Im ersten Halbjahr 2020 hat Werne im Gastgewerbe wie viele Städte in Deutschland erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. © Andrew Neel/Unsplash
Hotels in Werne

Hotels in Corona-Krise: 50 Prozent weniger Übernachtungen im ersten Halbjahr

Das Gastgewerbe in Werne musste im ersten Halbjahr 2020 deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Viele Betriebe im Kreis gucken mit Sorge auf den Winter, so die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Laut des Statistischen Landesbetriebs IT NRW haben in Werne von Januar bis Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 13 Prozent weniger Gäste in der Stadt übernachtet – insgesamt gab es 28.613 Übernachtungsgäste bis Ende Juli 2020. Vor allem die Quote der ausländischen Gäste sank um 61,3 Prozent – von 5318 Gästen auf 2058.

Wirft man einen Blick auf die Zahlen von Juli 2019 und Juli 2020, scheint es so, als hätten sich die Übernachtungszahlen in Werne – zumindest für diesen Monat – wieder erholt. Insgesamt 6000 Übernachtungsgäste gab es im Juli 2020 (+17,2 Prozent gegenüber Juli 2019). Gab es 2019 noch einen Zuwachs von 75,1 Prozent unter den ausländischen Gästen (1117), sank dieser Wert im Juli 2020 um 67,5 Prozent auf 363 Übernachtungsgäste aus dem Ausland.

Das Kuriose: Laut Statistischem Landesamt waren im Juli 2019 elf Beherbergungsbetriebe mit mindestens 10 Betten geöffnet, im Juli 2020 ebenfalls. Während 2019 sogar nur 365 Betten angeboten werden konnten, waren es im Juli ein Jahr später mit 399 mehr. Auch die Auslastung war im Juli 2020 mit 48,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

NGG spricht von „deutlichen Lohneinbußen“ der Beschäftigten

„Die Pandemie hat zu einer beispiellosen Krise im heimischen Gastgewerbe geführt. Erst mussten Hotels, Pensionen, Kneipen und Restaurants über viele Wochen ganz schließen. Und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an“, sagt Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund.

Angestellte in den Betrieben hätten „deutliche Lohneinbußen“ in Kauf nehmen müssen, so die NGG. Nach dieser „Durststrecke“ blickten viele Beschäftigte nun mit Sorge auf die Herbst- und Wintersaison. 5400 Menschen im Kreis arbeiten im Hotel- und Gaststättengewerbe. Der Eintritt in die Arbeitslosigkeit habe aber weitestgehend verhindert werden können, so die NGG. Sie fordert die Arbeitgeber auf, die Kurzarbeit für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu nutzen, „von der Küchenhilfe zur Köchin, vom Restaurantfachmann zum Hotelfachmann“, so die NGG. Bundesweit sei im August jeder dritte Beschäftigte in dem Gewerbe in Kurzarbeit gewesen (377.000 Personen).

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller
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