Pastor Günter Kischkewitz wünscht nicht nur gute Fahrt, sondern spendet auch den Blasius-Segen. Wegen Corona auf eine etwas ungewöhnliche Art und Weise. © Klaus-Dieter Hoffmann
Kirche und Corona

Drive-in-Kirche: Den Segen gibt es im Auto und danach noch ein Tütchen mit Weihwasser

Erst Corona und dann noch der Wintereinbruch. Die Pastöre der katholischen Gemeinde spenden den Blasius-Segen trotz Pandemie und Schneetreiben. Die Gläubigen müssen nicht mal aus dem Auto steigen.

Die Idee mit dem Blasius-Segen „to go“, den es natürlich nur in einer „Drive-in-Kirche“ geben kann, war echt gut. Doch leider musste der bei den Kirchenbesuchern recht beliebte Blasius-Segen an diesem Sonntagmorgen ausgerechnet noch mit einem anderen „Segen“ von oben konkurrieren. Nämlich mit reichlich Schneefall, der garantiert dazu geführt haben dürfte, dass sich der erwartete „Besucheransturm“ an der Barbara-Kirche in Oberaden in Grenzen hielt.

Das Prinzip der „Drive-in-Kirche“ ist recht simpel: Statt sich wie in normalen Zeiten den Blasius-Segen in der Kirche vorne am Altar persönlich abzuholen, fahren die Gläubigen einfach mit ihrem Auto auf dem Kirchplatz vor und lassen sich den Blasius-Segen durch das geöffnete Autofenster erteilen.

Der Priester steht neben dem Auto

Der Priester steht hierbei mit zwei gekreuzten Kerzen neben dem Auto, legt seine freie Hand symbolisch auf die Häupter der Insassen und spricht: „Auf die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius bewahre Euch der Herr vor Krankheit und aller Gefahr, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.“ Dann schlägt er mit der freien Hand das Kreuzzeichen.

Die Idee zu der Drive-in-Kirche stammt von Pastor Sebastian Zimmert. © Klaus-Dieter Hoffmann © Klaus-Dieter Hoffmann

Entstanden ist die Idee einer „Drive-in-Kirche“ in einer der vergangenen Sitzungen des Pastoralen-Teams, bestehend aus Pfarrer Thorsten Neudenberger, Pastor Günter Kischkewitz und Sebastian Zimmert. Und wie viele der katholischen Kirchenbesucher in Bergkamen ja bereits selbst schon feststellen durften, gehört Zimmert in der Pfarrgemeinde Heilig Geist zu den, im positiven Sinne, experimentierfreudigen Geistlichen.

Die Kirche will weiterhin präsent bleiben

„Wenn wir in diesen Corona-Zeiten unsere Kirchgänger aus Sicherheits-Gründen schon nicht in die Kirchen einladen können, dann sollten wir unbedingt nach guten Alternativen suchen“, meint Zimmert. „Wir müssen den Menschen zeigen, dass die Kirche für sie weiterhin präsent und erfahrbar ist.“

Schnell waren in der Barbara-Gemeinde genügend Helferinnen und Helfer gefunden, um den „Segen to go“ zu realisieren. Ein eigens „engagierter“ Landwirt befreite am frühen Morgen mit seinem Schlepper den Kirchplatz und die Zufahrt gründlich vom Schnee. Und auch Pastor Kischkewitz war gerne bereit, im Wechsel mit Pastor Zimmert, den Segen zu erteilen.

Regina Knäpper verteilt eines der Tütchen mit Weihwasser, Weihrauch, Kerze und einem kleinen Gebet für zuhause. © Klaus-Dieter Hoffmann © Klaus-Dieter Hoffmann

Die anderen Helfer aus der Gemeinde stellten die rot-weißen Pylone auf, um die Autos um die Kirche zu leiten, sorgten zudem dafür, dass auch die Namen der Segensempfänger für die eventuelle Corona-Nachverfolgung erfasst wurden. Fleißige Helferinnen bereiteten indes die sogenannten „Give away“-Tütchen vor, die alle Besucher nach dem Segen erhielten, gefüllt mit Weihwasser, Weihrauch, Kerze und einem kleinen Gebet für zuhause.

Der Pastor ist zufrieden mit der Resonanz auf die Aktion

Auch wenn der außergewöhnlich kräftige Schneefall die ambitionierte Idee von einer „Drive-in-Kirche“ fast verhagelt hätte, so zeigte sich Pastor Zimmert mit der Resonanz zufrieden. „Immerhin haben dreizehn Autos mit rund sechzig Personen den Weg über die schneebedeckten Straßen zur Barbara-Kirche geschafft“, resümierte er nach dem Abschluss der Aktion.

„Natürlich kann der Blasius-Segen, weder vor Krankheit, Unglück oder gar Tod schützen“, stellt Zimmert klar. „Aber ein Segen, den man mit einem gesunden und festen Glauben erlangt, gibt jedem Menschen Hoffnung und Zuversicht. Und das ist in diesen Zeiten doch genau das, was wir alle brauchen.“

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