In der Werner Innenstadt gibt es nach wie vor viele leerstehende Ladenlokale. Aber nicht mehr so viel wie noch vor einem halben Jahr. © Felix Püschner
Wirtschaft

Zahl der leerstehenden Ladenlokale in Werne ist laut Stadt deutlich gesunken

Im Dezember 2020 zählte die Wirtschaftsförderung der Stadt Werne noch 16 leerstehende Ladenlokale. Inzwischen ist diese Zahl deutlich gesunken. Auch dank eines Förderprogramms.

Leerstehende Ladenlokale zu vermitteln, ist keine einfach Sache. Erst recht nicht in Zeiten der Pandemie, in denen die Verunsicherung bei vielen Geschäftsleuten groß ist. Das hatte Immobilienmaklerin Kornelia Nordhoff kürzlich im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt. Vor allem die teils hohen Mieten, die Immobilieneigentümer von den Geschäftsinhabern verlangen, erschweren laut Nordhoff die Vermittlung. Das Ergebnis: Es bleibt bei leeren Schaufenstern in der Werner Innenstadt.

Ein bisschen Bewegung gab es aber trotz Corona-Krise. So zum Beispiel in der Steinstraße, wo in die ehemaligen Räumen des Kindermodengeschäfts „Coole Piraten“ eine Praxis für Logopädie, Physio- und Ergotherapie einzog. Auch die Grünen beseitigten mit dem Einzug ihres Parteibüros in ein Ladenlokal am Griesetorn einen Leerstand in der Innenstadt.

Nicht jedes leere Schaufenster in Werne ist ein Leerstand

Dennoch zählt die Stadt Werne immer noch 12 Leerstände, wie Philipp Cramer von der Wirtschaftsförderung auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. Im Dezember 2020 waren es noch 16. Bei der Zählung ist jedoch zu berücksichtigen, dass nicht jedes leere Schaufenster gleichbedeutend mit einem Leerstand ist. Die Stadt zählt hierzu – vereinfacht gesagt – Ladenlokale, in denen es aktuell und in absehbarer Zeit keinen Mieter gibt. Damit würden beispielsweise Immobilien aus der Zählung herausfallen, die gerade saniert werden und bei denen ein neuer Mieter quasi schon in den Startlöchern steht.

Dass auf der Homepage der Wirtschaftsförderung derzeit lediglich zwei innerstädtische freistehende Ladenlokale aufgeführt sind (Bonenstraße 11 und Steinstraße 45), hat einen anderen Hintergrund. Es handelt sich um Objekte, deren Eigentümer sich mit der Bitte an die Stadt gewandt haben, ihre Ladenlokale ins Bestandsverzeichnis aufzunehmen, um so die Chancen auf eine Vermittlung zu erhöhen.

In manchen Fällen ist dies von Erfolg gekrönt. Das liegt allerdings auch an dem Sofortprogramm des Landes NRW zur Stärkung der Innenstädte. Der Stadt Werne stehen hierdurch insgesamt 144.000 Euro zur Verfügung, um Interessenten ein flexibles Mietmodell anbieten zu können. Dieses verschafft potenziellen Mietern die Option, die Räumlichkeiten für einen begrenzten Zeitraum für lediglich 20 Prozent der Altmiete zu pachten. Vorausgesetzt, der Eigentümer der Immobilie spielt dabei mit.

In zwei Fällen ist dieses Modell bereits in die Tat umgesetzt worden, wie Cramer erklärt. „Es gab noch weitere Anfragen und Gespräche, aber die Geschäftsleute sind nach wie vor vorsichtig und wollen lieber noch etwas abwarten, bevor sie diesen Schritt gehen“, so der Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung. Gerne hätte man natürlich nicht nur Dienstleister, sondern vor allem auch Bekleidungsgeschäfte oder Bioläden. Denn die sind in der Regel größere Kunden-Frequenzbringer und sorgen für mehr Kaufkraft. Aber aktuell zeichne sich nicht ab, dass es zeitnah eine solche Ansiedlung in Werne gibt.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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