Zwei Jahre nach Sturm „Friederike“: Das passiert gerade an der Stadtkirche

dzMit vielen Fotos: Stadtkirche

„Friederike“ lässt eine tonnenschwere Fiale auf das Gewölbe der Stadtkirche stürzen. Damit begann eine Sanierung riesigen Ausmaßes. Aktuell ist von außen allerdings nicht viel davon zu sehen.

Unna

, 18.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist der Tag, den wohl kaum jemand in der Evangelischen Kirchengemeinde Unna so schnell vergessen wird: Am 18. Januar 2018 wütet Sturmtief „Friederike“ über Unna. Allein 200 Bäume fallen dem Sturm im Kurpark zum Opfer, Straßen sind blockiert, Ziegeln stürzen von den Dächern. Auch eine Steinsäule, „Fiale“ genannt und mehrere Tonnen schwer, stürzt durch die Kraft des Sturms vom Dach der Stadtkirche. Sie schlägt im darunter liegenden Gewölbe ein und zerstört es. Zwei Jahre später ist das Gewölbe längst repariert – doch die Arbeiten an der Stadtkirche noch lange nicht beendet.

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Unübersehbar ist nicht nur das Gerüst rund um den Turm, das bis an die Spitze reicht; auch die gelbe Bauhütte der Steinmetze auf dem Kirchplatz fällt auf.

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Das passiert gerade im Innern der Stadtkirche

Die Sanierung der Stadtkirche schreitet zwei Jahre nach dem Sturmschaden weiter voran – größtenteils aber von Außen unsichtbar. Im Innern des Turms erneuern Steinmetze die Fugen.
17.01.2020
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Bis zu 20 Zentimeter tief sind die Fugen im Turm der Stadtkirche, die Steinmetz und Polier Thomas Salinger und seine Kollegen ausbessern müssen.© Udo Hennes
Die Steinmetze messen nach, wie tief die Fugen sind, die ausgebessert werden müssen.© Udo Hennes
Dies geschieht mithilfe eines sogenannten "Druckluftzahnmeißels".© Udo Hennes
Dieses Widerlager im Turmhelm ist angerostet. Es reicht bis zu 50 Zentimeter tief in die Fassade hinein.© Udo Hennes
Der bei den Arbeiten entstehende Schutt wird per Eimer im Innern des Turms abgeseilt.© Udo Hennes
Nicht nur Außen am Turm steht ein Gerüst, auch für die Arbeiten im Innern des Turms wurde eins aufgebaut.© Udo Hennes
Das Gerüst reicht bis zu den Glocken hinauf.© Udo Hennes
Es ist ein komplexes Bauwerk.© Udo Hennes

„Die Arbeiten an der Außenfassade sind für den Winter ausgesetzt.“
Dietrich Schneider, Pressesprecher Ev. Kirchenkreis Unna

Während in der Bauhütte gelegentlich Arbeitsgeräusche zu hören sind, sucht man Arbeiter auf dem Baugerüst derzeit vergeblich. „Die Arbeiten an der Außenfassade sind für den Winter ausgesetzt“, erklärt Dietrich Schneider, Pressesprecher des Evangelischen Kirchenkreises Unna, den Grund für die auffallend ruhige Baustelle. Nur auf dem Dach sind vereinzelt Dachdecker zu sehen – wenn es nicht zu windig ist. „Die Dachdecker nehmen das alte Kupfer ab, das ist möglich, wenn Wind und Regen nicht dazwischenfunken“, sagt Schneider. Das neue Dach kann allerdings erst bei milderen Temperaturen aufgesetzt werden.

Außenarbeiten sind nur bei dauerhaft milden Temperaturen möglich

Dauerhaft Temperaturen über fünf Grad braucht es auch, damit die Arbeiten an der Fassade ausgeführt werden können. Die gab es in den vergangenen Tagen zwar durchaus, doch entscheidend ist die Konstanz. „Theoretisch kann jederzeit der Wintereinbruch kommen. Wenn dann außen gerade Arbeiten begonnen hätten, wäre das sehr ungünstig, sie mittendrin abbrechen zu müssen“, erklärt Schneider. Frühestens Mitte März wird man daher erst wieder Arbeiter auf dem Gerüst arbeiten sehen.

Zwei Jahre nach Sturm „Friederike“: Das passiert gerade an der Stadtkirche

Steinmetz und Polier Thomas Salinger arbeitet die Fugen mit einem Druckluftzahnmeißel aus. © Udo Hennes

Großteil der Arbeiten wird gerade außerhalb Unnas geleistet
Spenden erwünscht

Für 50 Euro gibt es eine neue Fuge

  • Wer die Sanierung unterstützen will, kann dies zielgerichtet tun: Für 50 Euro kann eine Fuge erneuert werden, für 100 Euro wird ein schadhafter Stein ausgebessert. 250 Euro kostet es, einen Stein komplett neu zu machen. Für 500 Euro kann ein Zierelement nachgebaut werden und für 1000 Euro wird ein Brüstungselement wiederhergestellt.
  • Die Spendenkonten der Kirchengemeinde: Sparkasse UnnaKamen, IBAN: DE24 4435 0060 0823 21, BIC: WELADED1UNN und Volksbank Unna, IBAN: DE28 4416 0014 4202 3489 01, BIC: GENODEM1DOR

Trotzdem herrscht keine Pause auf der Baustelle: Von außen nicht sichtbar, laufen wichtige Bauarbeiten im Innern der Kirche. Und auch hier ist es die Fassade, die im Mittelpunkt steht. „An der Innenseite der Fassade werden momentan die beschädigten Fugen entfernt und anschließend neu gemacht“, sagt Dietrich Schneider. Damit die Steinmetze dafür genügend Licht haben, wurde in den vergangenen Tagen eine Beleuchtung im Turm installiert.

Das, was die Steinmetze derzeit noch machen, passiert weit außerhalb der Baustelle: Im baden-württembergischen Crailsheim befindet sich die Firma des mit der Sanierung beauftragten Steinmetzes. „Dort befinden sich zurzeit die Fiale und die Höllenhunde. Sie werden dort restauriert beziehungsweise von den Steinmetzen neu gebaut“, so Schneider.

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