Die Zerstörungen in Ahrweiler sind noch überall zu sehen. Eine Gruppe aus dem Kreis Unna machte sich am vergangenen Freitag auf, um zu helfen. © Vehling
Flutkatastrophe

Wernerin in Ahrweiler: „Bei den Anwohnern flossen auch die Tränen“

Auch mehr als zwei Monate nach der Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz dauern die Aufräumarbeiten an. Die Wernerin Linda Vehling war vor Ort und berichtet, wie die Lage dort derzeit ist.

Zweieinhalb Monate ist es nun her, dass die Wassermassen über Ortschaften in NRW und in Rheinland-Pfalz hereinbrachen. Besonders betroffen war auch die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Aufräumarbeiten nach der Flut dauern immer noch an. Und so machte sich am Freitag (24. September) ein Bus vom Christlichen Klinikum Unna auf den Weg in die Krisenregion.

Mit dabei: Linda Vehling (31) aus Werne. Sie ist die Frau von Nicolas Vehling, Geschäftsführer von Vehling Reisen. Linda Vehling selbst arbeitet normalerweise – derzeit befindet sie sich in Elternzeit – auf der Intensivstation des Klinikums in Unna. Und so kam sie mit ihrer Stationsleiterin ins Gespräch: „Sie hat gesagt, dass sie das machen wollen und dann habe ich gesagt, wir sponsern den Bus.“

Mit dem Bus aus Unna nach Ahrweiler

Jeder habe irgendwas mit eingebracht: „Das Krankenhaus hat die Verpflegung gesponsert, der Busfahrer hat gesagt, der Kaffee und das Feierabendbier geht auf ihn“, so die 31-Jährige. Insgesamt 50 Personen, alles Mitarbeiter des Klinikums – nicht nur aus Unna, sondern auch aus weiteren Kliniken des Verbundes aus Soest und Werl- seien zusammengekommen, um zu helfen. Auch eine Ausbildungsklasse aus der Physiotherapie.

50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums in Unna halfen am Freitag in Ahrweiler.
50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums in Unna halfen am Freitag in Ahrweiler. © Vehling © Vehling

Um 6 Uhr trafen sich alle Helfer am Bus in Unna. Von da aus ging es zum Shuttle-Point in Grafschaft im Kreis Ahrweiler. „Von dem Shuttle-Point aus wird alles gemanagt. Dort bekommt man auch die Ausrüstung, wie Besen und Schaufeln.“ Wobei die Gruppe aus dem Klinikum Unna auch selbst Ausrüstung dabei hatte. „Wir haben Spenden aus dem Baumarkt bekommen, also Besen und Co. Das haben wir auch anschließend alles dort lassen dürfen.“

Die Leute vor Ort sind für jede Unterstützung dankbar, wie die Wernerin Linda Vehling berichtet.
Die Leute vor Ort sind für jede Unterstützung dankbar, wie die Wernerin Linda Vehling berichtet. © Vehling © Vehling

Vor Ort wurde die große Gruppe aufgeteilt. „An dem Tag gab es keine Aufgaben für 50 Personen auf einmal. Also haben wir uns auf drei Aufträge aufgeteilt.“

Vehling: „Es sieht noch sehr schlimm aus in den Straßen“

Für ihre Gruppe ging es zu Aufräumarbeiten in den Straßen des Stadtteils Ahrweiler. Die 31-Jährige beschreibt ihre Eindrücke von vor Ort: „Es sieht noch sehr schlimm aus in den Straßen. Allerdings sind die Häuser im Erdgeschoss mittlerweile größtenteils entkernt. Aber der Müll liegt an den Straßen. Das war dann unsere Aufgabe, den zu sortieren, denn er sollte noch am Wochenende abgeholt werden.“

Das Ausmaß der Zerstörung ist immer noch sichtbar.
Das Ausmaß der Zerstörung ist immer noch sichtbar. © Vehling © Vehling

Die Hilfsbereitschaft sei ungebrochen groß: „Wir waren die Minderheit, die morgens hin und abends wieder zurückgefahren ist. Viele übernachten dort vor Ort.“ Und jede helfende Hand sei auch weiter dringend nötig, so Vehling. „Besonders auch Leute, die ein bisschen Know-How mitbringen, die vielleicht helfen können bei der Elektrik oder irgendwann beim Verputzen werden dort glaube ich immer gebraucht.“

Und wie ist die Stimmung bei den Betroffenen? „Alle sind sehr freundlich und sehr dankbar“, so Vehling. „Da flossen teilweise auch die Tränen, weil sie es nicht fassen können, dass immer noch Leute kommen um zu helfen.“ Die Leute vor Ort würden nun auf eine schnelle Besserung ihrer Lage hoffen. „Sie sehen natürlich, dass viel passiert und das steigert die Hoffnung, dass sie es hinbekommen können. Sie sehen, dass sie nicht allein gelassen werden.“

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