Mit dem Neubau der Groß-Wohnanlage „Parkquartier“ an der Potsdamer Straße macht das Viertel rund um die Berliner Allee einen großen Schritt nach vorn. Es ist aber bei Weitem nicht der einzige.

Königsborn

, 22.09.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neben Wohnungsbauunternehmen und staatlichen Fördergebern ist es auch die Stadt Unna selbst, die eine beachtliche Summe in das Viertel steckt. Insgesamt werden in den Jahren 2015 bis 2021 rund zwölf Millionen Euro investiert. Die Stadt Unna bezahlt ein Viertel davon.

Vor allem Personalkosten fallen an für die Arbeit des Quartiersmanagements. Das Büro ist die Schnittstelle zwischen allen Akteuren, die für das Viertel relevant sind. Das Personal stellt ein Planungsbüro, dessen Vertrag mit der Stadt bis 2020 verlängert werden soll. Das Quartiersmanagement nimmt Anliegen und Beschwerden der Bewohner entgegen. Ortsvorsteher, Polizei und Ordnungsamt nutzen das Büro auch für ihre Sprechstunden.

Die Bewohner sollen an der Entwicklung ihres Viertels beteiligt werden. Öffentlichkeitsarbeit durch das Quartiersbüro ist deswegen ein wichtiger Baustein. Ein Beirat, in dem die Bewohner mitreden können und sollen, entscheidet über die Förderung von Projekten zur Belebung des Wohnumfelds.

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Neue Wege und ein Platz

Ein weiterer Baustein eines von der Stadt aufgestellten Handlungskonzepts ist die Freiraumgestaltung. In einem ersten Bauabschnitt sollen Spielplätze im Kurpark und an der Döbelner Straße aufgewertet werden. Diese Planungen sind auch politisch schon abgesegnet, die Arbeiten sollen in diesem Jahr ausgeschrieben und 2019 umgesetzt werden. Inzwischen gehen die Verantwortlichen auch mit dem zweiten Bauabschnitt in die Öffentlichkeit, vorgesehen für die Umsetzung in den Jahren 2019 und 2020. Dabei geht es vor allem um die Neugestaltung von Wegeverbindungen unter anderem vom Wohnviertel aus in den Kurpark. Außerdem sollen Spiel- und Bewegungsangebote für Kinder und Erwachsene neu gestaltet werden.

Details zur Freiraumgestaltung

Viel Platz für Spiel und Begegnung

Zwölf Millionen Euro und die Bürger entwickeln Königsborn-Südost

© christiane.kleinjoha

Bei der Planung des Quartiersplatzes nutzen die Planer bisherige Höhenunterschiede und wollen kleine Hügel einbauen. Kleine Kinder sollen im Sand spielen, größere auf einer Roller-Rennstrecke, am Kletter-Mikado oder in einer Sprung-Arena. Mensch-ärgere-dich-nicht- und Schachfelder locken Klein und Groß. Der zweite Bauabschnitt der Freiraumgestaltung in Königsborn-Südost soll insgesamt 899.000 Euro kosten, wobei der Großteil aus Fördermitteln kommt. Die neuen Wege sollen rund eine halbe Million Euro kosten, der Quartiersplatz 376.000 Euro. Der Naturspielplatz ist mit 18.000 Euro vergleichsweise günstig.

Über bessere Wege sollen die Bewohner auch einen zentralen Quartiersplatz neben dem neuen „Parkquartier“ erreichen. Die neue Fläche soll der Entspannung und Kommunikation, aber auch der Bewegung dienen. Eine 60 Meter lange Sitzbank soll Gespräche anregen, gleichzeitig den Platz nach Norden abgrenzen. Geplant sind Kinderspielplätze, viel Begrünung, aber auch eine große Freifläche.

Spielen in der Natur

Wenig Gerät hingegen wollen die Freiraumplaner auf einem neuen Spielplatz südlich der Hubert-Biernat-Straße aufstellen. Sie haben ein bestehendes Gehölzdickicht als Standort für einen Naturspielraum ins Auge gefasst. Die Kinder sollen Trampelpfade nutzen und keine Spielgeräte vorfinden, dafür lose Materialien, die eigene Gestaltungen anregen. Den Planern schwebt für das rund 1800 Quadratmeter messende Areal ein „Lern- und Bildungsort“ vor, „der Kindern spielerisch den Wert von Natur vermitteln soll“.

Kirche bleibt engagiert

Die Evangelische Kirchengemeinde Königsborn hält entgegen einer älteren Planung an ihrem Kinder- und Jugendhaus Taubenschlag fest. Deswegen will die Stadt auf den Bau eines „Stadtteilzentrums“ auf der Salzwiese verzichten. Dort wiederum soll später ein Teil des dritten Bauabschnitts der Freiraumgestaltung umgesetzt werden: Planung ab dem nächsten Jahr.

Im Taubenschlag bietet die Kirche inzwischen vieles für die Jugend, aber auch für Erwachsene an. Eine wichtige Funktion bekommt eine weitere kirchliche Einrichtung in Königsborn: Die „Brücke“ als sozial-diakonisches Zentrum. Ausgebaut werden sollen die Familienbildung und -beratung, Kinder- und Jugendarbeit, Angebote des Allgemeinen Sozialen Dienstes zur Sozialen Sicherung und die Bereitstellung von Räumlichkeiten für bürgerschaftliches Engagement. Das Gebäude der „Brücke“ muss dafür umgebaut werden. Darüber und über die künftige Finanzierung verhandeln Stadt und Kirchengemeinde derzeit.

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Termine zur Quartiersentwicklung

Stadt und Kirche planen gemeinsam

Die bisherigen und weiteren Entwicklungen im Fördergebiet Königsborn-Südost sind ein wichtiges Thema für die Politik. Sie beschäftigt sich schwerpunktmäßig damit am Dienstag, 25. September. Um 16.30 Uhr tagen die Ausschüsse für Jugendhilfe, Soziales und Senioren sowie Stadtentwicklung, Bauen und Verkehrsplanung gemeinsam. Die Sitzung im Ratssaal ist öffentlich. Die Stadt Unna und die Evangelische Kirchengemeinde Königsborn beraten gemeinsam darüber, wie das Gemeindezentrum „Brücke“ für die Zukunft im Quartier Königsborn-Südost inhaltlich aufgestellt werden kann. Das Presbyterium möchte am Sonntag, 23. September, über den aktuellen Stand informieren. Die Gemeindeleitung lädt ein zu einer Informationsveranstaltung im Anschluss an den Gottesdienst. Dieser beginnt um 10 Uhr in der Christuskirche, im Anschluss ist die Infoveranstaltung, ebenfalls in der Kirche. Alle aktuellen Unterlagen sind im Internet abrufbar auf Seiten der Stadt Unna: Freiraumgestaltung Sachstand Quartiersentwicklung
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