In der Stadthalle in Kamen bekamen viele ihre Booster-Impfung, aber auch einige ihre erste Impfung gegen das Coronavirus. Das freut die Stadt. © Udo Hennes
Coronavirus

Booster-Impfung in Kamen und Bergkamen: Was Sie jetzt wissen müssen

Nicht nur die Hausärzte impfen, was das Zeug hält. Auch kommunale Impfzentren bieten Booster-Impfungen an. Hinzu kommen mobile Aktionen. Alles Wissenswerte im aktuellen Überblick.

Haus- und Betriebsärzte, Impfzentren und mobile Teams: Vielerorts wird gerade geimpft, was das Zeug hält, um der ausufernden vierten Corona-Welle etwas entgegenzusetzen. Unsere Redaktion stellt an dieser Stelle noch einmal den aktuellen Stand für Impfwillige in Kamen und Bergkamen zusammen.

Es gibt mittlerweile Impfzentren in der Stadthalle Kamen und in der Marina Rünthe, aber leider derzeit keine freien Termine. Wann gibt es neue?

Der Kreis Unna teilt hierzu mit: Die Nachfrage sei groß, deshalb seien die Termine meist schnell ausgebucht. Die Impftermine werden 14 Tage vorher zur Buchung freigegeben. Spätere Termine seien daher erst entsprechend später buchbar. Es lohne sich aber auch zwischendurch ein Blick in das Portal unter www.kreis-unna.de/gegencorona. Durch Terminabsagen kann es zwischendurch immer wieder zu freien Terminen kommen.

Giuliano Greco aus Schwerte war der erste Impfling im neuen Impfzentrum in der Marina Rünthe.
Giuliano Greco aus Schwerte war der erste Impfling im neuen Impfzentrum in der Marina Rünthe. © Stefan Milk © Stefan Milk

Und: Man kann sich auch andernorts „boostern“ lassen. Am Montagnachmittag gab es etwa freie Termine in den Impfstellen in Lünen, Selm und Schwerte. Ein weiteres Angebot soll es laut Auskunft des Kreises Unna „zeitnah“ bis Mitte Dezember in Bönen geben.

Wer kann sich in den Impfzentren impfen lassen?

Alle Impfwilligen ab zwölf Jahren können dort mit Termin eine Impfung erhalten. Neben den Auffrischungsimpfungen werden auch Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt. Eine Wahlmöglichkeit bezüglich des Impfstoffs besteht nicht: Es gibt entweder das Vakzin von Biontech/Pfizer oder von Moderna. Wer unter 30 Jahre alt ist, erhält gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) den Impfstoff von Biontech.

Es gab zuletzt immer wieder Ärger um eine Zurückweisung von Menschen, die sich vor Ablauf von sechs Monaten nach ihrer Zweitimpfung „boostern“ lassen wollten. Wie ist nun der Stand?

Am Montag stellte der Kreis Unna noch einmal klar: Die Corona-Auffrischungsimpfung solle im Abstand von etwa sechs Monaten zur zweiten Impfung der Grundimmunisierung erfolgen. So laute nicht nur die Empfehlung der Stiko, sondern auch eine Vorgabe des Landesgesundheitsministeriums. Und an diese Regel halte sich der Kreis mit seinen Impfungen.

In der Stadthalle in Kamen verlief das Impfen am Samstag ohne Stress und reibungslos. Die Menschen, die hier geimpft wurden, hatten einen Termin. Bürgermeisterin Elke Kappen zeigte sich dankbar, dass viele Rathaus-Mitarbeiter kurzfristig ehrenamtlich geholfen haben. © Udo Hennes © Udo Hennes

Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate könne erst dann umgesetzt werden, wenn genügend Kapazitäten in den Impfstellen vorhanden seien. Im Moment sei es aber so, dass die Booster-Termine von Menschen wahrgenommen würden, deren Zweitimpfung ein halbes Jahr oder noch länger zurückliege. In aller Regel handele es sich um Senioren sowie weitere vulnerable Personen. Deshalb bitte die Kreisverwaltung um Verständnis, dass diese zuerst mit der Auffrischung an der Reihe sind. Wenn medizinische Gründe vorliegen, seien aber Ausnahmen von dieser Regel möglich. Wer mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurde, kann schon nach vier Wochen eine Auffrischung bekommen.

Muss die Zweitimpfung wirklich taggenau sechs Monate zurückliegen?

Dazu hatte Kreissprecher Max Rolke in der vergangenen Woche mitgeteilt: „Kulanz gibt es bei einem Abstand von bis zu sieben Tagen. Wer also eine Woche vorher kommt, bevor die Sechs-Monats-Frist um ist, wird trotzdem geimpft.“ Am Freitag hieß es dann in einer Mitteilung des Kreises etwas unkonkreter: „Eine kleine Karenzzeit von wenigen Tagen wird toleriert.“

Gibt es auch weitere Impfaktionen ohne Termin?

Ja. Jeder sollte aber wissen, dass es dabei zu sehr langen Wartezeiten kommen kann – und es keine Garantie gibt, dass man auch wirklich „drankommt“. Die nächsten Termine in Kamen und Bergkamen sind:

  • Montag, 6. Dezember: Jobcenter in Bergkamen, Louise-Schröder-Straße 12, 13 bis 17 Uhr
  • Dienstag, 7. Dezember: Firma 3M in Kamen, Edisonstraße 6, 13 bis 16 Uhr
  • Montag, 20. Dezember: Café international in Kamen, Schulstraße 5, 11 bis 14 Uhr
  • Montag, 10. Januar: Jobcenter in Bergkamen, Louise-Schröder-Straße 12, 13 bis 17 Uhr

Wie sieht es bei den Hausärzten aus?

Sehr unterschiedlich. Einige berichten ihren Patienten, dass vor Februar nichts zu machen sei mit der Booster-Impfung. Andere machen flexibel auch kurzfristig etwas möglich. Die Hausärzte und ihre Mitarbeiterinnen leisten dabei Großes: „Es werden wöchentlich bis Weihnachten mehr als 500 Personen mittwochs bis in den späten Abend und samstags geimpft“, teilte Hausarzt Dr. Thomas Heine aus Kamen unserer Redaktion mit.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) verfügt zwar über keine Liste aller Praxen, die Booster-Impfungen anbieten. Wohl aber über ein Register mit Praxen, die sich bereit erklärt haben, auch praxisfremde Patienten zu impfen. In Kamen und Bergkamen sind es die folgenden Stellen:

  • Dr. med. Elke Saur, Kirchstraße 7, 59174 Kamen, Tel. (02307) 17070
  • Internistenteam Kamen, Dres. Heine/Gesenhoff und Kolleginnen, Nordenmauer 18, 59174 Kamen, Tel. (02307) 260100, E-Mail [email protected]
  • Anmerkung: Auch die Praxis von Joachim Eick in Oberaden und die Hausärzte im Prisma in Bergkamen werden in der Liste der KVWL weiterhin geführt. Sie haben unserer Redaktion jedoch mitgeteilt, sich aufgrund der aktuell großen Nachfrage auf Bergkamener Patienten zu beschränken.
Über den Autor
Chef vom Dienst
Jahrgang 1982. Aufgewachsen im Münsterland. Nach dem Politik-Studium in Münster über Dortmund ins schöne Holzwickede. Verheiratet, Familienvater. Seit 2000 Journalist, seit 2010 beim Hellweger. Mag das Ruhrgebiet, Currywurst und gut gemachte Nachrichten – digital und gedruckt.
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Kevin Kohues

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