Selbst ganze Brötchen werfen Menschen den Enten hin, die damit natürlich nichts anfangen können. Aber vielleicht die Ratten. © Jörg Heckenkamp (A)
Kolumne Klare Kante

Unbewusst vom Tierfreund zum Tierquäler

Wer Tiere füttert, tut etwas Gutes? Das gilt nur bedingt, zum Beispiel bei einigen Vogelarten im Garten. Bei Tauben sieht das schon anders aus. Richtig übel wird‘s bei Enten und Gänsen am Stadtsee.

Wer kennt die Sätze nicht? „Die Kinder füttern doch so gerne die Enten“ oder „Ach, das Schild habe ich gar nicht gesehen“ – klassische Antworten von Erwachsenen, die meist bröckchen-, bisweilen aber tütenweise Brot an und in den Stadtsee in Werne schaufeln.

Ich nehme den vermeintlichen Tierfreunden grundsätzlich ihre gut gemeinte Motivation ab. Auch wenn dem einen oder anderen vielleicht der zaghafte Gedanke kommen mag, dass das nicht unbedingt sinnvoll ist. Aber wenn die Tierchen doch so gierig nach den Brocken schnappen, wird schon alles richtig sein, oder?

Entenfüttern ist aus diversen Gründen falsch

Nein, ist es nicht. Ganz im Gegenteil. Es ist aus diversen Gründen falsch. Ganz oben auf der Liste gegen das Zufüttern steht die Tatsache, dass die Tiere trotz des gierigen Schnappens Schaden nehmen. Die Tierschutz-Organisation WWF Deutschland schreibt etwa in ihrem Blog: „Brot oder Gebäck ist aber für die Enten ungesund. Es lässt den Magen aufquellen und enthält zu viel Salz oder Zucker.“ Gut gemeint ist in diesem Fall schlecht gemacht.

Besonders schlimm finde ich, dass Eltern im Schatten der beiden Verbotsschilder am Stadtsee dem Nachwuchs ein grundsätzlich falsches Verhalten unter dem Deckmäntelchen der Tierliebe beibringen.

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Jörg Heckenkamp

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