Die Bergkamener Feuerwehr kennt sich im Wellenbad inzwischen gut aus. Schon in den vergangenen Jahren gab es mehrere Chlorgasalarme. © Stefan Milk
Feuerwehr-Einsatz

Die Chlorgas-Alarme im Wellenbad häufen sich

Die Feuerwehr ist nicht zum ersten Mal mit einem Großaufgebot zum Wellenbad ausgerückt, weil dort Chlorgas ausgetreten ist. Die häufigen Alarme werfen Fragen auf. Auch die nach der veralteten Technik.

Das Wellenbad in Weddinghofen hat am Freitagvormittag ganz normal geöffnet. Fachleute hatten die zwischenzeitlich abgeschaltete Chlorgasanlage kontrolliert und sichergestellt, dass keine Gefahr für Badegäste und Mitarbeiter der Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) besteht. Inzwischen kennt GSW-Chef Jochen Baudrexl auch die Ursache für den Alarm am Donnerstagabend: Durch ein defektes Vakuumventil war Chlorgas ausgetreten und hatte die automatische Warnanlage ausgelöst.

Feuerwehr führt Gespräche mit den GSW

Einen Fehler der GSW-Mitarbeiter schloss Baudrexl definitiv aus. Die Feuerwehrleute wird das nur bedingt trösten: Sie mussten nicht zum ersten Mal mit einem Großaufgebot zum Wellenbad ausrücken, in den vergangenen Jahren gab es mehrfach solche Alarme. „Wir stehen dazu in Gesprächen mit den GSW“, sagt Bergkamens Feuerwehrchef Dirk Kemke.

Baudrexl steht dem Problem mit der Chlorgasanlage etwas ratlos gegenüber: „Es hatte jedes Mal andere Ursachen.“ Ein Sicherheitsrisiko sieht Baudrexl im Wellenbad nicht. Dann müsste er es vermutlich sofort schließen.

Vor der Badöffnung mussten die GSW Schäden an den Becken beseitigen. © Johannes Brüne © Johannes Brüne

Aber natürlich sei die Technik in die Jahre gekommen, sagt er. So gebe es im Wellenbad Probleme mit der Statik, die die GSW durch zusätzliche Streben gelöst hätten. Auch die Wellenmaschine arbeitet nicht mit der vollen Kapazität. In anderen Bädern in Bergkamen und Kamen gebe es ähnliche Schwierigkeiten.

Die Tage des Wellenbades sind ohnehin

Die Tage des Wellenbades und des Bergkamener Hallenbades sind dann auch gezählt: Der Neubau eines Schwimmbades auf dem Gelände am Häupenweg ist beschlossene Sache. „Aber darüber diskutieren wir schon seit 2014“, sagt Baudrexl. Und da die GSW wissen, dass sie in Bergkamen und Kamen neu bauen, investieren sie in die alten Bädern nur noch das, was zur Aufrechterhaltung des Betriebes unbedingt notwendig ist.

Nach dem aktuellen Zeitplan soll der Abriss des Wellenbades im Spätsommer des nächsten Jahres beginnen, das neue Bad könnte dann im Frühjahr 2025 in Betrieb gehen. Von dem Plan, das Wellenbad nächstes Jahr noch einmal für eine letzte und verkürzte Saison zu öffnen, will Baudrexl nicht abrücken. Zumindest, wenn die Technik mitspielt. Ob der GSW-Chef bei dieser Position bleibt, falls es zu weiteren Chlorgasalarmen kommt, ist eine andere Frage.

Immerhin kann Baudrexl dem Geschehen am Donnerstagabend einen positiven Aspekt abgewinnen: „Die Warnanlage hat funktioniert und den automatischen Alarm ausgelöst.“

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Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne

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