Real-Märkte: Betriebsrat sieht 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr - Filialen droht Schließung

Warenhauskette

Eigentümer Metro will noch im Januar alle 277 Real-Märkte verkaufen. Der Betriebsrat schlägt Alarm und sieht 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Einigen Standorten droht offenbar die Schließung.

Düsseldof

14.01.2020, 12:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Real-Märkte: Betriebsrat sieht 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr - Filialen droht Schließung

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Durch den geplanten Verkauf der SB-Warenhauskette Real ist nach Einschätzung des Betriebsrates fast jeder Dritte der noch vorhandenen 34.000 Arbeitsplätze bei der Metro-Tochter gefährdet. „Der Gesamtbetriebsrat rechnet mit etwa 10.000 Arbeitslosen“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Unternehmens, Werner Klockhaus der „Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag).

Großteil der Märkte soll weiter verkauft werden

Der Hintergrund: Die Metro will alle 277 Real-Märkte in Deutschland möglichst noch in diesem Monat an ein Konsortium um den Investor X-Bricks verkaufen. Der will aber nach den bisher bekanntgewordenen Plänen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler weiterverkauft werden. Einigen Standorten droht offenbar auch die Schließung.

Von der Metro war zunächst keine Stellungnahme zu den Äußerungen von Klockhaus zu erhalten. Bei der Ankündigung der Verhandlungen mit X-Bricks im vergangenen Dezember hatte der Handelsriese betont, Ziel sei es, beim Weiterverkauf der Standorte die Käufer „vertraglich zur Übernahme der Real-Mitarbeiter zu verpflichten“.

Betriebsbedingte Kündigungen in den Filialen und Personalabbau in der Zentrale

Klockhaus beruhigt das aber nicht. Er rechnet mit „rund 50 Schließungen oder mehr“ im Zuge der Neuordnung. Allein dadurch seien rund 6000 Arbeitsplätze bedroht. Außerdem werde es wohl auch in den an Wettbewerber verkauften Filialen zu sehr vielen betriebsbedingten Kündigungen kommen, befürchtet er.

Denn kaum einer der Wettbewerber habe eine ähnlich breite Sortimentsstruktur wie Real. Die Beschäftigen in der Elektro-, Sport- und Haushaltswarenabteilung würden deshalb nicht mehr benötigt. Zusammen mit dem zu erwartenden Personalabbau in der Zentralverwaltung seien damit noch einmal 4000 Stellen gefährdet. „Für die Metro war Real schon immer ein Stiefkind, welches man vernachlässigt hat“, klagte Klockhaus. Die Zeche dafür müssten jetzt die Mitarbeiter zahlen.

dpa

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