Die Polizei kontrolliert den fließenden Verkehr, das Ordnungsamt der Stadt Werne den ruhenden Verkehr. Klar ist, wer sich nicht an die Ausgangssperre hält, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen. © Helga Felgenträger (A)
Corona-Krise in Werne

Ausgangssperre in Werne: So wird sie kontrolliert und so teuer ist ein Verstoß

Im Kreis Unna gelten seit Montag strengere Corona-Regeln. Dazu zählt die nächtliche Ausgangssperre. Nun ist klar, wie diese in Werne kontrolliert und geahndet wird. Es drohen hohe Bußgelder.

Mit den strengen Corona-Regeln und der damit verbundenen Ausgangssperre von 21 Uhr bis 5 Uhr kommen viele Fragen zu möglichen Ausnahmen auf, die die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Werne den ganzen Montag (19. April) beschäftigt haben. „Viele Bürger beschäftigen sich mit der Ausgangssperre“, erzählt Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens.

So kamen etwa Fragen bezüglich der Öffnungszeiten von Lebensmittelläden auf. „Es gab aber auch gezielte Nachfragen. Da wollte zum Beispiel jemand wissen, ob er durch den Kreis Unna nach 21 Uhr fahren darf, weil er nach Dortmund will und dort ja keine Ausgangssperre gilt“, erzählt Mertens.

Kontrollen nicht nur in der Innenstadt von Werne

Den fließenden Verkehr, das ist schon mal klar, wird die Polizei des Kreises Unna bei den Kontrollen überprüfen. In der Innenstadt von Werne und den Außenbereichen werde man mit Mitarbeitern des Ordnungsamtes und des privaten Sicherheitsdienstes BAK schauen, ob die Menschen sich an die Ausgangssperre halten.

„Wir werden stichprobenartig Kontrollen durchführen und Präsenz zeigen. Dabei geht es vor allem darum, eine Gruppenbildung zu unterbinden. Und dann werden wir die Personen ansprechen und sie nach ihrer Begründung für eine Ausnahme der Ausgangssperre befragen“, sagt Mertens. Dabei gilt etwa, dass die berufliche Ausübung nicht mit einer Bescheinigung nachgewiesen werden muss. Es reichen demnach ein Personalausweis und die Angabe darüber, wo man arbeitet und wieso man sich nach 21 Uhr draußen aufhält.

Schwierig, Ausgangssperre und Ausnahmen zu kontrollieren

Mertens räumt generell ein, dass eine „Überprüfbarkeit oft nicht gegeben ist“. Wo aber ein Verstoß deutlich erkennbar ist, kann es auch Bußgelder geben. Wer sich nicht an die Ausgangssperre hält und nicht aus einem triftigen Grund von einer Ausnahme Gebrauch machen kann, dem wird eine Ordnungswidrigkeit verhängt. 250 Euro Bußgeld ist dann fällig. Wer sich zudem nach 21 Uhr nicht an die Kontaktsperre (maximal fünf Personen aus zwei Haushalten – gilt auch tagsüber) hält, muss zusätzlich 250 Euro zahlen. „Dann liegen zwei Tatbestände vor“, erklärt Mertens.

„Wir müssen reden“: Live-Talk zur nächtlichen Ausgangssperre im Kreis Unna am Dienstag, 20. April, ab 19 Uhr unter www.rn.de/wirmuessenreden

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek
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