Aykut Kocabas ist als Fußballer auch mit dem Thema Rassismus in Berührung gekommen. © Jura Weitzel
Fußball: Kreisliga A

Aykut Kocabas zum Thema Rassismus: „Bei uns wird jeder mit offenen Armen empfangen“

Immer wieder geistert das Thema Rassismus auch in Verbindung mit dem Sport durch die Medien - zuletzt um die „Quotenschwarzer“-Debatte um Jens Lehmann. Auch Aykut Kocabas hat eine klare Meinung.

Das Thema Rassismus ist omnipräsent. Immer wieder kocht es hoch – zuletzt rund um den Ex-Profi Jens Lehmann. Der hatte Ex-Fußballer und Sky-Experte Dennis Aogo als „Quotenschwarzen“ bezeichnet und danach einen Shitstorm kassiert – gefolgt von Lehmanns Rauswurf bei Hertha BSC Berlin.

Rund um Jens Lehmann gab es jüngst einen Rassismus-Skandal.
Rund um Jens Lehmann gab es jüngst einen Rassismus-Skandal. © dpa © dpa

Doch nicht nur im Profi-Fußball ist Rassismus ein Thema. Auch die Amateurkicker werden immer wieder auf dem Platz damit konfrontiert. „Das ist wirklich ein sehr schwieriges Thema, bei dem man vorsichtig sein muss“, sagt Aykut Kocabas. „Aber natürlich ist einem das schon mal passiert.“

„Man muss da ein bisschen abgezockt sein“

Der künftige Evenkämper Cheftrainer sieht nur eine Möglichkeit, wie er mit solchen Aussagen umgeht. „Man muss da ein bisschen abgezockt sein und darüber hinweg hören“, sagt Kocabas. „Das passiert oft durch Adrenalin oder in der Hitzigkeit. Auch, wenn es das auch nicht entschuldigt.“

Was der Evenkämper aber auch zugeben muss: „Es ist natürlich unterschiedlich, ob man sowas zu hören kriegt, wenn man gerade erst 20 ist oder wenn man eben seit zehn Jahren auf dem Platz steht. Da kann man da wahrscheinlich einfach besser mit umgehen“, sagt er.

Außerdem komme es auch auf den Absender der Beleidigung an. „Wenn das jetzt ein 18-Jähriger ist, der gerade sein erstes Spiel bei den Senioren macht, kann ich da eher mal drüber weg schauen, als wenn das ein gestandener Spieler ist“, sagt Kocabas.

Bei Eintracht Werne ist die Nationalität „total egal“

Intern gibt es bei Eintracht Werne keinen Platz für Rassismus – darauf legt Aykut Kocabas großen Wert. „Bei uns ist die Nationalität total egal“, sagt er. „Es zählt nur, dass jemand kicken kann und dass er in die Mannschaft passt – als Fußballer und als Mensch.“

Als Beispiel dafür nennt er Spieler Aboubacar. „Abou kam zu uns, da konnte er kein einziges Wort Deutsch“, erinnert sich Kocabas. „Trotzdem wurde er mit offenen Armen empfangen, kam direkt mit in die Kabine und hat seine Geschichten erzählt. So ist es mit jedem Spieler.“

Generell glaubt Aykut Kocabas aber: „In den unteren Ligen ist Rassismus natürlich auch mal ein Thema, aber ich glaube, in den höheren Ligen ist es noch schlimmer – da ist es ja auch ernster. Es ist aber wichtig, immer wieder auf das Thema aufmerksam zu machen.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening
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