Spende einer Privat-Stiftung befördert Museum Werne in die Neuzeit

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Zwei Frauen und ein Mann haben einen Scheck in der Hand.
Theodor Jurek zusammen mit der Vorsitzenden des Museumsfördervereins Heidelore Fertig-Möller (l.) und Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer © Luca Vazgec
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Auch das Vergangene kann sich noch ändern, wenn man es anders darstellt – das können die Besucher des Stadtmuseums voraussichtlich ab November 2022 erfahren. Dann soll die Sanierung des ersten Stockwerkes, die das NRW-Bauministerium seit 2019 unterstützt, abgeschlossen sein. Die Geschichte Wernes erscheint durch sogenannte Hands-On-Stationen interaktiv und spielerisch in neuem Licht.

Dieses Projekt unterstützt finanziell einerseits der Förderverein des Museums, aber auch die Stiftung des ehemaligen Werner Ratsmitglieds Theodor Jurek. Die hat schon viele kulturelle und soziale Projekte in Werne bezuschusst und finanziert nun die Modernisierung des Museums mit 2.000 Euro.

Stiftung fördert Projekte in Werne seit 2002

Mehr als 14.000 Euro hat Theodor Jureks Stiftung in 20 Jahren für gemeinnützige Projekte gespendet, für Kultur, Soziales, Senioren und Jugend. Dabei war dem 89-jährigen, der 2002 den Erlös aus dem Verkauf eines Hauses in eine Stiftung überführte, der lokale Bezug besonders wichtig: „Die Förderungen sollen über Werne nicht hinausgehen“, erklärt Jurek. Auch habe er, der selbst kinderlos ist, so seine eigene Spur in Werne hinterlassen wollen.

Das spielerische Museumskonzept, bei dem die Besucher selbst aktiv werden und so einen anderen Zugang zur Geschichte bekommen, habe ihn besonders überzeugt: „Das Interaktive war der Hauptgrund für die Unterstützung“, so Jurek.

Zusammen mit den 4.500 Euro, die der Förderverein des Museums auf seiner Jahreshauptversammlung für die Modernisierung bewilligt hat, stehen nun genug finanzielle Mittel zur Verfügung. Das freut Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer: „Ohne diese Unterstützung wäre die Modernisierung nicht möglich gewesen.“

Eine Baustelle im Museum.
Seit 2019 läuft die Sanierung des Obergeschosses im Stadtmuseum. © Felix Püschner

Der Förderverein sei aber gerade für Ausgaben für Museumspädagogik und insbesondere für Kinder und Jugendliche sehr offen und bewillige auf diesem Gebiet alle Projekte, sagt die Museumsleiterin. „Erwachsene benutzen die Hands-on-Stationen aber auch sehr aktiv.“

Museumspädagogik hat sich verändert

Die alte Dauerausstellung stammt aus den späten 1970er-Jahren und lockte zuletzt immer weniger Besucher ins Museum – diese aktiv in Interaktionen einzubinden ist für eine moderne Museumsgestaltung wichtiger als die bloße Vermittlung von Informationen.

In Zukunft sollen vor allem Themen der jüngsten Geschichte behandelt werden, die bisher zu kurz gekommen seien, so Museumsleiterin Döhrer: die Weltkriege und die Nachkriegszeit. Das sieht auch die langjährige Museumsleiterin Heidelore Fertig-Möller so, die 2016 von Döhrer abgelöst wurde und mittlerweile Vorsitzende des Museumsfördervereins ist: „Es ist gut, dass jemand, der jünger ist, eigene und moderne Akzente setzt“.