Auf dem Platz übernimmt Tolga Köroglu (l.) Verantwortung beim SV Stockum – würde er das auch als Trainer? © Marcel Witte
Fußball

Bei einer Sache würde Stockums Tolga Köroglu als Trainer knallhart durchgreifen

Bei der Frage, in welchem seiner Spieler ein Trainer-Talent schlummere, nannte Stockums Coach Jürgen Welp zunächst Tolga Köroglu. Der 33-Jährige verrät, welches Spieler-Verhalten ein absolutes No-Go wäre.

Noch schnürt Tolga Köroglu seine Fußballschuhe und steht am liebsten selbst aktiv für den Fußball-A-Ligisten SV Stockum auf dem Platz. Dass er mit 33 Jahren allerdings nicht mehr zu den Jungspunden gehört, ist ihm bewusst. Auch deshalb brachte ihn sein aktueller Trainer Jürgen Welp als Kandidaten für eine zweite Laufbahn an der Seitenlinie ins Spiel. Für Köroglu eine Option – allerdings würde er eine Sache, ohne die es nicht geht, von seiner Mannschaft erwarten.

Tolga Köroglu als Trainer an der Seitenlinie: Kann der Stockumer sich das vorstellen? „Das kommt natürlich infrage. Irgendwann wird die Zeit kommen, in der ich es körperlich nicht mehr schaffe, dann werde ich diesen Weg gehen“, verkündet der 33-Jährige und stellt klar: „Denn ohne Fußball geht es bei mir gar nicht.“

Mindestens zwei oder drei Jahre will Köroglu auf jeden Fall noch weiter spielen, die Laufbahn als Trainer ist also noch weit weg. „Dann muss man auch schauen, wie es mit der Familie passt“, überlegt der zweifache Vater, ehe er lachend ergänzt: „Wenn meine beiden Söhne spielen, bin ich dann ja jeden Tag am Platz. Irgendwann brauche ich auch mal Zeit für mich.“

Köroglu orientiert sich an zwei Jürgens

Dass er selbst keinen aktiven Part im Fußball übernimmt, kann sich Köroglu aber nur schwer vorstellen. Deshalb spielt er in Gedanken bereits durch, welche Art Trainer wäre: „Ich wäre schon der Kumpel-Typ. Spaß muss unbedingt vorhanden sein, auf der anderen Seite muss man aber auch zeigen, dass es einem ernst ist.“

Als Orientierungspunkt nennt der Stockumer zwei Jürgens: „Ich liebe Jürgen Klopp und seine Art. Aber auch bei meinem Trainer Jürgen kann ich mir schon viel abgucken.“

Welp und sein Co-Trainer Marlon van de Sander würden nämlich exakt die von Köroglu entscheidenden Eigenschaften verbinden: „Wir sind wie Kumpels, haben Spaß und können über alles reden. Trotzdem ist der Respekt riesengroß und die beiden können uns auch zeigen, wo es lang geht, wenn es mal nicht so läuft.“

Dies sei die entscheidende Formel für Erfolg: „Je größer das Vertrauen untereinander, desto besser arbeitet man zusammen.“

„Das ist ein absolutes No-Go“

Ein Verhalten von Spielern nervt Köroglu allerdings so richtig, als Trainer würde er da knallhart durchgreifen: „Respektlosigkeit würde mich richtig nerven, denn Respekt ist das A und O. Da würde ich auch nicht lange fackeln.“

Bereits jetzt bemerkt der Stockumer, wie diese Tugend langsam an Wert zu verlieren scheint: „Bei den jüngeren Spielern merkt man das. Wie die miteinander und teilweise auch mit dem Trainer sprechen – das ist ein absolutes No-Go.“

So könne man den Spielern auch nichts beibringen: „Die nehmen dich nicht ernst und denken, dass sie das alles besser wissen. Solche Spieler hat man immer wieder, auch hier bei uns in Stockum.“ Zukünftigen Spielern von Trainer Tolga Köroglu sollte dies als Warnung dienen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Seit 2019 als freier Mitarbeiter für Lensing Media im Einsatz. Hat ein Faible für sämtliche Ballsportarten und interessiert sich für die Menschen, die den Sport betreiben - von der Champions League bis zur Kreisliga.
Zur Autorenseite
Avatar

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt