Rebekka Kämpfe aus Werne tritt für Die Linke als Direktkandidatin im Wahlkreis Unna II an. Links der Abgeordnete Michael Thews (SPD). © Jörg Heckenkamp
Bundestagswahl 2021

Linke Polit-Amateurin aus Werne punktet mit Engagement und Überzeugung

Sie hat keine Chance, aber die wird sie nutzen - getreu diesem Motto stieg Rebekka Kämpfe für die Linken in die Wahlkampfarena dieses Medienhauses. Eine Amateurin, die sich wacker schlug.

Dieses Medienhaus hatte die Direktkandidaten des Wahlkreises Unna II in die Wahlkampfarena geladen. Fünf Bewerber fanden sich Donnerstagabend im Bürgerhaus Selm ein, um vor Publikum und im Live-Stream der Ruhr Nachrichten zu verschiedenen Themen zu diskutieren. Einzige Bewerberin aus Werne: Rebekka Kämpfe. Die 33-Jährige tritt für die Linke an. Sie schlug sich wacker.

18.50 Uhr am Donnerstag, 26. August 2021, im Bürgerhaus Selm. Noch zehn Minuten bis zur Live-Übertragung. Rebekka Kämpfe sitzt rechts außen, aus Sicht des Publikums. Aus ihrer Sicht sitzt sie, politisch korrekt, ganz links außen. Und diese Position trägt sie im Laufe des gut eineinhalbstündigen Polit-Abends mit Engagement und Überzeugung vor.

Las als einzige Kandidatin ihr Eingangs-Statement vom Blatt ab.
Las als einzige Kandidatin ihr Eingangs-Statement vom Blatt ab. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Doch Engagement und Überzeugung können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wernerin im Vergleich zu den drei Kandidaten von SPD, CDU und Grünen wie eine Polit-Amateurin wirkt. Nur der FDP-Vertreter wirkt ähnlich nervös wie sie. Rebekka Kämpfe ist denn auch die einzige aus dem Quintett, die ihr dreiminütiges Eingangs-Statement vom Blatt abliest. Aber immerhin mit lauter Stimme und Überzeugung. Was Sitznachbar Michael Thews von der SPD leise sticheln lässt: „Das ist schon ein Manifest gewesen.“ Das kommunistische?

Kämpfe vertritt in der Tat ganz klare linke Positionen. Sie setzt sich für diejenigen ein, die wenig haben. Genährt aus eigenen Erfahrungen als Studentin an der FH Dortmund (angewandte Sozialwissenschaften) und Mutter einer Tochter. Beim Thema Wohnen entgegnet sie dem CDU-Vertreter Arnd Hilwig, der mehr Bautätigkeiten fordert: „Was ist mit den 2 Millionen Wohnungen, die leer stehen?“ Warum man die nicht aktiviere, will sie wissen. Schließlich würden die doch wohl als Spekulations-Objekte missbraucht.

„Nahverkehr für alle umsonst“

Zum Tempolimit auf bundesdeutschen Autobahnen hat sie eine klare Meinung: „120 km/h.“ Ebenso zum öffentlichen Nahverkehr. „Ausbauen und umsonst für alle, das wäre eine echte Alternative zum Auto.“ Beim Thema 2. Gleis zwischen Lünen und Münster ist sie nicht sehr optimistisch, dass das in absehbarer Zeit passieren kann.

Kämpfe ist nicht in allen Polit-Feldern sattelfest. Gleicht ihre Unkenntnis aber mit Engagement und Einsatzfreude aus. Als sie ihre Chancen bewerten soll, es als Direktkandidaten nach Berlin zu schaffen, antwortet sie offen und ehrlich: „Wir werden kein Direktmandat holen.“ Man merkt, sie ist eine eine Polit-Amateurin.

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Jörg Heckenkamp

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