Zwei Elfmeter, zwei Platzverweise, viele Emotionen Werner SC holt nur einen Punkt gegen FC Epe

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Der FC Epe und der Werner SC trennten sich mit 2:2.
Der FC Epe und der Werner SC trennten sich mit 2:2. © Johanna Wiening
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Es war am Ende ein Spiel, mit dem niemand so recht zufrieden war. Der Werner SC und der FC Epe haben sich mit 2:2 getrennt. Das Spiel war beladen von Emotionen: Zwei Platzverweise, ein Wortgefecht nach Abpfiff und zwei Elfmeter trugen dazu bei.
Landesliga 4
Werner SC – FC Epe
2:2 (1:1)

Die Szenen nach dem Schlusspfiff waren symptomatisch für eine wilde Partie. Spieler vom WSC lieferten sich ein Wortgefecht mit jugendlichen Fans des FC Epe, Spieler der Gäste gingen dazwischen. Die Situation wurde schnell bereinigt, hatte aber einen faden Beigeschmack.

Zu Beginn sah alles danach aus, als würde der Werner SC hier für eine klare Sache sorgen. Die Werner spielten deutlich stärker als der FCE, hatten gleich mehrere gute Torchancen, konnten diese aber erstmal nicht verwandeln. Epe schien ein wenig überfordert.

Das zahlte sich auch im Ergebnis aus. Ein Spieler des FC Epe verschätzte sich bei einem hohen Ball. Serhad Gün lief über links durch und alleine auf den Keeper zu. Den Ball schob er dann flach zum zu diesem Zeitpunkt hochverdienten 1:0 für den WSC ein (26.).

Auch danach war der WSC die klar bessere Mannschaft, aber Epe nutzte die erste Chance zum Ausgleich: Timo Schönherr flankte den Ball in die Mitte, wo Jannik Holtmann perfekt zum Ausgleich einköpfte (28.). So war die Partie wieder komplett offen.

Dann wurde es aber zum ersten Mal richtig wild im Werner Strafraum – und das mit Folgen: Ein Epener Spieler tauchte gefährlich vor WSC-Keeper Manuel Linke auf. Amer Masic versuchte, die Situation zu klären, riss dabei aber seinen Gegenspieler um. Der Schiedsrichter zögerte kurz, zeigte dann auf den Punkt und zeigte Masic Rot (34.).

Doch die Chance zur Führung vergab der FCE: Philipp Hörst scheiterte an Manuel Linke, der den WSC damit in der Partie hielt. Nun musste der WSC fast 60 Minuten gegen Epe in Unterzahl bestehen. Bis zur Pause rannte der FCE nun an, kam aber auch in der Phase nicht zu entscheidenden Torchancen. So ging es mit dem 1:1 in die Pause.

Der FC Epe jubelte kurz vor Schluss über den Ausgleich.
Der FC Epe jubelte kurz vor Schluss über den Ausgleich. © Johanna Wiening

In der Halbzeit schien sich der WSC gut auf die Unterzahl-Situation eingestellt zu haben. Die Werner waren gegen überfordete Epener die klar spielbestimmende Mannschaft. Trotz Überzahl kam Epe nach der Pause überhaupt nicht in die Partie und musste sich gegen die Werner Angriffe zur Wehr setzen.

Das gelang nicht lange: Nach 55 Minuten flankte der starke Jussef Saado in den Strafraum direkt auf den Kopf von Serhad Gün, der den Kopfball platziert zum 2:1 nutzte (55.). Auch danach schwamm Epe hinten mächtig, war trotz Überzahl oft gefährlich offen.

Dennoch schaffte es der Werner SC trotz zahlreicher Chancen nicht, den Sack zuzumachen. Das rächte sich dann ganz kurz vor Schluss. Im Gedrängel im Strafraum kam ein Eper zu Fall, er war von Marvin Stöver behindert worden. Der Schiedsrichter zeigte erneut auf den Punkt (90.+2)

Der Werner SC war mit dieser Entscheidung ganz und gar nicht einverstanden und beschwerte sich lautstark beim Schiedsrichter. Das hatte Folgen: Auch Jussef Saado wurde mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Und Epe konnte jubeln. Jaan Büning sorgte für den Last-Minute-Ausgleich.

Epes Spielertrainer Andre Hippers sagte nach der Partie: „Wir haben hier viel Glück gehabt. Nach dem 2:1 ging bei uns spätestens ordentlich das Kopfkino los. Wir können froh sein, dass wir einen Punkt hier mitnehmen und wollen das Spiel hier abhaken.“

Beim Werner SC war der Ärger nach zwei Platzverweisen und einem Last-Minute-Ausgleich groß. „Ein Punkt ist natürlich gut, aber wir hätten hier heute auf jeden Fall drei Punkte verdient gehabt“, resümierte Lars Müller. Der Werner SC hat damit wieder die Rote Laterne inne, der FC Epe findet sich auf Platz acht wieder.

WSC: Linke – Martinovic, Saado, Poggenpohl, Gün, Holtmann, Heidicker, Lachowicz, Durkalic, Becker, Masic

FCE: Baumann – Büning, Voss, Deiters, Schönherr, Olde Groote Beverborg, Hörst, Klümper, Klümper, van Almsick, Eglins, Holtmann

Tore: 1:0 Gün, 1:1 Holtmann, 2:1 Gün, 2:2 Büning (FE/90.+3)

Rote Karte: Masic (34./grobes Foulspiel)

Gelb-Rote Karte: Saado (90.+1)

Bes. Vorkommnisse: Linke hält FE von Hörst (34.)