Petra Loyda weiß, warum regelmäßige Fellpflege für Hunde wichtig ist. Hier zu sehen mit ihrem Tibet-Terrier Tia im Januar 2020. © Mario Bartlewski (A)
Fellpflege

Hundesalons dürfen trotz Corona-Maßnahmen öffnen – das hat gute Gründe

Wer sich von einem Friseur die Haare schneiden lassen will, muss verzichten. Wegen der Corona-Pandemie sind Friseursalons geschlossen. Hundefriseure dürfen aber öffnen – das hat gute Gründe.

Während die Menschen in Deutschland zur Zeit wegen der Corona-Maßnahmen auf einen professionellen Haarschnitt verzichten müssen, dürfen Hundesalons weiterhin öffnen.

Erst kürzlich hat das Verwaltungsgericht Münster in einem Urteil klargestellt, dass nur Dienstleistungen untersagt sind, die am Menschen erbracht werden. Die Hundepflege sei vielmehr mit einer Handwerksleistung zu vergleichen. Warum ein Besuch im Hundesalon für die Vierbeiner wichtig ist, erklärt die Werner Hundesalon-Besitzerin Petra Loyda.

Pflege ist wichtig für die Gesundheit der Tiere

Bei einigen Hundearten sei die regelmäßige Fellpflege enorm wichtig für die Gesundheit der Tiere. Besonders Hunde mit langem oder lockigem Fell und Unterwolle verfilzen schnell. „Ich hatte eine Hündin, deren Familie zwei Wochen in Quarantäne musste. Das war schon eine Herausforderung vom Fell her“, sagt Loyda.

Das sei nicht gut für die Gesundheit der Tiere. „Die Tiere wochen- oder monatelang nicht zu entfilzen, das geht gar nicht. Im schlimmsten Fall müssten sie dann geschoren werden. Das ist nicht gut für sie, viele Tiere schämen sich dann und liegen beispielsweise nur noch im Körbchen“, erklärt sie. Doch das ist nicht die einzige Folge von fehlender Pflege: Im schlimmsten Fall kann sich die Haut entzünden.

Hunde-Besitzer dürfen bei der Pflege nicht anwesend sein

Vor diesem Hintergrund könne die Hundesalon-Besitzerin das Gerichtsurteil nachvollziehen. Auch ihr Salon „Tias Ranch“ in der Werner Innenstadt hat zur Zeit geöffnet. „Bei mir ist es so, dass ich nicht nur frisiere, sondern ebenfalls Futterbedarf verkaufe“, sagt Loyda.

Der Laden ist in zwei Bereiche unterteilt, die mit einer Glasfront getrennt sind. So herrscht eine strikte Trennung zwischen Tierbedarf und Salon. Wenn ein Hund einen Termin zur Fellpflege hat, legt der Besitzer die Leine auf den Boden und verlässt das Geschäft. Dann nehme Petra Loyda den Hund mit in den Salon.

„Wenn es gar nicht geht, kann der Besitzer sich auf der anderen Seite der Glasscheibe aufhalten. Aber manche Hunde sind unruhig, wenn die Besitzer noch im Laden sind“, sagt Loyda.

Kein Körperkontakt im ganzen Ablauf

Mit dem Hundebesitzer gebe es also keinen Körperkontakt. Die Besitzer dürfen beim Frisieren wegen der Abstandsregeln nicht dabei sein. Aber es gebe auch Tiere, vor allem sehr alte Hunde, die Hilfe vom Besitzer brauchen. „Diese Hunde kann ich im Augenblick leider nicht frisieren“, erläutert Loyda.

Ob sie schon von verzweifelten Besitzern gebeten wurde, auch deren Haare zu schneiden? „Nein, um Gottes willen! Das hat noch niemand versucht. Ich glaube niemand möchte sich von der Hundemaschine die Haare schneiden lassen. Die Versuchung, meinem Lebensgefährten einen Haarschnitt zu verpassen, war aber da”, sagt sie mit einem Lachen.

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