Die Corona-Krise hat das Jahr 2020 bestimmt. Doch Werne schrieb auch positive und schöne Geschichten - abseits der Pandemie. Das zeigt der etwas andere Jahres-Rückblick. © Optik Martin Klose
Werner Jahres-Rückblick 2020

Der etwas andere Jahres-Rückblick: Diese schönen Geschichten schrieb Werne 2020

Nur noch Corona: Dieses Jahr beschäftigte die Bürger kein Thema mehr als das Virus. Doch Werne hatte auch 2020 schöne Geschichten parat. Das zeigt der etwas andere Jahres-Rückblick.

Spätestens Mitte März und mit dem ersten harten Lockdown in diesem Jahr beschäftigte die Bürger und die Redaktion kein Thema mehr als das Coronavirus. Doch es gab sie auch, die schönen Geschichten, die dieses spezielle Jahr geschrieben hat.

Zugegebenermaßen war die Suche nach herzerwärmenden, positiven Geschichten schwerer denn je. Zu sehr hat eben doch das Virus den Alltag der Menschen und die Berichterstattung in Werne bestimmt. Zeit, um das Jahr 2020 noch einmal mit Geschichten Revue passieren zu lassen, die zu Tränen gerührt oder einfach nur beeindruckt haben.

Februar: Jecken im Solebad und in der Stadt: Nach dem Abriss des alten Bades und dem Neubau des Solebads haben die Jecken zum ersten Mal nach fünf Jahren wieder eine bunte Feier an und in den Becken gefeiert. Nach langer Pause verteilten die Prinzenpaare der IWK (Interessengemeinschaft Werner Karneval) wieder Karnevalsorden an die Badegäste.

Dieses Mal ging eine Auszeichnung an Ursula Demuth aus Lünen, die regelmäßig das Werner Bad besucht. Vier Tage später feierte Werne eine bunt-graue Karnevalsparty in der Innenstadt. Von dem Regen an Rosenmontag ließen sich weder das Stadtprinzenpaar Robin I. Böcker und Theresa I. Holtmann noch die vielen verkleideten Besucher die Laune verderben.

Februar: Hans-Werner Diel trifft seine Lebensretter: Beim Werner Stadtlauf 2016 hatte Hans-Werner Diel, den viele nur Hansen nennen, einen Herzinfarkt erlitten. Nur weil einige Ersthelfer seinerzeit genau richtig reagierten, konnte dem heute 73-Jährigen geholfen werden. Ein Herzenswunsch blieb ihm aber jahrelang verwehrt. Er wollte unbedingt seine Lebensretter aus Werne, Hildegard Wetter und Dirk Haße, treffen und sich bei ihnen bedanken. Nach unserer Berichterstattung war es dann Ende Februar so weit. Nicht nur Hansen Diel selbst flossen da die Tränen. Mittlerweile läuft der Waltroper wieder regelmäßig und nahm in diesem Jahr an verschiedenen virtuellen Läufen teil.

März: Letzte Kultur-Veranstaltung: Zum Weltfrauentag zeigte Kabarettistin Lioba Albus ihr Programm „Hitzewallungen“ im Kolpingsaal. Einmal mehr überzeugte die Künstlerin das Werner Publikum, indem sie herrlich direkt und absolut treffsicher Männer und Frauen aufs Korn nahm. Dass mit dieser Darbietung das Kultur-Jahr in Werne unfreiwillig zu Ende gehen würde, damit hatte seinerzeit niemand gerechnet. Für 2021 denken die Verantwortlichen aus dem Kulturbüro bereits über alternative Spielorte nach, falls das aufgrund der Corona-Regeln notwendig ist. Events auf dem Marktplatz oder in der Freilichtbühne sind somit denkbar.

Mai: Autokino für Werne: Weil das Capitol Cinema Center lange geschlossen blieb und das Open-Air-Kino in der Freilichtbühne nicht stattfinden durfte, initiierten die Verantwortlichen der Veranstaltungstechnik-Firma MS-Musik ein Autokino im Gewerbegebiet Nordlippepark.

Von Mitte Mai bis Anfang Juni konnten sich Besucher im eigenen Auto verschiedene Filme, aber auch Live-Musik auf der Bühne anschauen. Auch wenn man sich höhere Besucherzahlen gewünscht hätte, zogen die Veranstalter nach dem Projekt, das nur durch die Corona-Krise entstanden ist, ein positives Fazit.

Juli: Das Solebad Werne durfte wieder alle Bereiche öffnen. Nachdem erst das Freibad, dann der Sport- und Familienbereich wieder von den Badegästen in Beschlag genommen werden konnte, wurde mit dem Solebecken auch das Herzstück des Bads geöffnet. Allerdings galten für den Besuch strenge Hygieneregeln und eine maximale Besucher-Zahl. Deshalb kam es vor allem an den heißen Sommertagen zu langen Warteschlangen vor dem Bad. Viele Gäste ließen sich dennoch nicht abhalten und zeigten sich geduldig. Sie warteten teilweise sogar bis zu zwei Stunden, um doch noch ins Freibad zu kommen.

August: Fast alle Veranstaltungen in Werne wurden aufgrund der Corona-Krise abgesagt. Darunter auch die beiden Volksfeste, die Mai-Kirmes und Sim-Jü. Ende August allerdings wurde das Straßenfestival von der Innenstadt als Straßenkunst in die Freilichtbühne verlegt. Auch wenn das Event deutlich kleiner als sonst ausfiel und die Besucher sich an strenge Hygieneregeln halten mussten, war es für viele ein kultureller Lichtblick in 2020.

September: Mega-Deal für Werne: Auf dem ehemaligen Zechengelände, das 45 Jahre lang brach lag, soll die weltweit größte Wellensurf-Anlage entstehen. Die Stadt Werne rechnet mit 200.000 Besuchern jährlich. Schon Ende 2022 soll die Anlage für Forschungseinrichtungen eröffnet werden, hieß es bei der Vorstellung des riesigen Projekts im September. Die ersten Freizeit-Wellensurfer sollen dann ab 2023 die neue Anlage testen dürfen. Eine wichtige Nachricht für die Entwicklung des Geländes der einstigen Zeche I/II an der Flöz-Zollverein-Straße und für die Wirtschaft in Werne.

November: Erfolgreiche Schülerfirma: 2018 wurde die Schülerfirma „dot. – Drummel on Tour“ des Werner St.-Christophorus-Gymnasiums zur besten Schülerfirma Deutschlands gewählt. Auch die Firma „Earthperiments“ stand in diesem Jahr im Finale. Die Schüler hatten sich gegen insgesamt 209 teilnehmende Schülerfirmen durchgesetzt. Zum Titel reicht es nicht ganz. Über Platz sieben durfte die Schülerfirma, die das Kinderbuch „Eine Reise um den Planeten – Was passiert mit unserem Klima?“ herausgebracht hatte, freuen.

Dezember: Spenden, die bewegten: Toni Tuklan, Reggae-Musiker aus Werne, und Dietmar Wurst, Vorsitzender des SuS Rünthe, riefen auf, ausgediente Sportartikel zu spenden. Eine Container-Ladung kam zusammen, die im Januar Richtung Afrika geschickt werden soll. Unter anderem in Nigeria sollen die gespendeten Artikel, die bei Sportverein in Deutschland nicht mehr genutzt werden, für strahlende Kinderaugen sorgen.

Dezember: Eine Spende, die zu Tränen rührte, erhielt Karina Psoch zum Ende des Jahres. Die Initiatorin von Foodsharing in Werne, ärgerte sich lange darüber, dass einige Unverbesserliche einfach die Transportkisten, die sie für das Verteilen der geretteten Lebensmittel benötigt, aus ihrer Fair-Teiler-Station mitnahmen. Eine Privatperson und ein Unternehmer aus Werne spendeten daraufhin neue Transportkisten an die ehrenamtliche Helferin. Sie sorgt mit ihren Mitstreiterinnen dafür, dass Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, nicht in der Tonne, sondern in sogenannten Fair-Teiler-Stationen an Bürger verteilt werden können.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek
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