Ein künftiger Bezirksligist könnte bald im DFB-Pokal antreten. © Timo Janisch
Fußball

Ein Bezirksligist könnte in der kommenden Saison DFB-Pokal spielen

Bayern, Dortmund, Leipzig, Schalke - gegen diese Teams würde wohl jeder Amateurfußballer gerne mal spielen. Ein künftiger Bezirksligist könnte diese Chance bekommen.

Welcher Fußballer hat nicht mindestens einmal darüber nachgedacht: Wie wäre es, gegen die eigenen Idole anzutreten? Einmal gegen Borussia Dortmund oder den FC Bayern München aufzulaufen, ist sicherlich der Traum vieler. Für einen künftigen Bezirksligisten könnte er wahr werden.

Erst vor rund zwei Wochen gab der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) eine Online-Pressekonferenz. Der FLVW-Vize-Präsident Manfred Schnieders betonte hierbei, dass bei einer Fortführung des Spielbetriebs die Austragung des Westfalenpokals Vorrang vor den Partien in der Liga habe. „Dieser Wettbewerb hat oberste Priorität für uns“, sagte Manfred Schnieders den Pressevertretern.

Das Ticket für den DFB-Pokal könnte ausgelost werden

Doch was, wenn – und danach sieht es angesichts der aktuellen Corona-Zahlen aus – die Saison und auch der Westfalenpokal nicht ausgetragen werden können? Dann muss trotzdem ein „Sieger“ ermittelt werden, denn dieser bekommt ja bekanntlich ein Ticket für den DFB-Pokal.

Und um den zu ermitteln, gäbe es dann einen einfachen Weg: „Dann wird das Los entscheiden, wer von den 64 Teilnehmern in den DFB-Pokal einzieht“, erklärte Schnieders bei der Pressekonferenz. Die Chance wäre dann also auch für die unterklassigen Teams da, den Sprung in den DFB-Pokal zu schaffen.

Diese Möglichkeit hätte unter anderem auch der SV Drensteinfurt. Der derzeitige Landesligist, der freiwillig zurück in die Bezirksliga kehrt, hätte im laufenden Wettbewerb wohl kaum eine Chance zu gewinnen – zu viele höherklassige Teams sind im Westfalenpokal dabei. Bei einer Auslosung liegt die Chance auf das DFB-Pokal-Ticket bei 1,56 Prozent – so hoch wie wohl noch nie.

„Die Möglichkeit ist wohl größer als je zuvor für Drensteinfurt“

„Die Möglichkeit ist wohl größer als je zuvor für Drensteinfurt“, sagt Noch-Trainer Oliver Logermann, der ab Sommer beim BSV Roxel an der Seitenlinie steht. „Ich glaube auch nicht, dass wir nochmal spielen. Dementsprechend würde dann ja auf jeden Fall gelost werden.“

Oliver Logermann würde nicht mit dem SV Drensteinfurt in den DFB-Pokal gehen – sollte es so weit kommen. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

Und der Trainer weiß natürlich genau: Damit steigen die Chancen des SVD. „Wenn die Spiele gespielt werden würden, hätten wir in der ersten Runde einen Kreisligisten, aber in der zweiten Runde dann wahrscheinlich direkt Eintracht Rheine. Das würde schon schwer werden“, sagt Logermann und lacht. „Und auch, wenn die Chancen weiterhin nicht so groß sind: Sie sind immer noch größer als im Lotto zu gewinnen. Das ist doch schon mal was.“

Auch wenn Oliver Logermann klar ist, dass die Chance gering ist: Ganz ohne Hoffnung ist er nicht. „Ein bisschen hoffen kann man da natürlich schon. Das wäre riesig für den SVD“, sagt er. „Alleine die TV-Gelder wären natürlich eine super Sache – und wenn dann noch Dortmund oder Bayern kommt…“

Selbst an der Seitenlinie würde Oliver Logermann bei einem DFB-Pokalspiel aber nicht mehr stehen – schließlich trainiert er ab dem Sommer den BSV Roxel. „Das wäre natürlich schon ärgerlich – so ein Spiel würde man logischerweise gerne mitnehmen“, sagt er und fügt lachend hinzu: „Wenn es wirklich so weit kommen sollte, nehme ich mir in Roxel mal ein Wochenende frei und schaue mir den SVD an.“ Da wird Oliver Logermann wohl nicht der Einzige sein.

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening
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