Blut an der Fensterscheibe: Die Polizei in Unna hatte in ihrer Pressemitteilung erklärt, dass sich einer der Täter bei dem Einbruch verletzt haben muss. © Felgenträger
Einbruch in Werne

„Dachte, der landet auf meinem Dach“: Hubschrauber reißt Werner aus dem Schlaf

Den brachialen Einbruch an der Steinstraße haben viele Werner mitbekommen. Entweder durch den zum Einsatz gekommenen Hammer, oder durch den Hubschrauber. Auch wenn sie dann noch nicht wussten, was eigentlich vor sich geht.

Dass noch unbekannte Täter in der Nacht auf Donnerstag (21. Januar) die Scheiben beim Juwelier Bleckmann eingeschlagen haben, haben viele in der Stadt mitbekommen. Auch wenn die meisten da noch nicht wussten, was eigentlich vor sich geht. Entweder, es war der Hammer, mit dem die Täter die Fensterscheiben des Juweliers einschlugen oder es war die alarmierte Polizei, die mit einem Hubschrauber über der Stadt kreiste.

In den sozialen Netzwerken überschlugen sich am Donnerstagmorgen die Kommentare von Anwohnern, die in der Nacht von dem Lärm aus ihrem Schlaf gerissen wurden. „Ich dachte, der landet auf meinem Dach“, scheibt eine Nutzerin. Ein weiterer Anwohner spricht mit unserer Redaktion darüber, wie er die Nacht erlebt hat. Auch er, der 5 Gehminuten von der Steinstraße entfernt wohnt, sei durch den Hubschrauber gegen 3.50 Uhr wach geworden, erzählt der Mann. „Hauptsächlich durch die Rotoren. Das war sehr laut, als wenn der selber auf dem Balkon stehen würde“, so der Werner.

Den Hubschrauber einzusetzen, ist nicht unüblich, so die Polizei

Warum der Hubschrauber überhaupt zum Einsatz gekommen ist, erklärt der Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Bernd Pentrop: „Das ist ein grundsätzliches Einsatzmittel, um Menschen zu suchen. Das ist nicht unüblich.“ Gerade bei der Vermisstensuche oder der Suche nach flüchtigen Tätern nutze man den Hubschrauber. Weil man von der Luft aus einfach noch mehr sehe als zu Fuß oder im Streifenwagen. Wichtig sei nur, dass der Hubschrauber verfügbar ist und das Wetter passe. Wie eben am frühen Donnerstagmorgen in Werne.

Zum Einbruch an sich ist inzwischen klar: Die Täter haben es nicht in das Ladeninnere geschafft. Als Einbruch zählt der Vorfall trotzdem, wenn auch nicht als vollendeter, wie Pentrop mitteilte. Ob die Täter Schmuck erbeutet haben und wie hoch die Schadenshöhe ist, ist derweil weiter unklar.

Einbrüche bei Juwelieren in Werne kamen 2013 und 2016 vor

Vermehrte Juweliereinbrüche kann die Polizei in Unna derzeit im Lockdown allerdings nicht feststellen. „Es gibt kein vermehrtes Aufkommen“, so Pentrop. Ähnlich sehe es bei den Wohnungseinbrüchen aus, wo es in den vergangenen zwei Wochen etwa einen im Kreis gegeben habe. Klar sei aber: „Die dunkle Jahreszeit ist schon eine, in der mehr Einbrüche stattfinden“, so Pentrop.

In der Vergangenheit wurden Juwelier- und Goldankauf-Geschäfte in Werne bereits Ziel von Kriminellen: Im Juni 2013 hatten Unbekannte einen Gullideckel in die Scheibe des Goldankaufs Am Griesetorn geworfen. Im Mai 2016 versuchten Kriminelle ebenfalls, sich Zutritt in das Goldankauf-Geschäft an der Steinstraße zu verschaffen. Sie schlugen die Scheibe ein.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller
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