„Fährt auch ohne E-Motor-Unterstützung super", sagt André Petzak über sein erst acht Monate altes Mountain-Bike. © Jörg Heckenkamp
Radfahren in Werne

Mit Video: André Petzak aus Werne: „Ich bin ein Schönwetter-Fahrer“

André Petzak fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit von Werne nach Hamm. Eine Strecke von 15 Kilometern. Er sagt von sich: „Ich bin ein Schönwetter-Fahrer.“ Das hat seine Gründe.

André Petzak ist mit seiner Familie vor drei Jahren nach Werne gezogen. In eine schöne Bestandsimmobilie im Baugebiet am Bellingholz. Vorher wohnte und arbeitete er in Hamm. Doch mit dem Fahrrad ist er damals selten zum Job gefahren. Auch dafür gibt es Gründe.

„Früher war ich sehr sportlich“, sagt der 34-Jährige. Unter anderem war er begeisterte Schwimmer. Doch im Laufe der Jahre schränkten berufliche Verantwortung und seine Familie die Zeit für den Freizeitsport ein. Da kam Petzak die Idee, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.

Wenn er sich selbst mit einem Augenzwinkern als „Schönwetter-Fahrer“ bezeichnet, hat das seine Gründe. „Mein Arbeitstag ist in der Regel eng durchgetaktet.“ Wenn er auf der Hinfahrt in einen Schauer käme, „dann würde es zu lange dauern, bis ich mit ‚arbeitsfein‘ gemacht habe“, sagt der kaufmännische Angestellte. Außerdem habe er ab und an Kundenkontakte.

Immerhin trotzt er an den Rad-Tagen der morgendlichen, automobilen Versuchung. Denn Petzak bringt in der Regel morgens zunächst seine beiden Töchter mit dem Auto in die Kita („Meine Frau fängt eher an zu arbeiten.“). Dann fährt er zurück, wechselt den PKW gegen das Zweirad und macht sich auf die 15 Kilometer lange Strecke. Zwischen 35 und 45 Minuten kalkuliert er dafür ein. Eher gemächlicher auf dem Hin-, ambitionierter auf dem Rückweg.

Kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten macht der 34-Jährige selbst. Dafür hat er sich eigens ein Werkzeug-Set zugelegt.
Kleinere Reparaturen und Wartungsarbeiten macht der 34-Jährige selbst. Dafür hat er sich eigens ein Werkzeug-Set zugelegt. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Den sportlichen Aspekt des Fahrradfahrens genießt er dann auf der Rückfahrt. „Ich finde es super, mich nach Feierabend aufs Rad zu schwingen und nach Hause zu fahren.“ Da darf dann auch mal der Schweiß auf der Stirn stehen. Alles in allem dürfte er die Hälfte der Arbeitstage im Jahr mit dem Radl unterwegs sein. „Im Sommer mehr, im Herbst und Winter selbstverständlich weniger.“ Wie gesagt: Schönwetter-Fahrer.

André Petzak ist nicht der Einzige in der vierköpfigen Familie, der sich in den Sattel schwingt. Ehefrau Elisa (33) ist vom Radeln ebenso begeistert wie Tochter Hannah (5). „Sie hat seit Weihnachten ein neues Rad und fährt auch schon längere Strecken mit uns.“ Etwa zu den Großeltern nach Bockum-Hövel oder zur Eisdiele nach Lünen. Die zweieinhalbjährige Helen nimmt im Kindersitz auf Mamas Rad Platz.

Drei Räder, vier Familienmitglieder. Die jüngste Tochter der Petzaks fährt im Kindersitz auf Mamas Rad mit.
Drei Räder, vier Familienmitglieder. Die jüngste Tochter der Petzaks fährt im Kindersitz auf Mamas Rad mit. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Bis zu Beginn des Jahres nutzte das Ehepaar Petzak „die geliehenen Fahrräder von den Eltern“, sagt der 34-Jährige. Anfang des Jahres fiel dann die Entscheidung, befeuert durch ein „Job-Rad-Leasing“ des Arbeitgebers, sich neue Zweiräder anzuschaffen. André Petzaks Augen leuchten, wenn er von seinem hochwertigen „Mountain-Bike mit Carbon-Rahmen“ erzählt.

Es handelt sich zwar bei beiden um E-Bikes, doch dem sportlichen Familienvater war wichtig, dass sein Pedelec auch ohne Motor-Unterstützung gut zu fahren ist. Das tut es, wie er versichert. Konsequenz: „So häufig schalte ich den E-Motor gar nicht dazu.“

Familie unternimmt gerne Radtouren

Das Fahrrad dient nicht nur als umweltfreundliches und sportliches Transportmittel für den Weg zur Arbeit. „Wir fahren auch so viel mit unseren Rädern“, sagt er. Da er beruflich im Bereich des Maschinenbaus tätig ist, sind ihm technische Dinge nicht fremd. Auch nicht an seinem Rad. „Ich hatte schon zwei Mal einen Platten, so etwas kann ich selbst reparieren“, sagt Petzak und zeigt das eigens fürs neue Rad angeschaffte Werkzeug-Set.

Er verstaut das Werkzeug wieder an dem angestammten Platz. Dann greift er zum Helm („Trage ich immer. Aus Sicherheitsgründen, aber auch wegen der Vorbildfunktion für die Kinder.“), schnappt sich sein Rad und dreht erst einmal eine Runde.

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Jörg Heckenkamp

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