Voraussichtlich ab dem 14. April 2021 kümmert sich eine neue Firma um die Herrichtung der Baustelle an der Horster Straße. © Jörg Heckenkamp
Dauer-Baustelle

Baustelle Horster Straße in Werne – jetzt geht es endlich weiter

Die Baustelle an der Horster Straße hat sich zum Dauer-Ärgernis entwickelt. Nachdem Westnetz die bisherige Baufirma gefeuert hat, geht es mit neuem Schwung weiter. Schon nächste Woche.

Seit vergangenem Jahr müssen Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer mit der Baustelle an der Horster Straße leben. Die Arbeiten und damit auch die Baustellen-Ampel werden sie noch einige Monate begleiten. Aber jetzt ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die neue Baufirma Nüßing will, sofern es das aktuelle Aprilwetter zulässt, ab 14. April den Neustart hinlegen.

Das Tiefbau-Unternehmen aus Drensteinfurt ist der Nachfolger des bisherigen Tiefbau-Unternehmens. Dem hat Auftraggeber Westnetz nach langem Hin und Her das Vertrauen entzogen und der Firma die weitere Bauausführung untersagt. Grund sind unter anderem „Baumängel, die jedem Laien aufgefallen wären“, sagt Esko Nockmann, Leiter der Netzplanung bei Westnetz.

Dazu zählten vor allem die Verfüllung der Baugruben und die Herrichtung der Oberflächen. „Absenkungen, wellenförmig verlegte Steine, Lücken im Pflaster, Pfützenbildungen“, zählt Nockmann einige der Mängel auf. Zudem sei schon relativ schnell nach dem Start der Bauarbeiten im Februar 2020 klar gewesen, dass der damalige Zeitplan nicht zu halten sei.

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Neustart an der Horster Straße

Eigentlich hatte Westnetz damit gerechnet, die Erneuerung der Gas-Leitungen und Strom-Kabel im Bereich Horster Straße sowie den angrenzenden Wohngebieten in einem halben Jahr abschließen zu können. Doch die Firma habe einfach nicht genug Personal eingesetzt, um diesen Zeitplan einhalten zu können.

„Nicht mit unseren Qualitäts-Standards vereinbar“

Dazu stellten sich nach und nach Mängel ein, „die mit unseren Qualitätsstandards nicht zu vereinbaren waren“, sagt Bernd Hölscher, Netzmeister bei Westnetz und für Werne zuständig. Spätestens im Herbst 2020 seien die Mängel nicht mehr zu übersehen gewesen. Vor allem in den Wohnstraßen Dietrich-Bonhoeffer- und Repkestraße sei die Wiederherstellung der Oberflächen mangelhaft gewesen.

Das hätten Begehungen mit dem Kreis (die Horster Straße ist Kreisstraße) und der Stadt Werne bestätigt. Hinzu kam eine Baustellen-Organisation, die nicht nur unaufgeräumt war, sondern bisweilen unnötig den Verkehr beeinträchtigt habe „und ebenfalls nicht unseren Anforderungen entsprach“, sagt Nockmann. Konsequenz: „Wir mussten die Reißleine ziehen.“

Nun soll es die Firma Nüßing richten, „die für uns keine Unbekannte ist und sich gut im Thema auskennt“, sagt Esko Nockmann. Dennoch muss sie sich erst ein genaues Bild von dem Ausmaß der Schäden machen, um dann die Mängel auszumerzen.

Die Vorgehensweise ist dabei klar. Nockmann: „Wir haben provisorisch die Baugruben in den Wohngebieten verfüllt, sodass man dort wieder passieren kann. Jetzt richten wir unser Augenmerk auf die Horster Straße, damit es dort schnell vorangeht.“ Und endlich die nervige Baustellen-Ampel beseitigt ist.

In einem Info-Blatt, das Westnetz in diesen Tagen an alle betroffenen Haushalte verteilt hat, gehen sie von einem Ende der Bauarbeiten im Oktober aus. Bis dahin könnte es auch passieren, dass der ein oder andere Haushalt „kurzfristig und punktuell“, wie Bernd Hölscher sagt, ohne Gas oder Strom ist. Je nachdem, ob es Nachbesserungsbedarf zum Beispiel an den Hausanschlüssen gibt.

Doch von umfangreichen Zusatzarbeiten an den Energie-Leitungen geht Westnetz nicht aus. Die hätten anderen Firmen als das gefeuerte Unternehmen verlegt. Und diese Arbeiten seien „in Ordnung gewesen“, sagt Bernd Hölscher.

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Redaktion Werne
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Jörg Heckenkamp
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