Pogrome

Gedenken an Pogromnacht: Werner erinnern an Verbrechen gegen jüdische Mitbürger

In der Pogromnacht am 9. November 1938 entlud sich auch in Werne der Hass auf die jüdischen Bürger. Diesen schlimmen Ereignissen gedenkt man auch 83 Jahre danach noch.
Im vergangenen Jahr hatte die Kranzniederlegung am ehemaligen Standort der Synagoge pandemiebedingt nur im ganz kleinen Rahmen stattgefunden. Eine echte Gedenkveranstaltung war damals nicht möglich – anders als in diesem Jahr.
Im vergangenen Jahr hatte die Kranzniederlegung am ehemaligen Standort der Synagoge pandemiebedingt nur im ganz kleinen Rahmen stattgefunden. Eine echte Gedenkveranstaltung war damals nicht möglich - anders als in diesem Jahr. © Felix Püschner

Es wird allmählich dunkel, als Lothar Christ in der kleinen Gasse zwischen Marktplatz und Bonenstraße das Wort ergreift. Das macht Wernes Bürgermeister an jedem 9. November so. Exakt an dieser Stelle – im Rahmen der Gedenkveranstaltung an die Geschehnisse in der Pogromnacht vor 83 Jahren. An der Stelle, wo einst die Werner Synagoge stand. In jener Nacht im Jahre 1938 entlud sich der Hass auf die jüdischen Bürger auch hier. Die Synagoge wurde damals verwüstet, 1944 abgerissen – und nie wieder aufgebaut. Genau deswegen bezeichnete Marga Spiegel diese Stelle im Stadtgebiet einst als „Ort der Schande“, wie Christ erklärt.

Nur noch eine Gedenktafel erinnerte bislang an den früheren Standort der Synagoge. Vor ein paar Tagen verlegten Arbeiter jedoch zusätzlich steinerne Bodenplatten, auf denen sowohl die Skizzen der Synagoge als auch die der jüdischen Schule sowie ein passender Text eingraviert sind. „Ich bin froh, dass diese Platten nun endlich ihrer Bestimmung übergeben werden konnten“, sagt Christ.

Das Bündnis gegen Rechts hatte zu einer Kundgebung auf dem Werner Marktplatz eingeladen - und machte dabei auf den nach wie vor existenten Antisemitismus aufmerksam.
Das Bündnis gegen Rechts hatte zu einer Kundgebung auf dem Werner Marktplatz eingeladen – und machte dabei auf den nach wie vor existenten Antisemitismus aufmerksam. © Felix Püschner © Felix Püschner

Nur ein paar Meter entfernt, direkt auf dem Werner Marktplatz, versammeln sich knapp eine Stunde nach der Kranzniederlegung erneut mehrere Menschen, um an die Plünderungen, Überfälle und Zerstörungen in der Pogromnacht zu erinnern. Das Werner Bündnis gegen Rechts hat eine Kundgebung organisiert. In ihren Reden gehen die Veranstalter aber keineswegs bloß auf die Geschehnisse von damals ein, sondern spannen den Bogen zur Gegenwart. Denn Antisemitismus gebe es schließlich auch heute noch. Und erinnern müsse auch heißen, diesem Antisemitismus entgegenzutreten.

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