Die Jugendhilfe Werne will eine Förderschule für Werne und den Südkreis Coesfeld gründen. Eigentlich sollte es schon zum kommenden Schuljahr losgehen. © picture alliance / dpa
Jugendhilfe Werne

Neue Förderschule sollte im Sommer starten – doch noch fehlt jede Spur

Die private Förderschule der Jugendhilfe Werne sollte eigentlich in diesem Sommer an den Start gehen. In Werne und im Südkreis Coesfeld. Doch noch ist davon nichts zu sehen. Ist das Projekt gestorben?

Schon zum Schuljahr 2021/2022 wollte die Jugendhilfe Werne eine private Förderschule an den Start bringen. Mit zwei Standorten – einem in Werne und einem weiteren im Südkreis Coesfeld. Ein Vorhaben, mit dem die Initiatoren nicht durchweg auf Begeisterung stießen. Das sei in Sachen Inklusion ein Rückschritt, merkte manch ein Skeptiker an. Und beim Kreis Coesfeld empfand man den Plan zunächst nicht als Ergänzung, sondern eher als Bedrohung der aktuellen Schullandschaft.

Aber es gab auch Zustimmung. Vor allem von Seiten derjenigen, die den Schulalltag täglich erleben. Die attestierten größtenteils einen deutlichen Bedarf nach einer solchen Schulform. Jetzt, im Juli 2021, fehlt von der Förderschule allerdings noch jede Spur. Lange war von dem Projekt nichts zu hören. Heißt das etwa, dass es inzwischen gestorben ist?

Gespräche mit Lehrern und Ämtern waren kaum möglich

Uwe Schenk, der offiziell Ende des Monats die Geschäftsführung der Jugendhilfe Werne in die Hände seiner beiden Nachfolger gibt, schüttelt den Kopf. Nein, man verfolge die Pläne für eine private Förderschule nach wie vor. Und dass das Projekt ins Stocken geraten ist, habe auch nichts mit den Einwänden der Skeptiker zu tun. Es habe schlichtweg an der Pandemie gelegen.

„Wir waren bis in den Herbst hinein damit beschäftigt, zu schauen, wie wir selbst in unseren Wohngruppen mit der Situation umgehen. Alles drehte sich nur um Corona. Und das war natürlich auch bei allen Schulen, Ämtern und Behörden, mit denen wir sprechen wollten, der Fall“, erklärt Schenk auf Anfrage unserer Redaktion.

Man habe schnell gemerkt, dass man bei vielen Anfragen derzeit einfach nicht weiterkomme. Zum Beispiel, wenn es um die Wahl der Gebäude für die beiden Standorte geht oder um Personalgespräche mit potenziellen zukünftigen Lehrkräften: „Wir hatten anfangs auch gehofft, wir könnten das in Teilen nebenbei erledigen. Aber das hat nicht geklappt.“

Nun habe man eine Mitarbeiterin aus den eigenen Reihen komplett für das Projekt freigestellt. Ende 2020 habe man zudem eine Beratungskanzlei mit ins Boot geholt. Und schon da sei klar gewesen, dass eine Eröffnung zum Schuljahr 2021/22 völlig unrealistisch ist.

Start ist nun für das Schuljahr 2022/23 geplant

„Egal, wie viel Energie wir da reingesteckt hätten – es hätte nicht geklappt“, sagt Schenk. Das bedeutet aber nicht, dass man jetzt erst einmal die Füße hochlegt. Im Gegenteil. Längst gebe es Arbeitsgruppen, die sich unter anderem mit dem pädagogischen und dem Gebäudekonzept beschäftigen. Es habe auch bereits Gebäudebesichtigungen gegeben. Und man habe sogar schon einen Favoriten im Auge.

Um welches Gebäude es sich dabei handelt, soll jedoch erst nach den Sommerferien bekanntgegeben werden. Die Eröffnung der neuen Förderschule ist aktuell für das Schuljahr 2022/23 geplant.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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