In Fitnessstudios dürfen nur noch Sportler, die immunisiert oder getestet sind. Da die Schnelltest nun Geld kosten, könnte es zu einem Mitgliedereinbruch kommen. © picture alliance/dpa
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Mitgliedereinbruch durch kostenpflichtigen Test? FeelFit sieht bislang keine negativen Folgen

Für Fitnessstudios gilt derzeit: Wer nicht immunisiert ist, braucht einen negativen Coronatest. Und die kosten seit dem 11. Oktober nun Geld. In einem Werner Fitnessstudio hat das kaum Auswirkungen.

Mit der neuen Coronaschutzverordnung, die am 8.Oktober in Kraft getreten ist, kamen drei Tage später auch die kostenpflichtigen Schnelltests hinzu. Für Menschen, die nun in Fitnessstudios trainieren wollen, gilt deswegen: Wer nicht immunisiert ist, muss den entsprechenden negativen Test vorzeigen und diesen auch noch selbst zahlen. Das „FeelFit“ in Werne sieht sich durch die neuen Regelungen aber keinen wirklich negativen Folgen ausgesetzt.

In den vergangenen Wochen hat Studioleiter Frank Langer mit seinen Mitarbeitern eigene Statistiken durchgeführt, wer von den Mitgliedern bereits eine Coronaschutzimpfung hat, wer sich noch testen lässt und bei wem es nicht mehr lange bis zum vollständigen Impfschutz dauert. „Wir wollten so abschätzen, was da auf uns zu kommt“, erklärt Langer.

Deutlich weniger Mitglieder kommen ohne Impfnachweis

Während dieser Zeit hat sich so einiges getan, denn die Anzahl der Nicht-Geimpften nehme in dem Werner Fitnessstudio drastisch ab, weiß der Studioleiter. „Als die 3G-Regel kam, standen hier noch 25 bis 30 Leute mit einem Test.“ Im Moment schätzt Langer die Zahl der Mitglieder, die noch einen Nachweis vorzeigen müssen, auf fünf bis sechs pro Tag. „Bei uns sind fast die meisten Sportler geimpft“, fügt er hinzu.

Knapp eine Woche nachdem die Schnelltests nun nicht mehr kostenlos sind, beobachte Frank Langer deswegen keinen wirklichen Einbruch bei den täglichen Mitgliedern im „FeelFit“. Bei einer Studiogröße von 3000 Quadratmetern würde es aber auch nicht unbedingt auffallen, ob nun ein paar Menschen weniger zum Training kommen.

Ständige Präsenz am Tresen für ungeimpfte Sportler

Wirkliche großen Herausforderungen steht das Team des „FeelFit“ durch die Neuerungen nicht gegenüber. Es müsse nur immer jemand in Sichtweise am Tresen zu finden sein, damit Ungeimpfte dort ihren Testnachweis vorzeigen können, so Langer. „Zu den Stoßzeiten, beispielsweise während den Kursen, ist es dann besonders wichtig, dort präsent zu sein.“ Das galt aber schon vor den kostenpflichtigen Tests.

Sportler, die bereits geimpft sind, müssen im „FeelFit“ nur beim ersten Mal den entsprechenden Nachweis zeigen, da dieser dann im System gespeichert wird. „Wir fragen auch immer nach dem Interesse an einer Impfung“, erklärt Langer. Einige Mitglieder würden es aus verschiedenen Gründen ablehnen, andere wollen sich aufgrund von Risikofaktoren wie einer Schwangerschaft nicht impfen lassen.

Schnelltest-Zentrum direkt auf dem Fitnessstudio-Parkplatz

In dem Werner Fitnessstudio hatte man zwischenzeitlich auch den Gedanken geäußert, den Mitgliedern, die sich testen lassen müssen, den Eintritt zu vergünstigen. Die Idee wurde jedoch schnell wieder verworfen. „Wir wollen es ja nicht forcieren, dass sich die Menschen nicht impfen lassen“, erklärt Langer.

Direkt auf dem Parkplatz des „FeelFit“ gibt es zudem ein Schnelltest-Zentrum, in dem sich die Sportler vor ihrem Training auf Corona testen lassen können. Kostenpunkt: 15 Euro. Damals hatte das Fitnessstudio die Teststation geöffnet, um den Kunden den bestmöglichen Service anzubiete, erklärt Langer. „Zu der Zeit war ja noch nicht absehbar, wie sich die Kriterien weiterentwickeln.“

Ob die Nähe zum Testzentrum auch derzeit mit den kostenpflichtigen Schnelltests ein Vorteil für das Fitnessstudio bietet, vermag der Studioleiter aber nicht zu sagen. „Manche lassen sich hier testen und warten bis sie das Ergebnis haben, anderen gehen lieber in die Stadt und kommen dann erst zu uns“, erklärt er.

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