Anfang April sollen auch niedergelassene Hausärzte ihre Patienten gegen den Coronavirus impfen dürfen. Ein Mediziner aus Werne ist zuversichtlich. © Pixabay
Corona-Impfungen

Corona-Impfen in Werne: „Geben Sie den niedergelassenen Ärzten den Impfstoff”

Kommenden Monat sollen auch Hausärzte ihre Patienten gegen das Coronavirus impfen dürfen. Werner Ärzte sind guter Dinge. Sie hoffen, schnellstmöglich beginnen zu dürfen.

Laut den Beschlüssen des Coronagipfels von Bund und Ländern, sollen niedergelassene Ärzte ab Anfang April mit in die Corona-Impfkampagne eingespannt werden. So können deutlich mehr Patienten in kürzerer Zeit geimpft werden. Dr. med. Christian Ruhnau aus Werne zeigt sich optimistisch.

Hausärzte wollen schnell impfen

„Wenn jemand in der Lage ist, flächendeckend zu impfen, dann sind wir Hausärzte das”, sagt Dr. med. Christian Ruhnau aus Werne. Darin seien sie nämlich so geübt wie kaum ein anderer. Jedes Jahr impfen Hausärzte in der Zeit von Mitte September bis Jahresende ungefähr 25 Millionen Patienten gegen die Grippe. „Wenn man uns einen Impfstoff gibt, machen wir das mit Corona genauso schnell”, führt er fort.

Zudem kennen Hausärzte ihre Patienten. Sie wissen, wer schwer krank ist, wer über 80 Jahre alt ist und somit in welcher Reihenfolge die Leute geimpft werden müssen. Für Bettlägerige oder auch Pflegefälle sei es auch viel einfacher sich bei ihren Hausärzten zu impfen. Schließlich sei die Fahrt zum Impfzentrum in Unna für sie mit einem sehr hohen Aufwand verbunden. „Mich würde es freuen, wenn es endlich losgehen würde”, sagt er.

Großer Andrang auf Impftermine sind zu erwarten

Die Corona-Impfung wird die Hausärzte vor neue Herausforderungen stellen. Denn sie haben ohnehin schon viel zu tun – und ein großer Andrang ist zu erwarten. „Ich werde jeden Tag gefragt, ob ich Corona-Impfstoff hätte”, sagt Ruhnau. Viele Menschen möchten sich gern impfen lassen, insbesondere erkrankte und ältere Menschen.

Auch die Hausärzte werden die Impftermine nach den vom Ethikrat vorgegebenen Priorisierungsgruppen verteilen. Wenn sie direkt genügend Impfstoff für alle bekommen würden, könnte die Praxis alle willigen Patienten impfen.

Der Allgemeinmediziner befürchtet jedoch, dass ihm nur 20 bis 40 Impfstoffe die Woche zugestellt werden, wenn alle Hausärzte impfen dürfen. Das sei nicht genug.

Nichtsdestotrotz bleibt er zuversichtlich: „Eine Ameise ist deutlich schneller, wenn man sie auf Tausend Beinen aufstellt anstatt auf zwei”, sagt er.

Hohe Bürokratische Hürden für Corona-Impfung

Wenn ein neuer und umfangreicher Impfstoff dazukommt, sei eine Umstellung der Praxis notwendig. Der Allgemeinmediziner ist sich dennoch sicher, dass Hausärzte das schaffen können. „Geben Sie den niedergelassenen Ärzten den Impfstoff und wir verimpfen den”, appelliert er.

Eine Schwierigkeit sieht Ruhnau jedoch auch: Der Impfstoff muss bei minus 70 Grad gelagert werden. Das könne zu einem Problem werden. Die USA haben die Lagerungstemperatur bereits auf minus 20 Grad gesenkt. Möglich wäre es, dass Deutschland da bald mitzieht.

Auch der hohe bürokratische Aufwand sei eine Last. „Der bürokratische Molch, den sich da manche haben einfallen lassen, ist natürlich sehr hoch”, sagt der Mediziner. Bisher müssen Ärzte noch viele Unterschriften leisten und eine Menge Papierkram ausfüllen. Das müsse noch geändert werden. Ruhnau hofft ebenso auf einen digitalen Impfpass, da dieser die Impfungen vereinfachen und beschleunigen würde.

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