Eva Lis (35) ist in der 23. Schwangerschaftswoche. Derzeit beschäftigt sie sich vor allem mit der Suche nach dem richtigen Entbindungsort. © Privat
Schwanger im Lockdown

Schwanger im Lockdown: Die Suche nach dem richtigen Entbindungsort

Eva Liss (35) aus Werne ist schwanger. Wie die Schwangerschaft im Lockdown verläuft, darüber spricht sie mit uns in dieser Serie. Thema heute: die Suche nach dem richtigen Entbindungsort.

Eigentlich stand für Eva Liss (35) aus Werne schon alles fest: Ihr zweites Kind sollte im Geburtshaus in Werne zur Welt kommen. „Weil ich dort mit einer Hebamme zusammenarbeite, die wundervoll ist“, sagt die 35-Jährige, die derzeit in der 23. Schwangerschaftwoche ist. In der vertrauten Atmosphäre falle es ihr leicht, alles auszublenden. Und: Hier kann der werdende Vater bei den Terminen mit dabei sein. Und „schonmal das Herzchen schlagen hören. Das geht ja beim Frauenarzt nicht“, so Liss.

„Für mich war von vorn herein klar: Hier möchtest du entbinden“, sagt Eva Liss über das Geburtshaus. Hier könne sie sich voll uns ganz auf das Kind konzentrieren. „Die Erfahrungen mit meinem Sohn vor 10 Jahren waren ganz anders. Ich war im Krankenhaus und war schon drei Tage vorher da. Die Geburt wurde drei Tage eingeleitet, ich hatte drei Tage Wehen. Das möchte man nicht nochmal durchmachen“, so die 35-Jährige. Nun habe sie eine andere Erwartungshaltung.

Beim letzten Ultraschall stellten Ärzte Placenta praevia fest

Zwei Kliniken hat sich Liss besonders angeschaut: das Klinikum in Lünen und das Katharinen-Hospital in Unna. „Die Klinik in Lünen wäre vom Weg schöner, aber da sind recht wenige Infos zu finden, auch was das Besuchsrecht angeht“, so Liss. Die Kliniken entscheiden unter den Coronaschutzauflagen selber, ob sie ausschließlich eine Mutter ins Krankenhaus zulassen oder ob auch eine Bezugsperson – etwa der Vater – die Entbindende besuchen darf. „Das Katharinen-Hospital ist da super gut strukturiert. Alle wichtigen Fragen werden geklärt“, sagt Liss. Beim Lüner Krankenhaus werde sie noch einmal telefonisch nach den Informationen nachfragen.

In der Unnaer Klinik werde beispielsweise auch darauf hingewiesen, dass der werdende Vater bei der Geburt anwesend sein könne und auch Besuchsrecht habe. „Was ich ganz toll finde, ist dass das Hospital zwei Mal im Monat über Instagram eine Kreissaalführung macht. Das nimmt einem viele Ängste.“ Unklar sei ihr allerdings noch, ob während der Geburt eine Maskenpflicht bestehe.

Geburt mit Hebamme, ambulant oder doch stationär?

Falls die Plazenta doch noch hoch rutscht, dann ist eine Geburt ohne medizinische Unterstützung im Geburtshaus noch möglich. Auch wenn diese Idee für ihren Partner vor dem Hintergrund dieser Diagnose ganz nach hinten gerückt sei, so Liss. Ihr Partner sei in dieser Sache sehr besorgt.

Bleibt jedoch noch ein Restrisiko bestehen, dann besteht für Eva Liss noch die Möglichkeit, ambulant in einer Klinik zu entbinden – auch, um eine Verblutung oder einen Sauerstoffmangel des Kindes zu vermeiden. Hier werde sie für maximal 24 Stunden überwacht. „Wenn alles gut ist, dann darf man nach Hause“, so die 35-Jährige. „Wenn es dann noch Probleme gibt, dann würden sie mich dabehalten.“

Doch die Hoffnung auf die Entbindung im Geburtshaus hat Liss noch nicht aufgegeben: „Tatsächlich bin ich noch entspannt und zuversichtlich, dass das doch noch klappt“, sagt Eva Liss. „Ich lasse es mir aber auch nicht nehmen, mich da trotzdem vorzubereiten.“

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller
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