Blick in die Werner Fußgängerzone: Damit die Innenstadt im Vergleich zu anderen Städten und dem Online-Handel attraktiv bleibt, erarbeitet Werne Marketing ein neues Handlungskonzept. © Felix Püschner
Wirtschaft in Werne

Andere Events, keine Mittagspause? Konzept soll Attraktivität der Werner City erhöhen

Kampf gegen den Online-Handel, die Corona-Krise und hohe Mieten: Wie muss die Innenstadt der Zukunft aussehen, damit sie attraktiv bleibt? Ein neues Konzept von Werne Marketing soll unter anderem darauf Antworten geben.

Events, die viele Besucher nach Werne locken, oder verkaufsoffene Sonntage, die den Einzelhandel beflügeln. Viele Aktionen, die Werne Marketing seit Jahren initiiert, helfen dabei, die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Dennoch muss man sich die Frage stellen, wie die Innenstadt in Werne künftig aussehen soll, um in Wettbewerb mit anderen Städten oder aber dem Online-Handel bestehen zu können.

Deshalb, so Lars Werkmeister, muss man an einem neuen Handlungskonzept arbeiten. Der neue Geschäftsführer von Werne Marketing bringt selbst viele Ideen mit, wie man dafür sorgen kann, dass die Lippestadt attraktiver wird. Zum einen könne man auf den Events, die traditionell in Werne steigen, aufbauen. Die Veranstaltungen könne man an einigen Stellen optimieren, sagt Werkmeister, der zuvor das Stadtmarketing in Lüdinghausen und in Lüneburg leitete. Konkreter möchte er dabei noch nicht werden.

Wie muss die Werner City aussehen, um attraktiv zu bleiben?

Man habe sich bei Werne Marketing darauf verständigt, dass man sich anhand der Events im ersten Halbjahr 2022 überlegt, inwiefern sich diese verändern ließen und welche neuen Konzepte es geben könnte. „Es geht um Fragen wie: Wie muss die Innenstadt der Zukunft aussehen, um sie attraktiv zu gestalten? Welche Anlässe kann es geben? Und wie entwickelt sich der Handel?“, zählt Werkmeister auf.

Dabei müsse man intensiver den Blick auf junge Bürgerinnen und Bürger der Stadt werfen. „Wir sollten sie stärker mit einbinden“, sagt Werkmeister. Wenn es um die Themen Wirtschaft und Arbeit geht, könne man gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Marketing-Maßnahmen konzipieren, um etwa den Fachkräftemangel zu reduzieren.

Generell möchte sich der neue Geschäftsführer von Werne Marketing für einen regen Austausch mit anderen Verantwortlichen von Werner Institutionen und Vereinen stark machen. „Menschen, die die Innenstadt prägen, sollten wir an einen Tisch holen und gemeinsam mit ihnen überlegen, wie man die Stadt präsentieren will im Vergleich zu anderen Städten oder im Internet“, erklärt Werkmeister. Man müsse analysieren, welche Rolle die Innenstadt in Zukunft spielen soll.

Dabei richtet Werkmeister den Blick auf die Mieten, die Einzelhändler in Werne zahlen müssen, oder die in der Vergangenheit diskutierten unterschiedlichen Öffnungszeiten der Geschäfte. Sind einheitliche und durchgängige Öffnungszeiten aller Läden in der Innenstadt also künftig denkbar? „Man kann nicht mehr sagen, dass die Mittagspause grundsätzlich abgeschafft werden muss. Das ist sehr personal-aufwendig. Man muss andere Wege finden“, sagt Werkmeister und gibt ein Beispiel. „Es ist ganz üblich, dass wir Termine beim Friseur oder beim Arzt machen. Warum sollte man das nicht auch im Einzelhandel so machen?“. Erfahrungen habe man damit sogar aus der Not heraus schon während der Corona-Krise gemacht.

In dieser Zeit hat sich aber auch der Online-Handel verstärkt, was die Händler vor Ort stark zu spüren bekommen. Dabei gibt es aber Unterschiede in den verschiedenen Branchen. „Wenn man davon abhängig ist, Produkte anzubieten, die auch verstärkt im Internet gehandelt werden, dann ist das ein großes Problem. Als Unternehmen kann man nicht immer auf einen Teil seiner Marge verzichten. Der Handel mit standardisierten Produkten wird immer schwieriger. Das gilt vor allem für kleinere Innenstädte“, sagt Werkmeister.

Vor fünf Jahren, so der Experte weiter, haben die Geschäfte in Werne insgesamt ein Umsatzvolumen von 140 Millionen Euro verzeichnet. Heute sei es nur noch die Hälfte. Unterschiedlich stark sind die Branchen von den Umsatzeinbußen betroffen. „Es gibt Artikel, die sich sehr wohl lohnen, vor Ort zu kaufen. Das ist zum Beispiel ein Anzug oder Mode für ältere Leute, die vielleicht anders als junge Leute nicht mit dem Online-Kauf vertraut sind.“

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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