An der Lünener Straße in Werne ist seit einigen Tagen eine Videokamera zu sehen. Nun ist klar, was hinter der Technik steckt. © Horst Löscher

Videokamera an Lünener Straße in Werne: Darum wird der Verkehr gefilmt

Seit einigen Tagen steht eine Videokamera an der Lünener Straße in Werne: Wird hier geblitzt? Die Technik, die noch länger dort stehen wird, hat eine andere Funktion und löst ausnahmsweise Mitarbeiter ab.

Ein Messgerät ist seit einigen Tagen an der Lünener Straße in Werne stadteinwärts am Fahrbandrand zu sehen. Wird hier nun etwa regelmäßig kontrolliert, ob hier zu schnell gefahren wird? Es handelt sich nicht um einen Blitzer, wie eine Anfrage bei dem zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW ergab. Stattdessen hat die Technik eine ganz andere Funktion.

Mit dem sogenannten Seitenradargerät, das Straßen NRW durch eine Fachfirma am 7. April (Mittwoch) hat aufstellen lassen, wird der Verkehr an dieser Stelle dokumentiert. „An dieser Stelle wird der gesamte laufende Verkehr im Zuge der fünfjährigen, bundesweiten Verkehrszählung aufgezeichnet“, erklärt Nadia Leihs, Medienbeauftragte von Straßen NRW.

Technik statt Mitarbeiter kommt an Lünener Straße in Werne zum Einsatz

Eigentlich sollte die Aktion bereits in 2020 stattfinden. Allerdings sorgte die Corona-Krise für eine Verschiebung. Und dafür, dass die Technik statt ein Mitarbeiter hier zum Einsatz kommt. „Die von uns beauftragte Firma hat in der Corona-Krise Schwierigkeiten, Personal zu finden. Deshalb werden an einigen Stellen stattdessen Kameras aufgestellt“, so Nadia Leihs. So ist es auch an der Lünener Straße, etwa 200 Meter vor der Rochuskapelle.

Die Technik, die Leser Horst Löscher entdeckt hat, wird noch einige Tage an der Lünener Straße zu sehen sein.
Die Technik, die Leser Horst Löscher entdeckt hat, wird noch einige Tage an der Lünener Straße zu sehen sein. © Horst Löscher © Horst Löscher

Zu bestimmten Stoßzeiten und für einen gewissen Zeitraum, so Nadia Leihs weiter, werden die Arten und Anzahl der Fahrzeuge – egal, ob Pkw, Lkw oder Zweirad – gezählt. Noch bis zum 19. April (Montag) wird die Videokamera den Verkehr auf der Landesstraße dokumentieren. Dabei werden die Kennzeichen der Fahrzeuge nicht registriert, so Leihs. Nach der Auszählung würden die Daten wieder gelöscht werden.

Mehr als 7700 Messstellen für die Straßenverkehrszählung

Das Material, das die Videokamera knapp zwei Wochen aufzeichnet, wird von Mitarbeitern am heimischen Computer ausgewertet, erklärt Nadia Leihs weiter. Mit den Daten möchte der Landesbetrieb Straßen NRW Erkenntnisse über die aktuelle Verkehrsbelastung gewinnen, um die künftige Straßenentwicklung besser planen zu können. Sie dienen gleichzeitig als Grundlage für Lärm- und Emissionsberechnungen.

Für die aktuelle Straßenverkehrszählung misst der Landesbetrieb Straßen NRW an mehr als 7700 Zählstellen in Nordrhein-Westfalen den Verkehr. Der Verkehr wird dabei unter anderem auf mehr als insgesamt 4400 Kilometern Bundesstraßen und mehr als 13.000 Kilometern Landesstraßen wie jetzt an der Lünener Straße in Werne gemessen. Die Ergebnisse der Verkehrszählung sollen laut Straßen NRW im Herbst 2022 vorliegen und wohl ab 2023 später auch im Internet unter www.nwsib-online.nrw.de abrufbar sein.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek