Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock soll ihre Partei als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl führen. Über die Kandidatur freuen sich die Grünen in Werne. © picture alliance/dpa
Grüne in Werne zu Baerbock

„Zeitpunkt genau richtig“: Grüne aus Werne zur Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock

Annalena Baerbock (Grüne) will auf Angela Merkel (CDU) als Kanzlerin folgen. Eine Nachricht, die die Grünen in Werne freut. Sie erklären, warum Baerbock die richtige Kandidatin für das Amt ist.

Während der Streit um die Kanzlerkandidatur zwischen CDU und CSU öffentlichkeitswirksam ausgetragen wird, war es um die Kanzlerfrage bei den Grünen lange still. Entsprechend überraschend kam am Montagvormittag (19. April) auch die stille Entscheidung der Partei, die Vorsitzende Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin ins Rennen zu schicken.

Auch unter den Mitgliedern des Werner Ortsverbandes hatte die Nachricht um Annalena Baerbock am Montag schnell die Runde gemacht. Eine mit Spannung erwartete Frage sei nun beantwortet, sagt Fraktionssprecher Benedikt Striepens, der seit fast 40 Jahren den Grünen in Werne angehört. „Aus meiner Sicht ist das sehr erfreulich, dass es bei den Grünen so geräuschlos abgelaufen ist. Es gab die Alternative zwischen zwei sehr guten Kandidaten. Anders als bei der CDU, wo es um die Frage des kleineren Übels geht.“ Bei gleichwertiger Qualifikation zweier Kandidaten habe bei den Grünen die Frau den Vortritt, so Striepens.

Annalena Baerbock habe bundesweit einen guten Ruf, bei Parteimitgliedern umso mehr, so Striepens. Besonders für ihre Ausgleichs- und Konfliktfähigkeit sei sie bekannt. „Ich bin froh, dass sie das jetzt macht.“ Es gebe eine gute Chance, dass Baerbock bei den Bundestagswahlen ein gutes Ergebnis erzielen könne.

Dr. Eberhard Stroben: „Baerbock glänzt mit Faktenwissen“

Aber die Grünen von der Opposition ins Kanzleramt – kann das klappen? Ja, ist sich Striepens sicher. Schließlich habe sich die Partei von der Protestpartei zu einer, die etwas gestalten will, verändert. „Ich denke, dass der Zeitpunkt genau richtig ist.“ In Sachen Koalition blickt Striepens nach Baden-Württemberg mit schwarz-grüner Landesregierung oder nach Schleswig-Holstein, wo CDU, Grüne und FDP regieren. „Auch eine Ampel ist vorstellbar“, so Striepens.

„Wir sind natürlich nicht überrascht“, sagt Dr. Eberhard Stroben zur Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock. „Einer von beiden musste es werden.“ Und beide seien ebenbürtige Kandidaten. „Beide sind sehr gute Vertreter, aber Annalena Baerbock ist unserer Meinung nach energetisch, willensstark und hat eine klare Leitlinie was geht und was nicht geht. Sie kann auch integrieren, das ist auch wichtig an der Stelle. Ich schätze, dass sie mit Faktenwissen glänzen kann.“

Die Erfahrung Kanzleramt für die Grünen sei vergleichsweise neu. „Aber man kann an der Stelle wirklich was ausrichten“, sagt Stroben. Gerade mit dem Blick auf die derzeitigen Querelen in den Rängen von CDU und CSU sei das eine „offene Sache“. Für wen sich Striepens und Stroben persönlich entschieden hätten? „Beide sind unterschiedlich, aber in dem, was sie wollen, sehr klar und deutlich und wird von uns problemlos mitgetragen“, fasst es Stroben zusammen.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
Zur Autorenseite
Eva-Maria Spiller
Lesen Sie jetzt