Mal was Neues. RN-Redaktionsleiter Jörg Heckenkamp testet ein chopper-ähnliches Dreirad. © Debra Weiser
Selbsttest

Mit Video: So fährt sich das Spaß-Mobil aus Werne mit drei Rädern

Die Fahrräder, die man im Leben so fährt, ähneln sich in der Regel. Nun hatte ich die Gelegenheit, ein ganz besonderes Zwei-, äh..., Drei-Rad zu testen. Ein Erlebnis der besonderen Art.

Meist fährt man im Leben ähnliche Fahrradtypen. Vielleicht schwenkt der ein oder andere mal vom Rennrad aufs Mountainbike um. Oder vom geländetauglichen ATB auf ein City-Rad. Doch das Grundprinzip – höhere Rahmen, zwei Räder – bleibt. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, mal einen ganz anderen Typ aus dem Feld der Fahrräder Probe zu fahren. Ein chopper-artiges Dreirad.

Der ersten Eindruck. Man sitzt deutlich tiefer als sonst. Zwar hat der Beach-Cruiser, wie sich das schicke Teil nennt, noch einen normalen Sattel. Aber die Sitzposition schwankt irgendwo zwischen Liege- und normalem Rad. Ungewohnt auch die Pedal-Position. Das Tretlager liegt weit vorne, um den Charakter des Choppers beziehungsweise Cruisen zu unterstreichen. Piloten mit kurzen Beinen hätten Schwierigkeiten.

Das 60 kg schwere Gefährt lässt sich erstaunlich leicht bewegen.
Das 60 kg schwere Gefährt lässt sich erstaunlich leicht bewegen. © Debra Weiser © Debra Weiser

Nächster Eindruck: Obwohl das Gefährt mit 60 Kilogramm sauschwer ist, lässt es sich leicht in Bewegung setzen und halten. Anstiege möchte ich damit aber nicht bewältigen müssen. Auf meiner Probefahrt habe ich von den sieben Gängen der Nabenschaltung gerade einmal die drei untersten genutzt.

Gewöhnungsbedürftig ist die Sache mit dem Gleichgewicht. Ein Zweirad kippt unter anderem deshalb nicht um, weil der Fahrer unbewusst durch Gewichtsverlagerungen und Gegensteuern ständig mitarbeitet. Das ist bei einem Dreirad ganz anders. Aber der Gewöhnungseffekt, nicht umkippen zu können, setzt schnell ein.

Nächste Besonderheit: Der große Wendekreis des Beach-Cruisers. Hierbei sind die für den Antrieb notwendigen langen Beine im Wege. Auch will die Wende gut geplant sein, da sie doch einiges an Raum in Anspruch nimmt. Auf der anschließenden Gerade nimmt das schwere Gefährt dann wieder erstaunlich schnell Fahrt auf.

Letzte Übung: das Absteigen. Wer als Mann schwungvoll das Rechte Bein nach hinten bewegt, stößt direkt gegen die breiten Reifen. Ja, die Geometrie eines Dreirades ist doch ganz anders als die des konventionellen Bikes.

Fazit: Der Beach-Cruiser vermittelt mit der langen Gabel und den beiden Hinterreifen das Gefühl, auf einem Chopper zu sitzen. Es lässt sich erstaunlich gut bewegen und der Pilot, so er etwas Erfahrung im Umgang mit Rädern hat, kann sich schnell auf die ungewohnte Sitzposition und die besagten Begleiterscheinungen einstellen. Doch ein Alltags-Rad kann dieser auffällige und schöne Cruiser nicht ersetzen. Es ist halt ein Spaß-Mobil.

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Jörg Heckenkamp

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