Bergkamen soll Unesco-Welterbe werden

dzSchützenswertes Ruhrgebiet

Das Ruhrgebiet mit seiner Zechenkultur ist etwas Besonderes. Damit das nach dem Bergbau-Ende so bleibt, will es das Land über die Unesco-Welterbe-Liste schützen - auch diese Teile Bergkamens.

Bergkamen

, 21.09.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Wattenmeer, die Hamburger Speicherstadt, der Naumburger Dom oder die Wilhelmshöhe bei Kassel: Sie alle gehören zu den bislang 46 Natur- und Kulturerbestätten in Deutschland und sind in die Unesco-Welterbeliste eingeschrieben. Das Ruhrgebiet soll nach Wunsch der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur auch dazukommen - und drei Besonderheiten der schützenswerten Region befänden sich dann in Bergkamen.

Lippe, Kanal und Hamm-Osterfelder-Bahn

Deshalb wurde die Stadt Bergkamen gebeten, sich mit einem politischen Votum hinter die Bewerbung, die auch das Land NRW unterstützt, zu stellen. Und zumindest der Fachausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung und Strukturwandel gab schonmal grünes Licht dafür. Als Zeugnisse des Bergbaus, die in die Welterbeliste aufgenommen werden sollen, gelten in Bergkamen nämlich der Datteln-Hamm-Kanal und der Verlauf der Lippe inklusive Mündung der Seseke als Wasserwege sowie die Hamm-Osterfelder-Bahn.

Auch der Datteln-Hamm-Kanal könnte auf die Welterbe-Liste rücken.

Auch der Datteln-Hamm-Kanal könnte auf die Welterbe-Liste rücken. © Johannes Brüne

Auf diese Auswahl hat die Stadt keine Entscheidung, dass es nicht die Halde Großes Holz, besondere Schachtgerüste wie das von Neu-Monopol oder Zechensiedlungen seien, hätte das Land entschieden, erklärte Planungsamtsleiter Thomas Reichling den Ausschussmitgliedern. Für solche Stätten hätte man sich andernorts entschieden.

Keine Probleme für Entwicklungspläne der Stadt

Ob Kanal, Lippe und Bahnstrecke unter diesen besonderen Schutz gestellt werden oder nicht, belastet die Stadtentwicklungspläne nicht weiter, stellte die Verwaltung bei einer Prüfung der Unterlagen fest.

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Die Flächenkulisse inklusive der erforderlichen Pufferzonen und Sichtachsen seinen mit den Zielen der kommunalen Stadtentwicklung kompatibel. Allerdings wird es die Eingabe geben, dass die Reaktivierung der Bahnstrecke für den Personenverkehr auch unter einem eventuell neuen Status möglich sein müsse.

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Entscheidung fällt bei der Unesco

Ob das Ruhrgebiet mit seinen Besonderheiten wirklich zum Unesco-Welterbe erklärt wird, bleibt auch noch abzuwarten. Mit der Rückendeckung der Kommunen wird das Land den Vorschlag an den Bund weiterleiten, wo die Vorschläge aus allen Bundesländern gesammelt und ausgewertet werden. Bestenfalls geht der Vorschlag dann von Berlin nach New York, wo die Unesco ihren Sitz hat. Und dort wird dann letzlich entschieden, ob die Bewerbung der „Industriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet“ für die Fortschreibung der Tentativliste „Unesco-Welterbe“ erfolgreich war.

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