Ganz so groß wird das Public Viewing in diesem Jahr wohl nicht werden. © dpa
Europameisterschaft

Hoffnung auf deutsche Nationalmannschaft bei der EM: „Dann kommen wir ins Turnier“

Am Freitagabend startet die EM 2021, die deutsche Nationalmannschaft steigt am Dienstag ins Turnier ein. Das verfolgen auch die heimischen Fußballer - wenn auch teilweise mit weniger Euphorie.

Deutschland-Fahnen an den Autos, Menschen in Trikots, Autokorsos – dieses Bild gibt Deutschland alle zwei Jahre zu den großen Fußballturnieren ab. Auch die Menschen, die sich sonst eher weniger für Fußball interessieren, sitzen in diesen Tagen oft vor dem Fernseher.

Am Freitag beginnt die diesjährige Fußball-Europameisterschaft. Doch wie verfolgen die Spieler aus Werne und Herbern dieses Turnier? Wir haben uns umgehört.

Marcel Niewalda (Werner SC): Aktuell bin ich eher noch nicht so in Stimmung. Aber wenn es losgeht, werde ich mir auch ein paar Spiele angucken, nicht nur Deutschland – dann kommt das alles von alleine. Vielleicht ist die Euphorie nicht ganz so groß wie bei der WM 2006 mit totaler Euphorie, aber es kann trotzdem spaßig werden.

Marcel Niewalda hofft mindestens auf das Viertelfinale für die Deutsche Nationalmannschaft.
Marcel Niewalda hofft mindestens auf das Viertelfinale für die Deutsche Nationalmannschaft. © Johanna Wiening © Johanna Wiening

Für Deutschland wird es sicherlich nicht einfach, wir haben eine starke Gruppe mit Frankreich und Portugal. Aber einige Drittplatzierte kommen ja auch weiter, deswegen hoffe ich für Deutschland mindestens auf das Viertel-, wenn nicht sogar Halbfinale. Wenn es um den EM-Titel geht, sehe ich Frankreich oder England am Ende vorne.

Michael Schulte (SV Herbern): Aktuell muss ich ehrlich sagen, dass das Ganze an einem vorbei geht, besonders weil Fußball so lange ohne Fans gespielt wurde. Aber wenn es losgeht, wird es vielleicht etwas besser – man ist im Endeffekt ja froh, wenn man was machen kann.

Ich denke, für Deutschland gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder wir fliegen wirklich in der Gruppenphase raus, weil es nicht einfach ist, Mannschaften wie Portugal und Frankreich zu schlagen. Wenn wir die Gruppenphase aber überstehen, dann kommen wir ins Turnier. Wir Deutschen sind ja Malocher, deswegen gehe ich vom Halbfinale aus.

Michael Schulte kann sich nicht auf einen Europameister festlegen.
Michael Schulte kann sich nicht auf einen Europameister festlegen. © Verena Schafflick © Verena Schafflick

Für den Europameister-Titel habe ich Frankreich oder England auf dem Zettel, Belgien allerdings auch. So richtig kann man das, denke ich, nicht sagen. Wenn man Deutscher ist, hofft man natürlich noch.

Andreas Betke (SV Stockum): Derzeit hält sich die EM-Stimmung, glaube ich, in Grenzen. Durch die Corona-Pandemie ist das alles etwas abgeflacht, man hofft jetzt natürlich auf bessere Zeiten – und daran glaube ich auch. Ich kann jedes Spiel gucken, denn ich habe mir, sicher ist sicher, eine Freischicht für jede Partie bis Finale freigehalten.

Frankreich ist der Favorit auf den EM-Titel von Andreas Betke.
Frankreich ist der Favorit auf den EM-Titel von Andreas Betke. © Johanna Wiening © Johanna Wiening

Für Deutschland wird es sicherlich ein schwieriges Unterfangen, wirklich weit zu kommen. Die Qualität anderer Mannschaften ist, glaube ich, besser. Natürlich lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren. Bei einer geschlossenen Mannschaftsleistung wie bei der U21 kann man sicherlich den einen oder anderen Gegner überraschen.

Als Europameister sehe ich persönlich Frankreich, denn die sind in der Breite von Position eins bis 20 alle Weltklasse. Als Patriot der deutschen Nationalmannschaft sollte man die Kirche im Dorf lassen. Der Titel wäre eine faustdicke Überraschung, denke ich.

Daniel Rafalski (Eintracht Werne): So richtig ist man im Moment noch nicht in Stimmung – ich denke, das geht vielen so. Aber wenn es dann los geht, werde ich das Turnier sicherlich verfolgen. Natürlich nicht alle Spiele, aber ich schaue auf jeden Fall die deutschen Partien und die Highlights und eben alles, was die Zeit so zulässt.

Daniel Rafalski unterstützt natürlich auch die deutsche Mannschaft bei der Europameisterschaft.
Daniel Rafalski unterstützt natürlich auch die deutsche Mannschaft bei der Europameisterschaft. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Was die deutsche Nationalmannschaft angeht, bin ich sogar ganz optimistisch. Ich glaube, dass es gut werden kann – gerade, weil die Mannschaft aktuell so stark in der Kritik steht. Weil man nicht viel erwartet und keiner mit uns rechnet, kann es umso besser werden.

Als Europameister muss man, denke ich, Frankreich sagen. Die könnten sogar zwei Mannschaften stellen, die oben mitspielen – so viele gute Spieler haben die im Team. Das ist schon stark.

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1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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