Für strahlende Gesichter in Nigeria: Dietmar Wurst (l.) und Toni Tuklan zeigen einige der gespendeten BVB-Trikots - darunter auch Exemplare von Jadon Sancho und Marco Reus. Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund ist einer der vielen Unterstützer der Spendenaktion „Glücklich geht einfach“. © Jörg Heckenkamp
Spendenaktion für Afrika

Alte BVB-Trikots für strahlende Kinderaugen: Werner überwältigt von Spenden

Schuhe, Trikots, Sportartikel für Nigeria: Mit der Aktion „Glücklich geht einfach“ hat der Werner Musiker Toni Tuklan schon viele Spenden gesammelt. Nun gibt es Unterstützung von einem prominenten Verein.

Für viele strahlende Kindergesichter ruft Toni Tuklan, bekannter Musiker aus Werne, zu einer besonderen Spendenaktion auf. Gemeinsam mit dem Initiator und Ideengeber Dietmar Wurst, ebenfalls aus Werne und Vorsitzender des SuS Rünthe, macht der 49-Jährige auf die Aktion „Glücklich geht einfach“ aufmerksam.

Dabei können Fußballvereine aus ganz Deutschland ihre getragenen Trikots und ausrangierten Sportartikel spenden, um sie an hilfsbedürftige Kinder in Nigeria zu schicken. Nun gibt es die Unterstützung eines prominenten Vereins.

Viele Unterstützer für Aktion „Glücklich geht einfach“

„Wir werden erschlagen. Die Aktion ist bislang super angelaufen. Wir können schon fast einen ganzen Container füllen. Das einzige was noch gefehlt hat, war ein großer Verein“, erzählt Toni Tuklan, selbst DFB-Stützpunkttrainer. Und den haben er und Dietmar Wurst nun gefunden.

Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund bot nun seine Unterstützung an und spendete 25 ausrangierte Trikots. Darunter Exemplare von Marco Reus und Jadon Sancho. Schon Anfang des kommenden Jahres sollen dann nicht die BVB-Profis, sondern Kinder und Jugendliche aus Nigeria den schwarzgelben Dress tragen.

„Sie tragen die Sachen mit Freude, gehen damit zur Schule, schlafen darin“, erklärt Dietmar Wurst (52). Der Initiator der Spendenaktion ist immer mal wieder nach Afrika gereist. Als er dort dann nicht nur die Gastfreundlichkeit der Menschen kennenlernte, sondern auch die teils dramatischen Zustände, wie sie dort Fußball spielen, wollte er nicht untätig zusehen.

„Oft spielen sie barfuß auf einem Lehmacker oder ausgetrocknetem und verdorrtem Gras.“ Wenn die Kinder hörten, dass er aus Deutschland kommt, liefen sie sofort los und holten das Trikot eines deutschen Vereins hervor. „Sie präsentieren es mit vollem Stolz und leuchtenden Augen“, sagt Dietmar Wurst. „Oft ahnt man gar nicht, wie einfach man Menschen glücklich machen kann.“

Erfolgreiche Zwischenbilanz: Toni Tuklan (l.) und Dietmar Wurst aus Werne arbeiten sich durch den Berg an gespendeten Trikots und Sportartikeln. Im März sollen die ausrangierten Trikots, etwa vom BVB, nach Afrika geschickt werden.
Erfolgreiche Zwischenbilanz: Toni Tuklan (l.) und Dietmar Wurst aus Werne arbeiten sich durch den Berg an gespendeten Trikots und Sportartikeln. Im März sollen die ausrangierten Trikots, etwa vom BVB, nach Afrika geschickt werden. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Um die Aktion zu unterstützen, müssen Sportvereine in Deutschland auf nichts verzichten. Es geht vor allem darum, ausrangierte Trikots, die nicht mehr verwendet werden, zu spenden. Oft gibt es in regelmäßigen Abständen eine neue Ausrüstung bei den hiesigen Vereinen. Etwa dann, wenn es einen neuen Sponsor gibt oder ein neuer Trikotsatz von Eltern für die Mannschaft des Kindes spendiert werden. „Oder wenn das Trikot ‚schon’ zwei Jahre alt ist und damit als ‚unmodern’ gilt“, gibt Dietmar Wurst ein Beispiel.

Statt sie wegzuwerfen oder einfach nur im Spind liegen zu lassen, können sie in Nigeria viel Freude bereiten. Und gleichzeitig für Werbung des eigenen Vereins auf einem anderen Kontinent sorgen. Zwischen 5000 und 10.000 Trikots, darunter auch ganz neue Exemplare, sind bereits zusammen gekommen, schätzt Wurst. Darüber hinaus freuen sich Dietmar Wurst und Toni Tuklan über gespendete Bälle, Hosen, Schienbeinschoner und weitere Sportartikel, die die Vereine nicht mehr benutzen.

Spenden für den Transport möglich

Auch mit einer Finanzspritze können sich Interessenten an der Spendenaktion beteiligen. Denn der Transport – der Container wird per Schiff Richtung Afrika gehen – kostet etwa 6500 Euro, erklärt Dietmar Wurst. 650 Euro an Geldspenden wurden bereits gesammelt. Eigentlich sollte die Aktion bis Ende des Jahres andauern. Doch nun wird die Übergabe des Containers wohl erst im März 2021 stattfinden können aufgrund der Corona-Krise.

Bis dahin können sich Vereine und Interessenten an der Aktion beteiligen. Nun gibt es auch ein neues Lager für die Sportartikel, bevor sie Richtung Afrika geschickt werden. Das erste Lager platzte förmlich aus allen Nähten, weil sich schon viele Menschen daran beteiligt haben.

Toni Tuklan (l.) hat bereits in der Vergangenheit Sportartikel mit nach Nigeria genommen und dort Kindern und Jugendlichen überreicht.
Toni Tuklan (l.) hat bereits in der Vergangenheit Sportartikel mit nach Nigeria genommen und dort Kindern und Jugendlichen überreicht. © Toni Tuklan © Toni Tuklan

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann sich bei Dietmar Wurst melden unter Tel. (0177) 5860081 oder per E-Mail an dietmar.wurst@sus08.de. Spenden für den Transport sind möglich auf das Konto des SuS Rünthe: IBAN: DE54 4105 1845 0004 0125 71, Sparkasse Bergkamen-Bönen, Betreff: „Glücklich geht einfach“

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
Zur Autorenseite
Andrea Wellerdiek
Lesen Sie jetzt