Das waren noch Zeiten: Marcus Kocha, Partnerin Rabea Bomholt und das Team kurz nach der Neueröffnung im Oktober 2016. © Helga Felgenträger (A)
Gastronomie in Werne

In Wernes Traditionskneipe bahnt sich ein Wechsel an – oder ein Leerstand

In einer der bekanntesten Werner Traditions-Gaststätten kommt es zu einem Wirte-Wechsel. Die Suche nach einer Nachfolge-Regelung gestaltet sich schwierig. Droht ein Leerstand?

Generationen von Wernern trinken hier in der zentral gelegenen Traditionskneipe ihr Bier. Sie spielen Karten oder gehen auf der Kegelbahn in die Vollen. Im Laufe der Jahre kamen Piano-Café und größere Speisekarten hinzu. Nun hört Wirt Marcus Kocha nach fünf Jahren auf.

Der Eigentümer der Immobilie und Namensgeber besagter Lokalität, Paul Fränzer, bestätigt: „Das Vertragsverhältnis mit Marcus Kocha war auf 5 Jahre terminiert und läuft Ende September aus.“ Und zur Nachfolge-Suche ergänzt Fränzer: „Das ist momentan schwierig.“

In der bekannten Kneipe in Werne tut sich was. Pächter Marcus Kocha hört nach fünf Jahren auf.
In der bekannten Kneipe in Werne tut sich was. Pächter Marcus Kocha hört nach fünf Jahren auf. © Jörg Heckenkamp (A) © Jörg Heckenkamp (A)

Die bekannte und beliebte Gastronomie „Fränzers – Kultschänke, Tapas & Restaurant“, wie sie offiziell heißt, ist seit Jahrzehnten ein Treffpunkt für alle Bevölkerungsschichten. Sie besteht seit nunmehr 110 Jahren und war bis 2016 in Familienhand. Die Anfänge liegen in der Hornemühle, später erfolgte der Umzug zum Markt, wo die Gaststätte etwas versteckt, aber jedem bekannt, in der Passage zur Bonenstraße liegt.

Die Familie Fränzer zog sich zurück und übergab zum 1. Oktober 2016 an den erfahrenen Wirt Marcus Kocha, der bereits in Kamen eine gut gehende Tapas-Bar betrieb und heute noch betreibt. Was ist der Grund dafür, dass er Fränzers Schänke aufgeben will? Die Folgen der Corona-Pandemie? „Nein“, sagt Marcus Kocha auf Anfrage der Redaktion, „das ist nicht der Hauptgrund“.

Wirt wird Vater und hört deswegen auf

Der liegt im privaten Bereich. Denn der 51-jährige Koch wird voraussichtlich am 10. August Vater, „zum ersten Mal“, wie er sagt. Mit seiner Frau sei er sich immer einig gewesen, dass bei erwartetem Nachwuchs zwei Gastronomien zu viel seien. Er wolle sich auf das gut laufende „La Tapa Guapa“ in Kamen konzentrieren.

Die Corona-Pandemie hat schon für einige Probleme bei Fränzer gesorgt. So bleibe seit der Wiedereröffnung nach dem Lockdown die Küche kalt, weil geschultes Personal fehle. „Ich werde jetzt nicht noch einen Koch suchen“, sagt Kocha. Demzufolge serviert er nur Snacks zum Bier wie Nachos oder Frikadellen. Die Öffnungszeiten sind montags bis samstags ab 17 Uhr.

Schwierige Suche nach einem Fränzer-Wirt

Die Nachfolge-Suche, sagen Kocha und Paul Fränzer übereinstimmend, sei wegen der Corona-Folgen schwierig. „Wir haben das angeschoben und es laufen Gespräche“, sagt Fränzer, „aber es ist momentan keine gute Zeit“. Er hoffe auf einen baldigen Erfolg der Suche nach einem Wirt für die Traditions-Gastronomie, denn: „Wir haben natürlich kein Interesse daran, dass ein Leerstand entsteht.“

Über den Autor
Redaktion Werne
Jeden Tag Menschen hautnah - nichts ist spannender als der Job eines Lokalredakteurs. Deshalb möchte ich nichts anderes machen - seit mehr als 35 Jahren.
Zur Autorenseite
Jörg Heckenkamp

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.