Schnell und vor Ort: Sarah Tönjann (16) ist eine von wenigen Jugendlichen, die sich am mobilen Impfzentrum in Werne haben impfen lassen. Auch am Samstagmorgen ist die Impfung vor dem Stadthaus Werne noch möglich. © Andrea Wellerdiek
Mit Video: Impf-Aktion in Werne

Mit Video: Mobiles Impfzentrum in Werne – nur wenige Jugendliche nutzen Angebot

Kurzfristig, ohne Termin und vor Ort - viele Bürger haben das mobile Impfzentrum in Werne dankend angenommen. Darunter waren aber nur wenige Jugendliche. Das soll sich am Samstag möglichst ändern.

Wahrscheinlich im September hätte Sarah Tönjann ihre erste Impfung bekommen. Erst dann wäre die 16-Jährige bei ihrem Kinderarzt an die Reihe gekommen. So lange wollte die Wernerin aber nur noch ungern warten. „Meine Freunde sind eigentlich schon alle geimpft“, sagt sie. An diesem Freitagmorgen (23. Juli) bekommt sie auch ihre erste Impfdosis – und zwar im mobilen Impfzentrum, das erstmals vor dem Stadthaus in Werne steht.

Auch ihre gesamte Familie sei schon geimpft. „Jetzt muss nur noch sie es hinter sich bringen“, sagt Mutter Silke Tönjann über ihre Tochter. Weil sie nicht immer mobil sei, sei es schwieriger gewesen, mit der Tochter ins Impfzentrum nach Unna zu fahren. Als sie dann durch einen Artikel in der Zeitung davon erfahren hatten, dass man sich in Werne impfen lassen kann, war klar, dass sie dieses Angebot nutzen würden.

Sarah möchte sich mit der Impfung vor allem selbst, aber auch ihre Mitmenschen, schützen. Dazu zählt etwa die 84-jährige Großmutter, die mit im Haus wohnt. Zudem sei man dann für Urlaubsreisen, die die Familie zuletzt verschieben musste, besser gerüstet.

Nur wenige Jugendliche im mobilen Impfzentrum in Werne

Sarah Tönjann ist eine der wenigen Jugendlichen, die sich an diesem Tag im mobilen Impfzentrum in Werne impfen lassen. „Bei der Generation ist das leider nicht selbstverständlich. Dabei sind die Jugendlichen besonders im Risiko“, sagt Sylvia Stadtmann, Mitarbeiterin im Impfzentrum des Kreises Unna. Sie hofft, dass Jugendliche die Angebote in den mobilen Impfzentren besser annehmen. Ab 16 Jahren ist das möglich – auch am Samstag (24. Juli) von 9 bis 13 Uhr vor dem Stadthaus in Werne.

Vor der Impfung zeigt Sarah Tönjann ihren Ausweis und die Versichertenkarte vor.
Vor der Impfung zeigt Sarah Tönjann ihren Ausweis und die Versichertenkarte vor. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

Einen Termin benötigt man nicht. Unterlagen wie Personalausweis, Versichertenkarte und gegebenenfalls Impfausweis müssen mitgebracht werden. Minderjährige sollten eine formlose Einwilligungserklärung eines Erziehungsberechtigten und eine Kopie dessen Personalausweises mitbringen. Oder sie bringen den Erziehungsberechtigten gleich mit, so wie es Sarah Tönjann gemacht hat, die ihren ersten Piks mit Biontech nun bekommen hat.

Stolz zeigt sie ihre Impfmappe, auf der nun auch der zweite Termin steht: 20. August. Die zweite Impfung kann wieder in Werne oder im Impfzentrum erfolgen. Die 16-Jährige wird dann wohl wieder das Angebot im mobilen Impfzentrum vor Ort annehmen, sagt sie.

Lukas Chronz verimpft eine Dosis Biontech bei der 16-jährigen Sarah Tönjann.
Lukas Chronz verimpft eine Dosis Biontech bei der 16-jährigen Sarah Tönjann. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

Niemand wird am Impfzentrum abgewiesen

Die Chance, sich innerhalb weniger Minuten vor Ort impfen zu lassen, haben am ersten von zwei aufeinanderfolgenden Terminen bereits viele Bürgerinnen und Bürger genutzt. Schon vor der Eröffnung hätten sich einige Interessenten eingefunden, erzählt Claudia Burger-Sassen von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und Koordination des mobilen Impfzentrums. Eine Stunde später zählte das achtköpfige Team 20 Impfungen, kurz vor dem Ende der Öffnungszeiten 72 Impfungen.

Für bis zu insgesamt 75 Impfungen ist man an diesem Freitag vorbereitet, wie Burger-Sassen erklärt. Wenn die Dosen – 50 des Vakzins Biontech und 25 des Vakzins Moderna – aufgebraucht seien, müsste aber niemand abgewiesen werden.

Man könne aus dem Impfzentrum immer weiteren Impfstoff nachordern, erklärt die KVWL-Mitarbeiterin. Wenn Dosen im mobilen Impfzentrum in Werne übrigbleiben sollten, würden diese wiederum zum Impfzentrum nach Unna gebracht.

Großer Andrang am mobilen Impfzentrum in Werne: Schon nach einer Stunde hatten sich 20 Bürgerinnen und Bürger hier impfen lassen.
Großer Andrang am mobilen Impfzentrum in Werne: Schon nach einer Stunde hatten sich 20 Bürgerinnen und Bürger hier impfen lassen. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

Es werde keine Dosis verschwendet, sagt Burger-Sassen. So sind beispielsweise je Fläschchen sechs Biontech-Dosen möglich. Nicht mal eine wird übrig bleiben. „Zur Not halte ich die Autos an“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Recht spontan ist die Impfung generell möglich.

Rechnet man eine mögliche Wartezeit heraus, dauert das Prozedere mit dem Ausfüllen einiger Unterlagen, dem Aufklärungsgespräch und der Impfung an sich etwa sieben Minuten, schätzt die Expertin. Danach sollte man noch zehn Minuten für die Nachbeobachtung vor Ort bleiben. Das konnte Sarah Tönjann am Freitag bei Sonnenschein machen und sie und viele andere Geimpfte denken sich dabei wohl nur eins: „Hauptsache endlich geimpft!“

Das Team um Koordinatorin Claudia Burger-Sassen (3.v.l.) kümmert sich um einen schnellen und reibungslosen Ablauf der Impfungen vor dem Stadthaus.
Das Team um Koordinatorin Claudia Burger-Sassen (3.v.l.) kümmert sich um einen schnellen und reibungslosen Ablauf der Impfungen vor dem Stadthaus. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek
Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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