Da ging es beiden Hunden noch gut: „Herr Neumann“ oben und Susi kuscheln zusammen. © privat
Beiß-Vorfall

Chihuahua beim Spaziergang vom Nachbarshund totgebissen

Der Oberadener Hans Jürgen Neumann ist am Boden zerstört. Eine Begegnung mit zwei Nachbarshunden bei einem Spaziergang endete für seinen Chihuahua-Rüden „Herr Neumann“ tödlich.

Der Oberadener Hans Jürgen Neumann ist immer noch fassungslos und traurig. Als er am Montagnachmittag mit den beiden Chihuahuas „Herr Neumann“ und „Susi“ in der Nähe des Alkenbachs unterwegs war, wurde der Rüde vor seinen Augen totgebissen. Einer der beiden Berner Sennenhunde eines Nachbarn hatte sich losgerissen, auf den kleinen „Herrn Neumann“ gestürzt und ihn mit einem Biss in den Hals getötet.

Nachbar konnte seinen Hund nicht mehr stoppen

Wie der 78-Jährige berichtet, hatte der Nachbar seine beiden Hunde an einer langen Laufleine und habe noch versucht, den Hund zurückzuhalten. Der sei aber einfach mitgerissen worden, weil das schwere Tier losgerannt sei und genügend Platz hatte, Schwung zu nehmen.

Eigentlich sind Berner Sennenhunde Hütehunde und gelten eher als gutmütig. Neumann berichtet, dass der Besitzer die beiden großen Hunde jahrelang ausschließlich auf seinem Grundstück gehalten habe und erst seit kurzer Zeit gelegentlich mit ihnen spazieren gehe.

Hans Jürgen Neumann ist fassungslos, dass sein Hund totgebissen worden ist. Auch Susi, der andere Chihuahua ist völlig verstört. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

An dem knapp vier Jahre alten Rüden hing Neumann ganz besonders. Er habe ihn seiner krebskranken Frau als Begleithund gekauft, sagt er. Der Hund habe sich immer sehr rührend gegenüber seiner Frau verhalten und sei fröhlich und freundlich gewesen. „Das war so ein liebes Tier. Nur Susi kann manchmal etwas zickig sein“, sagt er.

Mittlerweile befasst sich auch das Bergkamener Ordnungsamt mit der Angelegenheit, nachdem es von Neumann über den Vorfall informiert worden ist. Für Sachgebietsleiter Heiko Brüggenthies ist eine solche Attacke ungewöhnlich. „Das kommt nicht allzu oft vor, zumindest gemessen an den vielen Hunden, die es in Bergkamen gibt“, sagt er. Außerdem endeten Beißereien so gut wie nie tödlich.

Halter muss Hund beim Amtstierarzt für Wesenstest vorführen

Das Ordnungsamt hat den Halter des Berner Sennenhundes mittlerweile um eine Stellungnahme gebeten. Dabei geht es darum, seine Version des für den kleinen Chihuahua tödlichen Vorfalls anzuhören. Falls sie sich völlig von der Version Neumanns unterscheidet, will das Ordnungsamt auch noch Zeugen anhören, die es gibt.

Ziemlich sicher muss er den Hund beim Amtstierarzt des Kreises Unna vorführen, der einen Wesenstest mit ihm macht. „Der Kreis entscheidet dann, ob es sich um einen gefährlichen Hund handelt und ob er beispielsweise einen Maulkorb tragen muss“, erklärt Brüggenthies.

Hans Jürgen Neumann hat mittlerweile auch ein Bergkamener Anwaltsbüro eingeschaltet und lässt prüfen, ob er privatrechtliche Ansprüche geltend machen kann. Seinen „Herrn Neumann“ bringt ihm das nicht zurück. Er ist traurig – und auch Susi ist noch völlig ängstlich und verstört.

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Redaktion Bergkamen
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Michael Dörlemann

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