Alle Bewohner des Hochhauses im Holtkamp in Werne müssen 14 Tage in Corona-Quarantäne bleiben. Nun wurde bei den Infizierten mehrfach die britische Virus-Variante nachgewiesen. © Jörg Heckenkamp
Corona-Ausbruch in Werne

Corona im Holtkamp-Hochhaus in Werne: Britische Virus-Variante nachgewiesen

Nach einem Corona-Ausbruch steht ein Hochhaus im Holtkamp in Werne unter Quarantäne. 14 Bewohner wurden positiv auf Corona getestet. Nun ist klar, dass mehrfach auch die britische Virus-Variante nachgewiesen wurde.

Ein gesamtes Hochhaus im Holtkamp in Werne steht unter Quarantäne. Alle Bewohner leben seit Freitag (26. Februar) in der Isolation. Für manche könnte die Quarantäne sogar länger andauern. Denn nun ist klar, dass bei den Infizierten nun auch die gefährliche und hoch ansteckende britische Virus-Variante nachgewiesen wurde.

Britische Variante bei Holtkamp-Bewohnern in Werne nachgewiesen

„Alle 14 positiven Tests weisen alle die britische Variante auf“, erklärte Volker Meier, Pressesprecher des Kreises Unna. Es könnten sogar weitere positive Tests und Virus-Infektionen mit der britischen Variante B.1.1.7 hinzukommen. Denn am Freitag (26. Februar) sind noch weitere Bewohner später in ihre Wohnungen ins Haus zurückgekehrt.

Somit sind insgesamt 52 Bewohner und nicht wie zunächst angenommen 40 Bewohner von der Quarantäne betroffen. „Um sichere Testergebnisse zu bekommen, werden die Bewohner am Donnerstag getestet“, erklärt Meier. Dabei handelt es sich um 28 Personen, die noch nicht getestet wurden.

Keine Freistellung aus Quarantäne möglich

Nachdem bei bereits 14 Personen die britische Virus-Variante nachgewiesen wurde, bleibt die Quarantäne für das gesamte Haus für mindestens 14 Tage – also bis zum 12. März – bestehen. Während es bei einer Infektion mit dem Coronavirus nach zehn Tagen die Möglichkeit gibt, von der Maßnahme freigestellt zu werden bei einem negativen Testergebnis, gibt es das bei der britischen Virus-Variante nicht.

„Es gibt kein Enddatum. Die Quarantäne gilt bis auf Widerruf“, erklärt Frank Gründken, Ordnungsdezernent der Stadt Werne. Das heißt, bei der britischen Virus-Variante werden die Infizierten erst am Ende der 14-tägigen Quarantäne getestet. Erst dann kann die Isolation auf Anordnung des Gesundheitsamtes aufgehoben werden. Doch es könnten sich Bewohner auch zu einem späteren Zeitpunkt infiziert haben, sodass die Maßnahme verlängert wird.

So könnte es zu der Situation kommen, dass auch die Bewohner des Hochhauses, die bereits während der Isolation über einen negativen Test verfügen, weiter in der Maßnahme bleiben müssen. Welche Regeln dann für diese Bewohner gelten könnten, werde man mit dem Gesundheitsamt des Kreises klären müssen. „Es stellt sich die Frage, ob bei einer mutierten Virus-Variante die Bewohner mit einem negativen Test rausgenommen werden können“, erklärt Gründken.

Bisher gilt der Zeitraum ab Freitag für die Quarantäne. Vielleicht, so Gründken weiter, käme man aber eben damit nicht aus. „Wenn wir verlängern müssen, dann bleibt die Quarantäne für das gesamte Haus bestehen“, erklärt der Ordnungsdezernent.

Der Sicherheitsdienst der Firma BAK ist in jedem Fall bis zum Ende der Maßnahme mit zwei Mitarbeitern vor Ort. Frank Gründken verdeutlicht noch einmal, dass der Sicherheitsdienst permanent am Hochhaus das Einhalten der Regeln kontrolliert. Manchmal sitzen die Mitarbeiter allerdings im Privatauto und nicht in einem Firmenwagen des BAK. So nimmt man womöglich nicht wahr, dass der Sicherheitsdienst zugegen ist, so Gründken.

Für die notwendigen Pausenzeiten ist ein dritter Mitarbeiter eingeteilt. Bisher habe man keine Notwendigkeit gesehen, das Wachpersonal aufzustocken, erklärt Gründken. „Sie haben alles absolut im Griff. Es gab keinerlei Versuche von Bewohnern, das Haus zu verlassen.“

Ein Wachdienst ist seit Freitag rund um die Uhr vor Ort, damit niemand die Quarantäne verletzt.
Ein Wachdienst ist seit Freitag rund um die Uhr vor Ort, damit niemand die Quarantäne verletzt. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Einige Anwohner sorgten sich zuletzt darum, dass die Quarantäne-Regeln gebrochen werden. So entstanden etwa Gerüchte über ein ständiges Ein- und Ausgehen in dem Hochhaus. „Alle Gerüchte haben sich nicht bestätigt“, erklärt Gründken. So versorgen Mitarbeiter einer Firma die Personen mit Essen und Getränken. Dazu stellen sie die Artikel in den Flur, damit die Bewohner sie sich kontaktlos nehmen können, so Gründken. Die 52 rumänischen Bewohner sind Mitarbeiter eines Sub-Unternehmers einer Logistik-Firma, einer Baufirma und eines Schlachtbetriebs.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek
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