Typischer Bummel über Sim-Jü: Wenn die Kirmes in Werne in diesem Jahr stattfinden sollte, wird es gewisse Regeln geben müssen. © Jörg Heckenkamp (A)
Sim-Jü in Werne

Falls Sim-Jü in Werne stattfinden darf: Einige Hygieneregeln stehen schon fest

Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, ob Sim-Jü 2021 stattfinden kann. Die Planungen für eine Durchführung laufen auf Hochtouren. Auch stehen schon einige Inhalte des Hygienekonzepts fest.

Womit viele Bürgerinnen und Bürger gerechnet hatten, stand vor genau einem Jahr endgültig fest: Die Sim-Jü-Kirmes in Werne wurde am 26. August 2020 abgesagt. Damit hatten die Kirmes-Fans zwei Monate vor der Veranstaltung Gewissheit. In diesem Jahr allerdings wird sich der Veranstalter, die Stadt Werne, bewusst mehr Zeit für die Entscheidung nehmen.

Das liegt auch an der Coronaschutzverordnung, die erst am Freitag (20. August) in NRW in Kraft getreten ist. Diese sieht nicht nur neue Regeln bei Großveranstaltungen vor, sondern gilt zunächst bis zum 17. September. Aller Voraussicht nach werden sich die Verantwortlichen der Sim-Jü-Kirmes bis zu diesem Datum mit einer Entscheidung zurückhalten, wie aus einem Gespräch mit Kordula Mertens, Leiterin des Ordnungsamtes der Stadt Werne, hervorgeht.

„Wir werden uns mit allen Beteiligten besprechen und schauen, ob wir noch bis zum 17. September mit einer Entscheidung warten können“, sagt sie. Die Schausteller haben immer wieder signalisiert, dass sie eine Kirmes wie in Werne innerhalb von einer Woche auf die Beine stellen können. Sie befürworten eine möglichst späte Entscheidung.

„Wir stehen Gewehr bei Fuß. Wenn in Berlin eine Notbremse gezogen wird, sind wir aber alle machtlos“, sagt Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes. Die Schausteller gehen ein gewisses Risiko ein, haben die Verträge für Werne mit einer entsprechenden Auflösungsklausel unterschrieben, falls Sim-Jü aufgrund der Entwicklung in der Corona-Krise doch nicht stattfinden kann. Die Traditionskirmes ist vom 23. bis 26. Oktober 2021 in Werne geplant.

Frage der praktischen Umsetzbarkeit von Sim-Jü in Werne

Mit der neuen Coronaschutzverordnung sind Großveranstaltungen möglich. Bei einer Inzidenz über 35, wie sie aktuell in NRW vorliegt, gilt: Ab einer Anzahl von mehr als 2500 Besucherinnen und Besuchern gilt die 3G-Regel. Wer nicht genesen oder vollständig geimpft ist, muss einen negativen Schnelltest vorweisen, den es ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenlos gibt.

„Rein rechtlich ist eine Kirmes umsetzbar, aber wir müssen schauen, wie sie praktisch umsetzbar ist“, erklärt Kordula Mertens. Aktuell laufen deshalb Gespräche mit dem Land NRW, dem Kreis Unna und den Schaustellern. Zwar gebe es bereits temporäre Kirmesparks. Eine Innenstadtkirmes wie man sie aus Werne kennt, habe man allerdings noch nicht umgesetzt, so Mertens weiter.

Die Planungen für Sim-Jü laufen indes weiter wie üblich. Dazu gehört auch das Erstellen eines Hygienekonzeptes. Einige Regeln, die laut Mertens sicherlich dazu gehören werden, wenn die Kirmes veranstaltet wird, sind schon geklärt. So wird es aller Voraussicht nach nur Genesenen, Geimpften oder Getesteten möglich sein, die Kirmes zu besuchen.

„Es werden wohl die 3G-Regeln gelten, die stichprobenartig kontrolliert werden müssten. Aber da müssen wir schauen, wie das in der Praxis umgesetzt werden soll“, sagt Mertens. Wie viele Kontrollen es geben muss, in welchem Rhythmus und welche Handhabe man hat, wenn jemand sich nicht daran hält, sind noch Fragen, die geklärt werden müssen. Klar ist, dass man aufgrund solcher Kontrollen mit mehr Personal aus Ordnungsamt, BAK-Sicherheitsdienst und Polizei rechnen muss.

Zudem wird es wohl eine Maskenpflicht auf dem gesamten Gelände der Kirmes geben. „Das gilt auch für Fahrgeschäfte und in Warteschlangen an den Ständen. Am Tisch könnte man die Maske dann wieder absetzen“, erklärt Kordula Mertens. Im Festzelt und Partnerschafts- und Gewerbezelt werde es zusätzliche Regelungen geben müssen. So müsste man wohl eine begrenzte Besucherzahl aussprechen und – Stand jetzt – für den Einlass im Festzelt mit Partycharakter einen PCR-Test vorlegen, falls man nicht genesen oder geimpft ist.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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