Enes Akyüz würde gerne wieder auf dem Platz stehen. © Jura Weitzel
Fußball: Kreisliga A

Enes Akyüz von Eintracht Werne ist „verzweifelt“ und glaubt nicht mal an die neue Saison

Dass die Amateurfußballsaison auch in Westfalen annulliert wurde, hatte auch Enes Akyüz so erwartet. Begeistert ist er nicht - und zweifelt sogar schon an der kommenden Saison.

Eigentlich hat Enes Akyüz, Kapitän von Eintracht Werne, aktuell genug zu tun. „Ich baue ein Haus und bin aktuell quasi immer auf der Baustelle. Da gibt es natürlich im Moment genug zu tun“, sagt der Evenkämper. „Ich bin aktuell also schon gut beschäftigt.“

Doch das ändert nicht viel daran, dass Enes Akyüz den Fußball nach fast sechs Monaten Corona-Zwangspause ganz schön vermisst. „Natürlich versuche ich die fußballfreie Zeit jetzt für die Baustelle zu nutzen und alles fertig zu kriegen, was geht“, sagt er. „Aber ganz ehrlich: Ich wäre lieber ein halbes Jahr später fertig und dafür wieder regelmäßig beim Training.“

„Da muss man ja nur Eins und Eins zusammenzählen“

Danach sieht es aktuell aber nicht aus. Am Montag wurde die Saison vom Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) offiziell annulliert – damit hatte der Kapitän der Evenkämper aber ohnehin gerechnet. „Man sieht ja, wie man aktuell auch im Privaten eingeschränkt ist“, sagt Akyüz. „Da muss man ja nur Eins und Eins zusammen zählen.“

Vor allem fehlt Enes Akyüz seine Mannschaft. © Schürmann © Schürmann

Die Entwicklungen in den letzten Monaten haben dafür gesorgt, dass Enes Akyüz mittlerweile „abgestumpft“ ist. Er beschäftigt sich nur noch wenig damit, wie es nun mit dem Fußball weitergehen soll. „Am Anfang hat man sich ja immer noch umgehört, wie es weitergeht“, sagt der Kapitän. „Aber mittlerweile frage ich schon gar nicht mehr nach.“

Inzwischen vermisse er das runde Leder schon ziemlich stark. „Was soll ich sagen, ich bin mittlerweile schon ziemlich verzweifelt. Ich würde so gerne wieder auf den Platz. Mir reicht schon ein Training oder sowas, ein Freundschaftsspiel – Hauptsache Fußball“, sagt Enes Akyüz. Auch bei der Eintracht fand das letzte Training im Oktober 2020 statt. „Aber noch mehr leid tun mir die Kinder, die auch nicht richtig auf den Platz können.“

Eintracht Werne hat sich für die neue Saison „ziemlich gut verstärkt“

Da auf absehbare Zeit wohl erstmal kein Fußball stattfinden kann, geht auch der Blick von Enes Akyüz langsam in Richtung neue Saison. Auch dann will Eintracht Werne wieder das Ziel Aufstieg in Angriff nehmen. „Wir haben uns natürlich gut verstärkt. Mit Samir (Schebab, Anm. d. Red.) kommt auch jemand zurück, der die Mannschaft gut kennt“, sagt der Kapitän. „Aber uns werden ja auch Spieler verlassen. Wir müssen mal schauen, aber ich bin optimistisch, dass wir eine schlagkräftige Mannschaft haben werden.“

Was den Start der neuen Spielzeit angeht, ist er eher weniger optimistisch. „Ich habe das Gefühl, dass man die Spielzeit noch nicht richtig planen kann“, sagt Akyüz. „Man ist mittlerweile absolut unsicher, deswegen kann man sich nicht so richtig vorstellen, dass die Saison wirklich pünktlich startet.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening
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