In Werne an der Lippe entsteht die weltweit größte Wellensurf-Anlage. © SW GmbH Co. KG
Zeche Werne I/II

Größte Wellensurf-Anlage der Welt entsteht auf altem Zechengelände in Werne

In Werne entsteht auf dem alten Zechengelände die weltweit größte Surfanlage für Wellenreiter. Die Stadt Werne rechnet im Jahr mit bis zu 200.000 Besuchern. Außerdem sollen sich Forschungseinrichtungen ansiedeln.

In Werne entsteht die größte Wellensurf-Anlage der Welt. Auf dem Gelände der Zeche I/II an der Flöz-Zollverein-Straße, das 45 Jahre lang brach lag, sollen schon in wenigen Jahren gleich zwei Wellenbecken entstehen – eines 250 Meter lang, das zweite 180 Meter lang.

Ab Sommer 2023 könnten dann die ersten Freizeit-Wellensurfer in dem 250 Meter langen Becken surfen – auf der idealen Welle, die alle 15 Sekunden durch einen Pflug bis zu zwei Meter hoch erzeugt wird. Das zweite Becken könnte dann nach der Sommersaison 2023 gebaut werden. Außerdem geplant sind: eine stehende Welle wie die in der Münchener Isar, eine Surfschule und Materialverleih, Gastronomie und eine Tribüne. Mit dieser Anlage könne man sogar diese olympische Disziplin in Deutschland anbieten.

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So soll die Surfworld in Werne am Ende von außen aussehen. © SW GmbH Co. KG © SW GmbH Co. KG

Schon in jüngster Zeit hatte der Baudezernent Ralf Bülte für das Zechengelände in Aussicht gestellt, dass hier eine Art Gewerbe und kein dringend benötigter Wohnungsbau entstehen wird – auch weil sich die Fläche durch die ehemalige Steinkohleförderung nicht anbiete und sich Schadstoffe im Boden befinden. Seit 1,5 Jahren sei die Stadt mit allen Beteiligten zu dem Projekt im Gespräch, erklärt Lothar Christ. „Wellenreiten ist ein absoluter Trendsport und das nicht ohne Grund“. Diese Art von Anlagen sprössen aus dem Boden, so Christ. Laut Detering wachse das Interesse an dem Trendsport jährlich um 12 Prozent. „Meine Tochter ist fast ausgeflippt, als ich ihr davon erzählt habe“, sagt Baudezernent Ralf Bülte.

Weltweit gibt es nur vier vergleichbare Anlagen – alle sind kleiner

Ein Blick auf die weltweite Situation allerdings zeigt: so viele der Anlagen gibt es noch gar nicht, wie Detering veranschaulicht. Zumindest nicht, was den Forschungsaspekt angeht – zwei in England, eine in Texas und eine in Melbourne in Australien. Hinzu kommen vier deutschlandweite Einrichtungen wie wasserbauliche Labore und Versuchsanstalten wie etwa Flussmodellierungen.

„Es ist eine verrückte Idee, über die wir uns Gedanken gemacht haben“, so Christ. „Wir haben das Projekt kritisch durch den Wolf gezogen“, sagt Detering. Und am Ende sei herausgekommen, dass es realisierbar sei. Und man damit keine anderen Angebote der Stadt wie das Solebad verdränge.

Noch ist das Gelände als Sonderfläche für den Bergbau ausgewiesen. In der kommenden Woche soll das Projekt im Bauausschuss vorgestellt werden. Hier hofft Bürgermeister Christ, einen Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsverfahren erreichen zu können, sodass die Stadt in einem Jahr um diese Zeit das Planungsrecht für die Anlage geschaffen hat.

„Es lohnt sich immer mal, so eine Geschichte zu beginnen“, sagt auch Planungsexperte Karl-Friedrich Ostholt, Werner und federführende Kraft bei der Entstehung des Phönixsees in Dortmund.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller
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