Zwei Jahre Haft für Kinderporno-Besitzer aus Unna

dzMann war einschlägig vorbestraft

In der Wohnung eines Unnaers entdeckten Ermittler zehntausende Fotos und Videos mit Kinder- und Jugendpornografie. Vor Gericht konnte sich der einschlägig vorbestrafte Mann nun zu einem späten Geständnis durchringen.

von Sylvia Mönnig

Unna

, 04.10.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Sommer 2012 wurde der Unnaer wegen Verbreitung und Besitzes entsprechender Bilder zu 16 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Bewährungszeit überstand der 55-Jährige. Im Juli 2017 wurde dann jedoch seine Wohnung durchsucht und die Polizeibeamten stießen unter anderem auf seinem Computer und USB-Sticks auf etwa 50.000 Fotos und Videos, auf denen entkleidete Kinder und Jugendliche, sexuelle Handlungen und auch massiver Missbrauch abgebildet waren.

In der Verhandlung vor dem Amtsgericht versuchte der Angeklagte mit jahrelanger Alkoholproblematik zunächst, seine Hände in Unschuld zu waschen. „Ich habe nie vorgehabt, solche Dateien zu besitzen“, erklärte er und fügte hinzu, dass er lediglich nach Frauen gesucht habe. „Ich möchte einfach nur schöne Fotos von schönen Frauen haben.“ Wenn er bei seiner Suche auf verbotene Bilder gestoßen sei, habe er diese sofort gelöscht.

Die Schöffenrichterin erinnerte ihn an Ermittlungsergebnisse und seine eigene Aussage bei der Polizei, die dem deutlich widersprachen. Von der einschlägigen Vorbelastung ganz zu schweigen. Nun räumte der 55-Jährige ein, bei Teenagern mal kurz geguckt und dann gelöscht zu haben. Bei Kindern, so gab er dann zu, vielleicht auch. Jetzt aber habe er eine Freundin und ganz andere Interessen. Pädophil sei er damals höchstens „ein bisschen“ gewesen.

„Das sind Mädchen, kleine Kinder, denen ganz Schreckliches angetan wird, weil es Menschen wie Sie gibt.“
Die Richterin zu dem Angeklagten

Erst nach einem Vier-Augen-Gespräch mit seinem Anwalt räumte er den Vorwurf vollumfänglich ein – über eine Verteidigererklärung. Und doch mokierte er sich kurz darauf außerhalb der Verhandlung in Hörweite anderer Prozessbeteiligter, dass er nun „wegen so einer Lappalie in den Knast“ gehen solle.

Sein Rückfall soll ihn tatsächlich die Freiheit kosten. Er wurde zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt und die Richterin fand deutliche Worte: „Das sind Mädchen, kleine Kinder, denen ganz Schreckliches angetan wird, weil es Menschen wie Sie gibt.“ Mit dieser Strafe könne nun zumindest durch ihn in den nächsten zwei Jahren und drei Monaten keinem Kind Leid angetan werden.

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