auf der Prioritätenliste. Vorab werden sie und ihre Angehörigen aufgeklärt. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Sie können sich dann in Ruhe überlegen, ob sie sich impfen lassen wollen, denn das ist jedem freigestellt. Noch habe sie nicht alle Rückmeldungen erhalten, doch die ersten Antworten waren positiv. Die meisten Bewohner werden sich impfen lassen. Und wie Koc hofft, auch die Mitarbeiter. „Ich lasse mich auch impfen.“

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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