Noch rollt der Verkehr zwischen Bergkamen und Werne über die alte Lippebrücke. Sie wird womöglich erst im nächsten Jahr abgerissen. © Marcel Drawe
Geplanter Abriss

Alte Lippebrücke zwischen Bergkamen und Werne bekommt vielleicht eine Gnadenfrist

Die Tage der Lippebrücke sind definitiv gezählt. Ob sie allerdings noch in diesem Jahr abgerissen wird, steht bisher nicht fest. Das hängt auch von einer anderen Brückenbaustelle ab.

Am liebsten wäre es Martin Feller von Straßen NRW, wenn er noch in diesem Jahr die Abrissbagger zur Lippebrücke zwischen Bergkamen und Werne schicken könnte. Das sieht der Zeitplan für Abbruch und Neubau der Flussquerung eigentlich auch vor. Ob er sich einhalten lässt, weiß Feller allerdings noch nicht. Dabei laufen die Bauarbeiten für die Behelfsbrücke planmäßig.

Die neue Brücke entsteht derzeit neben der Bundesstraße, die Bergkamen und Werne miteinander verbindet. Später soll der Verkehr über sie rollen, damit die alte Brücke abgerissen werden kann. Bei der Planung gibt es aber noch ein paar Unbekannte.

Die Ostenhellweg-Brücke wird als Umleitung gebraucht

Zum Beispiel eine Brückenbaustelle ganz in der Nähe: die an der Brücke, auf der der Ostenhellweg den Datteln-Hamm-Kanal überquert. Straßen NRW lässt das Bauwerk seit dem Sommer sanieren, die Fahrbahn in Richtung Autobahnauffahrt ist komplett gesperrt.

Die Arbeiten an dem neuen Bauwerk, das zunächst als Behelfsbrücke dienen soll, schreiten voran. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Allerdings wird der Ostenhellweg als Umleitungsstrecke gebraucht, wenn die Behelfsbrücke in Betrieb geht: Für Lastwagen wird der direkte Weg über die Lippe verboten sein, sie sollen am besten erst gar nicht bis nach Rünthe fahren: „Wir wollen den Schwerlastverkehr möglichst weiträumig umleiten“, sagt Feller. Die Ausweichroute würde für Laster, die aus Richtung Bergkamen kommen, soll über die Industriestraße führen. Aber Feller benötigt einen Plan B für die Lkw-Fahrer, die die Umleitungsschilder ignorieren und dann doch an der Jockenhöfer-Kreuzung landen. Sie sollen dann nach rechts auf den Ostenhellweg abbiegen.

Kampfmittelräumdienst muss das Flussbett untersuchen

Dafür muss aber die Kanalbrücke wieder komplett freigeben sein. Die Planungen sehen vor, dass dies bis zum Jahresende der Fall sein wird. Da Fellers Kollege, der dieses Bauprojekt betreut, in der vergangenen Woche im Urlaub weilte, ließ sich zum aktuellen Stand der Bauarbeiten nichts herausfinden.

Allerdings muss sich Feller auch noch mit dem Kampfmittelräumdienst verständigen. Bevor die alte Brücke abgerissen werden kann, müssen die Kampfmittelexperten das Lippebett noch einmal auf mögliche Blindgänger untersuchen. Die Bombensucher waren bereits im Frühjahr auf der Baustelle aktiv und mussten zwei Verdachtspunkte ausräumen. „Das hat uns um sechs Wochen zurückgeworfen“, sagt Feller. Inzwischen sei der Verzug aber aufgeholt.

Gleichwohl könnte der Zeitplan erneut durcheinander geraten. In einem Punkt legt sich Feller aber fest: „Die neue Brücke wird im nächsten Jahr auf jeden Fall fertig.“

Über den Autor
Redaktion Bergkamen
1967 in Ostwestfalen geboren und dort aufgewachsen. Nach Abstechern nach Schwaben, in den Harz und nach Sachsen im Ruhrgebiet gelandet. Erst Redakteur in Kamen, jetzt in Bergkamen. Fühlt sich in beiden Städten wohl.
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Johannes Brüne

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