Der Bergkamener Anthony Karrenberg ist durch die Abnehm-Sendung "The biggest loser" bekannt geworden. Inzwischen pflegt er sein Profil bei Instagram. © privat
Anthony Karrenberg

Biggest-Loser-Kandidat aus Bergkamen: Es ist nicht ratsam, so abzunehmen wie er

Athony Karrenberg ist bei Instagram sehr aktiv. Man könnte ihn als Teilzeit-Influencer bezeichnen. Er gibt Ernährungstipps und klärt auf. Der „The Biggest Loser“-Star kennt die Tücken beim Abnehmen.

Pizzabrot, in das man gleich reinbeißen möchte, cremige Schokocremes oder auch saftiger Kuchen. Wer auf das Instagram-Profil von Anthony Karrenberg schaut, dem droht Gefahr, Hunger zu bekommen. Allerdings auf Gesundes, denn der einstige Teilnehmer der Abnehm-Show „The Biggest Loser“ legt großen Wert auf die Nährwerte seiner Mahlzeiten.

Ebenfalls ist ihm wichtig, dass die Gerichte, die er präsentiert, gut aussehen. Da können für einen Beitrag schon einmal bis zu zwei Stunden draufgehen, wie er im Gespräch mit der Redaktion erklärt. Denn mit dem Anrichten und abfotografieren ist es noch nicht getan. „Die Belichtung muss stimmen und die Leute wollen wissen, wie ich es gemacht habe und was die Nährwerte sind“, erklärt Karrenberg.

Ob man ihn als Influencer bezeichnen kann? Also als jemanden, der Geld damit verdient, dass er Werbung für Produkte in sozialen Netzwerken macht?

Nicht so ganz, denn der Wahl-Bergkamener will aus seinem Profil keinen Profit schlagen und hat nicht das Ziel, einmal damit sein gesamtes Geld zu verdienen. Er hat seit kurzem eine Kooperation mit einem Produkt, hinter dem er voll und ganz steht, und das er auch selbst angefragt hat. Anfragen, die er zuvor bekommen hat, hat er abgelehnt, weil die Produkte ihn nicht ansprechen – dabei war zum Beispiel ein Eis, das fast nur aus Zucker besteht und nicht zu dem passt, was er repräsentiert.

Karrenberg bleibt sich selbst treu und er will nicht seinen ganzen Alltag danach richten, wie gut er auf der Plattform Instagram ankommt. Aber dennoch kann man ihn zumindest als Teilzeit-Influencer bezeichnen, denn es macht ihm ganz offensichtlich viel Spaß, Rezepte zu teilen, Tipps zum Thema Ernährung zu geben und auch generell sein Leben mit den Instagram-Nutzern zu teilen. Und dafür gibt er sich auch Mühe. Dass das gut ankommt, beweisen über 13.000 Nutzer, die ihm folgen.

Anthony Karrenberg hat in den Sozialen Medien viele Follower. Schon bevor er Personal Coach wurde, teilte er gesunde Rezepte und ließ die Nutzer an seinem Lebensstil teilhaben. © privat © privat

Zauberformel fürs Abnehmen? The Biggest Loser ist nicht das reale Leben

Karrenberg hatte in der Sat1-Sendung The Biggest Loser über 70 Kilogramm abgenommen. Ein paar davon sind zwar wieder drauf, aber mit denen kann Karrenberg gut leben, er hat sie sogar einkalkuliert. Karrenberg hat es geschafft, sein Leben umzukrempeln, von Jojo-Effekt keine Spur.

Doch sein Weg ist nicht nachahmenswert, das gibt er selbst zu. „Ich habe sehr viel in kurzer Zeit abgenommen bei The Biggest Loser. Die Leute wollen genau das, verstehen aber nicht, dass das im normalen Alltag nicht möglich und nicht ratsam ist“, so Karrenberg. Immer wieder werde er nach einer Zauberformel gefragt, werde angeschrieben von Menschen, die möglichst schnell abnehmen wollen.

Doch so einfach ist das nicht, wie Karrenberg betont. Erst müsse man der Ursache auf den Grund gehen und herausfinden, wofür man Essen als Kompensation benutzt.

Und auch das macht er mit seinem Instagram-Profil deutlich. Er weiß, was Fallen beim Abnehmen sind und die verschweigt er nicht. Karrenberg ist zwar nur ein Teilzeit-Influencer, aber dafür ein besonderer Influencer. Es gebe viele Menschen, die nur Profit mit ihren Profilen machen wollen, weiß Karrenberg.

Anthony Karrenberg fühlt sich mittlerweile wohl in seinem Körper. Er nahm beinahe 100 Kilogramm ab – die meisten davon bei der Abnehmsendung „The Biggest Loser“. Heute begleitet er als Personal Coach Menschen, die ebenfalls abnehmen wollen. Das Gute: Karrenberg weiß, wie sie sich fühlen. © privat © privat

Er will ehrlich bleiben und will vor allem auch die Zeit für andere Dinge nutzen. Das ist auch ein Grund dafür, dass er doch erstmal Abstand von einem YouTube-Kanal genommen hat. „Der Wille ist da und die Ideen, aber in der Praxis belastet mich das am Ende mehr als das es Spaß macht“, so Karrenberg.

Und schließlich braucht er auch noch Zeit für das wahre Leben, in dem gerade eine berufliche Neuorientierung ansteht. Und dann gibt es da auch noch Familienpläne…

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott
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