Beim Werner SC müssen sich die Verantwortlichen oft mit Alternativen behelfen. © Günther Goldstein
Fußball

Werner SC macht Druck bei Banden und Tribüne: „Es muss kurzfristig etwas passieren!“

Sportlich läuft es schon seit Jahren rund beim Werner SC. Doch die Probleme an der Anlage im Lindert häufen sich - das war in dieser Saison schon mehrfach spürbar.

Eigentlich gibt es wenig Grund zur Klage beim WSC – zumindest sportlich. Die erste, zweite und dritte Mannschaft spielen in ihren Ligen oben mit, auch die Damen haben sich wieder gefangen. Außerdem gibt es – mit Ausnahme der A-Jugend – immer mehr Jugendmannschaften. Das ist eins der Probleme, dass die Anlage im Lindert an ihre Grenzen stoßen lässt.

Denn es hapert aktuell an allen Ecken und Enden. Dass der Kunstrasen nicht optimal ist, ist schon länger bekannt – auch ein zusätzlicher Platz wäre für die großen Mitgliederzahlen des WSC sicherlich sinnvoll. Dazu kommen fehlende Umkleiden – die Gastmannschaften ziehen sich sonntags in der Linderthalle um, nur für die Heimmannschaften ist Platz.

Es gibt aber auch akute Probleme. Für die Zuschauer fehlen beispielsweise Unterstellmöglichkeiten. Außerdem gab es zuletzt immer wieder Probleme, da der Kunstrasenplatz nur zum Bahndamm über eine Bande verfügt. Wenn es ein Schiedsrichter also genau nimmt, sitzen die Zuschauer auf der anderen Seite mit im Innenraum – was sie streng genommen nicht dürfen.

Im Lindert hatte das in dieser Saison bereits Konsequenzen: Schon mehrfach wurden alle Besucher auf die andere Seite geschickt, konnten die Sitzmöglichkeiten also nicht nutzen. Das sorgt immer wieder für Unmut bei Zuschauern und Verantwortlichen.

Auch Thomas Overmann, Fußballvorsitzender des Werner SC, findet deutliche Worte für die Probleme im Lindert. „Wir müssen einfach wettbewerbsfähig sein“, sagt er. „Sportlich haben wir in den letzten Jahren alles gegeben. Man kann irgendwann mal einen neuen Platz bauen, aber darum geht es nicht: Es muss kurzfristig etwas passieren.“

Dabei geht es Overmann nicht um irgendwelche Schuldzuweisungen. „Wir sitzen da alle im selben Boot – Verein, Stadt und Sponsoren“, sagt der Fußballvorsitzende. „Alle sind gefragt, denn sonst geht es ganz schnell und die Stimmung kippt. Das will wirklich niemand.“

Auch bei den Spielern seien die Probleme natürlich schon angekommen. „Die sehen ja auch, dass nichts passiert“, sagt Overmann. „Und dann fahren sie jede Woche zu anderen Plätzen und sehen, wie es da aussieht. Das ist einfach ein Unterschied.“

Overmann befürchtet sogar eine Rückentwicklung. „Im schlimmsten Fall geht das dann sogar ganz schnell. Und es ist ja nicht der Anspruch, dass wir dann nur noch Kreisliga spielen“, sagt er.

Alles auf einmal erwartet der Werner SC natürlich nicht, betont Thomas Overmann. „Neue Plätze können alle irgendwann mal gebaut werden“, sagt er. „Wichtig sind jetzt vor allem Banden und Unterstellmöglichkeiten.“

Dass das möglich ist, hat der WSC erst am Wochenende beim Auswärtsspiel bei der SG Borken gesehen. „Die haben in fünf Monaten eine Tribüne gebaut. Die ist zwar nicht riesig, aber das brauchen wir ja auch nicht“, so der WSC-Fußballvorsitzende. „Wir haben uns schon mit denen in Verbindung gesetzt. Vielleicht kann man sich da etwas abschauen.“

Beim Thema Bande sieht die Stadt Werne im Lindert aktuell allerdings wenig Handlungsbedarf. Norbert Hölscher vom Sportamt erklärt, wie die Verhandlungen bislang abgelaufen sind: „Am 28.10.2021 hat gemeinsam mit dem Vorstand des WSC 2000 e.V. hier ein Gespräch stattgefunden, in dem u.a. auch die Zuschauerbarriere am Kunstrasenplatz Lindert angesprochen worden ist.“

In dem Gespräch sei festgelegt worden, dass zunächst die städtische Sportverwaltung die Notwendigkeit einer Zuschauerbarriere beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen erfragen werde. Da insbesondere die Schiedsrichter des Fußballkreises Münster die fehlende Barriere bemängeln, werde der WSC eine entsprechende Anfrage an die Schiedsrichter des Fußballkreises Münster richten.

Auf die Anfrage beim FLVW habe die Stadt bereits eine Antwort bekommen. „Die Anfrage hat ergeben, dass für den Spielbetrieb die Notwendigkeit einer Zuschauerbarriere nicht gegeben ist. Der Zwei-Meter-Sicherheitsraum zum Spielfeld sei über den Ordnungsdienst der veranstaltenden Sportvereine sicherzustellen. Nach Aussage des FLVW verfügen ca. 50 Prozent der Sportanlagen im Einzugsgebiet nicht über eine umlaufende Zuschauerbarriere.“

Handlungsbedarf sieht die Stadt im Lindert also aktuell nicht – sagt aber: „Sollte die Notwendigkeit einer zusätzlichen Zuschauerbarriere gegeben sein, wird die Stadt Werne die für den geregelten Spielbetrieb erforderlichen Maßnahmen im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten umsetzen. Insoweit steht die Stadt Werne mit dem WSC im weiteren Austausch.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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